Dr. Heinrich L. Kolb (FDP)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Grunddaten
Dr. Heinrich L. Kolb
Jahrgang
1956
Berufliche Qualifikation
Diplom Wirtschaftsingenieur, Dr. rer. pol.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Unternehmer
Wahlkreis
Odenwald
Landeslistenplatz
3, über Liste eingezogen, Hessen
weitere Profile
(...) In der Tat hat es innerhalb der Bundesregierung Überlegungen über ein Förderprogramm für die Anschaffung stromsparender Haushaltsgeräte gegeben, die letztlich nicht weiterverfolgt und auch nicht umgesetzt worden sind. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Dr. Heinrich L. Kolb
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Arbeit
13.05.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr.Kolb,

finden sie es richtig das Leute die eine Ausbildung gemacht haben und einen Facharbeiter Brief besitzen für 7 Euro Brutto, bzw ein Entgeld von 900 Euro im Monat erzielt wird. Arbeiten zu gehen. Meine frage an sie. Wie kann das denn sein das diese Leute ende des Monats zum Sozialamt gehen müssen um stütze zu bekommen,das sie ihre Familien mehr schlecht als recht über die rundenbringen. Und warum werden sie per Gesetz in die Armut gebracht. Weil das Übernahme Gesetz der Betriebe geöffnet worden ist. das mann hergeht und sagt ich brauche die Leute länger wie 1 Jahr als Leiharbeiter. So und diese Leute sind mitlerweile schon 2-5 Jahre Leiharbeiter. 2 Oder 5Jahre aufs Sozialamt gehen und Stütze holen ist das denn Sozial?
Antwort von Dr. Heinrich L. Kolb
bisher keineEmpfehlungen
12.06.2008
Dr. Heinrich L. Kolb
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie herzlichen Dank für Ihre Frage vom 13. Mai 2008, die ich Ihnen gerne beantworten will.

Sie beklagen, dass qualifizierte Arbeitnehmer trotz Vollarbeit ergänzendes ALG II beantragen müssen und führen dies auf die Änderungen beim Arbeitnehmerüberlassungsgesetz zurück. Ich teile Ihre Auffassung nicht.

Die FDP-Bundestagsfraktion sieht die Zeitarbeit als wirkungsvolles und effizientes Instrument zur Eingliederung arbeitsloser Menschen in den ersten Arbeitsmarkt. Durch die Zeitarbeit erhalten Arbeitssuchende einen direkten Einstieg in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Darüber hinaus tragen Zeitarbeitsunternehmen zur Sicherung von Arbeitsplätzen bei, wenn Unternehmen keine Neueinstellungen vornehmen wollen oder können. In vielen Fällen werden Leiharbeitnehmer von dem Einsatzbetrieb in ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis übernommen.

Das zentrale Problem der negativen Lohnentwicklung ist meines Erachtens, dass den Menschen heute weniger Netto vom Brutto verbleibt. Dieser Reallohnverlust ist auf die Regierungsarbeit von Rot-Grün und Schwarz-Rot seit 1998 zurückzuführen, die die Menschen durch Steuer- und Abgabenerhöhungen finanziell immer stärker unter Druck gesetzt hat. Was wir brauchen, ist eine konsequente Steuersenkungspolitik, die alle Einkommensschichten entlastet und dabei vor allem Familien mit Kindern stärkt.

Ich bedanke mich für Ihr Interesse und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Dr. Heinrich L. Kolb
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Arbeit
30.05.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Kolb,

eine Frage zu den 400 Euro Jobs: haben sich diese bewährt? Ich muss feststellen, dass im Handel und Dienstleistungsbereich überwiegend 400 Euro Jobs bestehen und die Teilzeitstellen diesen in zunehmenden Maße weichen müssen.Sind diese Stellen für die Wirtschaft eigentlich sinnvoll? In einem 400 Euro Job werden kaum Beiträge zur Rente oder anderen sozialen Einrichtungen gezahlt,das Geld fehlt aber überall. War das so gewollt?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Heinrich L. Kolb
1Empfehlung
06.06.2008
Dr. Heinrich L. Kolb
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 30. Mai 2008, die ich Ihnen gerne beantworten will.

Nach Untersuchungen der Rentenversicherung führt geringfügige Beschäftigung entgegen Ihren Befürchtungen nicht zur Vernichtung sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze, sondern der Ausbau und Abbau beider läuft parallel. Die Statistiken zeigen, dass in den letzten Jahren dort, wo sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen entstanden sind, auch neue Minijobs entstanden sind und dort, wo es zu einem Arbeitsplatzabbau kam, die geringfügige Beschäftigung ebenfalls zurückgegangen ist. Neuere Untersuchungen gehen davon aus, dass sogenannte Minijobs ein zusätzliches Arbeits- und Beschäftigungspotential darstellen.

Die FDP-Bundestagsfraktion hält deshalb die Regelungen zur geringfügigen Beschäftigung für sinnvoll und erhaltenswürdig und setzt sich darüber hinaus für eine Ausdehnung der Abgabenregeln für Minijobs auf Einkommen bis 600 Euro ein. Einen entsprechenden Antrag hat die FDP in den Deutschen Bundestag eingebracht (BT-Drs. 16/9336).

Nach dem Vorschlag der FDP entstehen im Bereich von 400 bis 600 Euro bei den Sozialkassen Mehreinnahmen, alleine durch den höheren Pauschalbetrag in Höhe von 30 Prozent (15 Prozent Rentenversicherung, 13 Prozent Krankenversicherung und 2 Prozent Pauschalsteuer) bei geringfügiger Beschäftigung. Zudem werden viele Tätigkeiten aus der Schwarzarbeit geholt, wodurch den Sozialversicherungssystemen zusätzliche Einnahmen entstehen.

Bitte bedenken Sie auch, dass die Ausübung eines Minijobs dem Erwerbswunsch vieler Menschen entspricht, die auf gar keine andere Beschäftigung zielen.

Für Ihr Interesse bedanke ich mich und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Dr. Heinrich L. Kolb
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Arbeit
20.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Kolb,

ich wende mich an sie, weil sie ein Fachsprecher der FDP für Arbeit sind.
Ich bin ein junger politisch-interessierter Mensch, der der FDP durchaus nahe steht, da ich viele Inhalte Ihrer Partei gut finde. Womit ich aber überhaupt nicht einverstanden bin, ist die Wirtschaftspolitik der FDP. Ich habe mittlerweile mehrere Infopakete Ihrer Partei sowie einen Teil der Wiesbadener Grundsätze gelesen. Im Bezug auf die Wirtschaft habe ich folgenden Eindruck bekommen:

1. Der Markt ist heilig
2. Der Markt hat immer Recht
3. Wenn der Markt mal doch mal falsch liegt, tritt Punkt 1 in Kraft.

Meine erste Frage: Trifft diese Einschätzung zu?

Die FDP ist ja immer für Privatisierung und gegen Verstaatlichung. Dann schauen sie sich bitte folgendes Beispiel an.

Die Wasserversorgung der bolivianischen Stadt Cochabamba war staatlich geregelt, bis sie privatisiert und an die Firma Augas del Tunari verkauft wurde, welche nichts anderes war als eine Tochtergesellschaft des US-Wasserkonzerns Bechtel. Bechtel hat nach der Privatisierung sofort die Preise verdreifacht und sogar Regenwasser besteuert, weil die damalige Regierung in Bolivien sämtliche Wasserrechte an Bechtel abgetreten hat!

Als die Menschen sich nicht mal mehr ihr eigenes Trinkwasser leisten konnten, gingen sie auf die Straße und demonstrieren für eine Rücknahme der Privatisierung; bei den Protesten kommen 7 Menschen ums Leben. Ein Jahr später verklagte Bechtel die Regierung Boliviens wegen 25 Mio. Dollar GEWINN (also nicht mal Umsatz!).

Quellen: Welt der Wunder Heft 09/2008 und de.wikipedia.org

Meine zweite Frage: Wie stehen Sie und Ihre Partei zu einer solch unmenschlichen Form der Privatisierung und wie will die FDP dafür sorgen, dass so etwas ähnliches in Deutschland auch bei steigender Privatisierung nie möglich wird?

Ich erwarte dankend Ihre Antwort
Antwort von Dr. Heinrich L. Kolb
bisher keineEmpfehlungen
03.08.2009
Dr. Heinrich L. Kolb
Sehr geehrter Herr ,

es freut mich, dass Sie sich mit dem FDP Programm auseinandergesetzt haben.
Ich muss leider zugeben, dass viele Mitbürgerinnen und Mitbürger die FDP hinsichtlich des Stellenwertes eines freien Marktes so einschätzen, wie Sie es auch tun. Aber ich kann Ihnen versichern, dass diese Einschätzung nicht den Tatsachen entspricht.

Die FDP tritt für einen starken Staat ein. Ein starker Staat ist ein schlanker Staat und kein aufgeblähtes bürokratisches Monster. Der Staat ist auch nicht der bessere Unternehmer.

Natürlich ist der Markt nicht heilig und hat auch nicht immer Recht. Dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass in der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise zu allererst die staatlichen Banken und mit ihren zuständigen die Aufsichts- und Regulierungsstellen versagt haben.

Wir fordern vernünftige Rahmenbedingungen, die der Staat vorzugeben hat und in deren Schranken der Markt zu agieren hat. Ich bin fest davon überzeugt, dass die soziale Marktwirtschaft trotz vorhandener Schwachpunkte, allen anderen Wirtschaftssystemen überlegen ist. Die soziale Marktwirtschaft wird sich durchsetzen gegen einen hemmungslosen und regelfreien Kasino-Kapitalismus ebenso wie gegen die bürokratische Staats- und Planwirtschaft.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Heinrich L. Kolb
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Dr. Heinrich L. Kolb
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.