Dr. Hans-Peter Bartels (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Hans-Peter Bartels
Jahrgang
1961
Berufliche Qualifikation
Dr. phil., Journalist
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Kiel
Landeslistenplatz
6, Schleswig-Holstein
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(...) Die gesetzliche Krankenversicherung ist ein Herzstück unseres Sozialstaats. Sie sorgt dafür, dass die medizinisch notwendige Versorgung für alle Versicherten zur Verfügung steht. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
16.06.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Bartels,

zunächst möchte ich Ihnen ganz herzlich danken für Ihre Antwort auf meine kritische Anfrage vom 20.03. diesen Jahres. Ich möchte Ihnen mitteilen, dass mich diese Antwort durchaus zufriedengestellt hat und mir ein Blick auf Ihre Homepage den Eindruck vermittelt hat, dass die Bürger Ihres Wahlkreises bei Ihnen gut aufgehoben sind. Zumindest auf mich wirken Sie glaubwürdig und kompetent.
Mit großem Interesse habe ich auch Ihr Buch "Victory -Kapitalismus" gelesen und in diese Richtung gehen meine Fragen:

1. Inwieweit sehen Sie eine Möglichkeit, dass es der nationalen Politik, ggf. im EU- Rahmen, gelingt, multinational agierende Konzerne zu "bändigen" und diese angemessen an der Finanzierung staatlicher Infrastruktur zu beteiligen?

2. Wie bewerten Sie die zunehmende Privatisierung ehemals staatlicher Kerninfrastruktur hinsichtlich der damit verbundenen Abhängigkeit des Staates bzw. der Gesellschaft in diesen überlebenswichtigen Infrastrukturbereichen von rein profitorientierten Unternehmen?

3. Ist es nicht an der Zeit, parteiübergreifend zu definieren und festzulegen, welche Kernbereiche staatlicher Infrastruktur nicht dem "Raubtierkapitalismus" überlassen werden dürfen? Und kann es nicht sein, dass die Linkspartei auch deswegen so ein hohen Zulauf findet, weil die Bürger spüren, dass die zunehmende Privatisierung staatlicher Infrastruktur, letztlich den Bürger hilflos den Unternehmen in diesen Kernbereichen ausliefern würde?

Mit freundlichem Gruss
Antwort von Dr. Hans-Peter Bartels
2Empfehlungen
27.06.2007
Dr. Hans-Peter Bartels
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Fragen und für Ihre freundlichen Worte über meine Homepage und meine Arbeit. Ich teile Ihre Skepsis gegen den in den vergangenen Jahren weitverbreiteten Glauben an die nur segensreiche Wirkung von Privatisierungen öffentlicher Infrastruktur und Dienstleistungen.

Es gibt sicher Aufgaben, die nicht notwendigerweise der Staat erfüllen muss. Es ist aber eine Illusion zu glauben, Private könnten es stets besser. Die Erfahrungen, die ich als Mitglied des Verteidigungsausschuss machen konnte, sind sehr gemischt. In der Bundeswehr haben wir in einigen Bereichen Projekte gestartet, um unter Einbeziehung von privaten Anbietern bestimmte Aufgaben, etwa im Fuhrparkmanagement, bei Instandhaltungen, bei den Liegenschaften oder im Bereich der Kantinen, effizienter zu organisieren. Die Erfahrungen sind unterschiedlich. Keineswegs wird es in allen Fällen billiger (oder besser), wenn private Dienstleister engagiert werden. Diese Beobachtung lässt sich auch in manchen anderen Bereichen machen. Wohin ungehemmte Deregulierung und Privatisierung führen können, zeigen die angelsächsischen Experimente, wo Thatcher und Reagan den Staat mit aller Macht "gesundschrumpfen" wollten. Mit dem Ergebnis, dass beispielsweise die öffentliche Infrastruktur – Bahn, Stromversorgung – inzwischen dramatisch schlechter ist als bei uns.

Was die Frage nach der Beteiligung multinationaler Konzerne an der Finanzierung staatlicher Infrastruktur angeht, so ist es heute in der Tat schwieriger als in der Vergangenheit. Unternehmen nutzen die Unterschiede in den nationalen (Steuer-)Gesetzgebungen sehr geschickt zum eigenen Vorteil. Versteuert wird dann oft da, wo die Tarife am günstigsten sind. Dagegen hilft nur politisches Handeln. Wenn der Einfluss nationaler Politik geringer geworden ist, müssen wir es auf der nächst höheren Ebene zu versuchen, in Europa. Das ist nicht einfach, die 27 Mitgliedsstaaten haben vielfach divergierende Interessen und manche der neu Hinzugekommenen wollen zunächst eigenen Wohlstand schaffen, gelegentlich auch auf Kosten der alten Mitgliedsstaaten. Die vor einigen Jahren in Kraft getretene europaweit einheitliche Regelung von Zinskontrollen zur besseren Bekämpfung der Steuerflucht zeigt, dass es möglich ist, auf EU-Ebene zu gemeinsamen Standards zu kommen. Ich bin dafür, diesen Weg weiterzugehen und gemeinsam auf europäischer Ebene Vorkehrungen zu treffen, dass die Mitgliedstaaten nicht gegeneinander ausgespielt werden können.

Dem Ziel, dass Unternehmen ihre Gewinne hierzulande versteuern, dient auch die – nicht unumstrittene – Unternehmenssteuerreform. Mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen sollen Gewinnverlagerungen ins Ausland erschwert werden, damit Unternehmen ihre Gewinne auch tatsächlich in Deutschland versteueren. Eine gute Übersicht über die Unternehmenssteuerreform, die am 1. Januar 2008 in Kraft treten wird, finden Sie auf der Internetseite der SPD-Bundestagsfraktion ( www.spdfraktion.de ).

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Peter Bartels
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Frage zum Thema Arbeit
19.06.2007
Von:

Sie haben als Etappenziel Folgendes geschrieben:

"So haben sich beide Seiten beim Mindestlohn darauf verständigt, die Zahl der Branchen im Arbeitnehmerentsendegesetz auszuweiten."

Nun meine Fragen:
1. Wann wird das geschehen?
2. Um was für eine Größe handelt es sich dabei?
3. Wann wird das "Mindestarbeitsbedingungengesetz" für Branchen die nicht davon betroffen
sind aktualisiert?

Sie haben weiterhin geschrieben die Bundesregierung haben eine Menge erreicht.
Für wen gedenken Sie etwas erreicht zu haben?

Zu guter letzt schreiben Sie:
"Für die SPD bleibt das Thema bei den bevorstehenden Wahlauseinandersetzungen auf der Tagesordnung, denn unser Ziel ist und bleibt die Einführung eines generellen gesetzlichen Mindestlohns!"

Nun meine Fragen:
1. Was bedeutet in diesem Zusammenhang "generell"? Meinten Sie Flächendeckend für alle Branchen?
2. Warum verlässt die SPD nicht die Koalition und verlangt Neuwahlen um Ihre "eigentlichen" Ziele durchzusetzen?
3. Was ist der SPD wichtiger, die Bürger mit deren Mandat sie im Bundestag sitzen oder der Koalitionsfriede?

Danke für Ihre Zeit
MfG
R.

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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
20.06.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Bartels,

in Berlin werden weiterhin Personen trotz eines lange zurückliegenden Kirchenaustritts zur Kirchensteuer herangezogen. In Abgeordnetenwatch hat Frau Scheer am 19.6. den Finanzausschussvorsitzenden Eduard Oswald gefragt, warum er im Gegensatz zu MdB Wolfgang Wieland davon ausgeht, dass ab 2011 dieser Skandal nicht mehr möglich ist.
Wer hat Recht?

Teilt ab 2011 die staatliche Datenbank den Banken die Kirchenangehörigkeit mit und von wem erhält sie die dafür erforderlichen Angaben?
Können Personen die Löschung falscher Eintragungen
durchsetzen und wie kann das geschehen?
Haben auch Kirchen die Möglichkeit, bei der Datenbank Eintragungen zu veranlassen und Auskünfte einzuholen?

Mit freundlichen Grüßen

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Frage zum Thema Umwelt
27.06.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Bartels,

mit Erschrecken stelle ich fest, das der Anteil der Lebensmittel in Supermärkten, die erhebliche Wege zurücklegen (v.a. Neuseeland, China, Chile) immer weiter zunimmt. Dies kann im Sinne des Klimaschutzes keine wünschenswerte Entwicklung sein. gleichzeitig subventionieren wir den Export europäischer Lebensmittel ins Ausland. Wo sehen Sie Ansatzpunkte der politik um hier einen Wandel herbeizuführen?

Gruß,
Antwort von Dr. Hans-Peter Bartels
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03.07.2007
Dr. Hans-Peter Bartels
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 26. Juni 2007 zum Thema Klimaschutz.

Ich kann Ihren Ärger über Lebensmittel, die es auch aus deutscher Produktion gibt, und die daneben trotzdem aus weit entfernten Ländern importiert werden, verstehen. Allerdings ist eine staatliche Einfuhrbeschränkung grundsätzlich nach dem WTO-Vertrag, der gerade Deutschland mit seiner exportsstarken Wirtschaft viele Vorteile bringt, untersagt.

Ich glaube, dass hier der "mündige Verbraucher" gefragt ist, der auch klimabewusst einkauft. Dadurch, dass erkennbar sein muss, wo die Lebensmittel produziert worden sind, ist bewusstes Einkaufen auch möglich.

Insgesamt hat sich die Bundesregierung dem Thema Klimaschutz allerdings sehr stark angenommen, so z.B. mit Ausbau der erneuerbaren Energien oder der Umsetzung des Kyotoprotokolls zur Reduzierung des CO²-Ausstosses. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Seite des Umweltministeriums (www.bmu.de) und der SPD-Bundestagsfraktion (www.spdfraktion.de).

Mit freundlichen Grüßen
Hans-Peter Bartels
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
07.07.2007
Von:
-

Guten Tag Herr Dr. Bartels,

nachdem nunmehr die Nebeneinkünfte der Abgeordneten in die Öffentlichkeit gelangt sind, weiß wohl ein jeder wo die "Ackermänner" im Bundestag sitzen.
Für unsere Abgeordneten aus S - H ist es ja insgesamt wohl kein Problem.
Ich hätte gern Ihre Meinung zum Thema Nebeneinkünfte gewusst.
Die Einteilung in das Thema Bürgerrechte passt nicht so ganz, aber es fand sich sonst nichts passendes. Übrigens: Wie sieht es denn mit der weiteren Stationierung des MFG 5 in Kiel aus, bleiben sie bis 2018? Was können Sie dazu tun?

Mit freundlichem Gruß
- W.
Antwort von Dr. Hans-Peter Bartels
1Empfehlung
11.07.2007
Dr. Hans-Peter Bartels
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage über "Abgeordnetenwatch".

Tatsächlich sind berufliche Nebentätigkeiten wohl nur ein Problem für 10 Prozent der Abgeordneten, die allermeisten kümmern sich hauptamtlich voll um ihr Mandat. Aber bei den "besonders fleißigen" 10 Prozent sollten die Wähler jedenfalls wissen, um was diese sich so kümmern, deshalb die (vom Verfassungsgericht jetzt akzeptierte) neue Transparenz-Regelung.

Zur Frage zur Zukunft des Marinefliegergeschwaders in Holtenau (MFG 5): Das Vorhaben des Ministeriums, von dem auch in der Presse zu lesen war, in Abweichung vom geltenden Stationierungskonzept das MFG 5 eher aufzulösen, ist nicht hinzunehmen. Wir haben im Koalitionsvertrag mit der Union ausdrücklich festgelegt, dass an der Umsetzung des Stationierungskonzepts unverändert festgehalten wird. Ich sehe keine überzeugenden Gründe, weshalb dies im Fall Kiel-Holtenau nun nicht mehr gelten sollte. Ich setze mich jedenfalls in Berlin nachdrücklich dafür ein, dass das MFG nicht vorzeitig aufgelöst wird und sehe auch Chancen, dass das Ministerium mit seinem Versuch, den Zeitplan in Frage zu stellen, nicht erfolgreich sein wird.

Mit besten Grüßen
Hans-Peter Bartels
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