Dr. Günter Stübel (FDP)
Abgeordneter Stuttgart
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Angaben zur Person
Dr. Günter Stübel
Geburtstag
13.8.1942
Berufliche Qualifikation
Diplom-Wirtschaftsingenieur
Ausgeübte Tätigkeit
eigenes Unternehmen
Wohnort
Stuttgart-Vaihingen
Wahlkreis
Stuttgart (Gemeinderat)
Landeslistenplatz
-
(...) Der Radbeauftragte der Stadt Herr Köhnlein hat zwar dem Ausschuss für Umwelt und Technik einmal die Gesamtpläne vorgestellt und dieser hat sie generell genehmigt. Auch im Bezirksbeirat wurden jeweils die Pläne gezeigt. Es gab aber keinerlei Rückkopplungsmöglichkeiten und unsere Bedenken wurden einfach weggewischt. (...)
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
16.06.2011
Von:

Guten Tag, Herr Dr. Stübel,

aufgrund der Topografie gilt Stuttgart nicht unbedingt als "typische Fahrradstadt". Gleichwohl sieht man nun im Frühjahr erfreulicherweise immer mehr Radler auf unseren Straßen. Leider gleicht eine Fahrradfahrt z.B. auf der Hauptstraße S-Vaihingen nach wie vor eher einem Hindernislauf. Meine Frage an Sie ist allerdings generell zu verstehen: Inwieweit unterstützen die Liberalen in Stuttgart den Ausbau von Fahrradwegen in der Landeshauptstadt? Sind hierfür Mittel eingestellt? Herzlichen Dank für Ihre Antwort im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Dr. Günter Stübel
1Empfehlung
16.06.2011
Dr. Günter Stübel
Hallo Herr ,

danke für Ihre Frage. Sie kommt gerade rechtzeitig zu einer Kampagne, die wir Liberalen derzeit starten. Wir unterstützen sehr den Ausbau des Radnetzes in Stuttgart. Wir haben ebenfalls der Bereitstellung der Mittel von 2 Mio € in der Haushaltsperiode zugestimmt. Wir unterstützen auch die Absicht, den Radverkehr in Zukunft weiter auszubauen. Allerdings sollten die Mittel vernünftiger eingesetzt werden. Derzeit bestimmt das "Radforum" wofür die Mittel konkret ausgegeben werden. Dort haben offenbar die "Radprofis" das Sagen. Oberstes Ziel ist es zur Zeit, die Hauptradwege entlang der Vorbehaltsstraßen, d.h. der Hauptstraßen auszubauen, damit man möglichst schnell z.B. von Stuttgarts Rohrer Höhe nach Bad Cannstatt kommen kann. Das führt dann zu solchen Blüten, wie eine Radspur quer über den Charlottenplatz unter Opferung einer Blumeninsel und das für 300 Tausend Euro. Anstatt man bequem mit 1,5 min Mehrzeit am alten Schloss vorbei fährt und dann den Landtagspark benutzt. Eine weitere Blüte steht uns zwischen Waldeck und Heslach bevor. Dort soll für 200 Tausend Euro eine Doppelfahrradspur mit Randsteinabtrennung auf einer bisherigen Autospur errichtet werden, damit die Rennfahrer schneller auf Ihrer "Radautobahn " voran kommen. Dabei gibt es seit Jahren einen wunderschönen Radweg dreißig Meter weiter am Waldrand. Unsere Kampagne richtet sich daher gegen den unüberlegten "Radautobahnbau" und für den Ausbau der Radwege in den einzelnen Ortsbezirken. Denn die meisten Radfahrer nutzen das Rad zum Einkaufen vor Ort und für Freizeitaktivitäten. Wir haben daher z.B. Vorschläge für den Ausbau des Radwegenetzes in Vaihingen eingereicht. Wir wollen auch, dass der Gemeinderat wieder bzw. der zuständige Ausschuss für Umwelt und Technik wieder über die Verkehrsplanung entscheidet und nicht das Radforum. Schaut man sich nämlich deren Pläne an, so sieht man, dass sie ein sternförmiges Radwegesystem nach Stuttgart im Auge haben. Gerade wegen der Topographie ist dies aber nicht vorrangig. Vorrangig wäre der Ausbau vor Ort und für die vielen Freizeitradler ein netzförmiger Ausbau auf den Höhenrändern von Stuttgart. Dazu müssten sich die Verantwortlichen halt auch mit der Region in Verbindung setzen, da manche Radwege dann über "Nicht-Stuttgarter" Gebiet führen würden. Das sollte aber auch für Radwegeplaner möglich sein.

Mit besten Grüßen

Dr. Günter Stübel
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
16.06.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Stübel,

ich haette gerne mal Ihre Meinung gehoert zu den nachfolgenden, vielleicht etwas schwierigen / ungewoehnlichen Fragen:

  • 1) Wie sehen Sie persoenlich das Portal "abgeordnetenwatch.de" - auf Bundes-, Landes- und nun auch bei Ihnen in Stuttgart auf Kommunalebene ? Begruessen Sie es ? Halten Sie es fuer unterstuetzungswuerdig ? Koennen Sie Ihren Mandatstraeger-Kollegen FDP-intern empfehlen, es z. B. als eine Chance fuer mehr Buergernaehe zu nutzen ?

  • 2) Ist Ihnen eine offizielle FDP-Meinung dazu bekannt, die Sie hier einstellen können - auf Bundes- und/oder Landes- und nun auch bei Ihnen in Stuttgart auf Kommunalebene ?

  • 3) Wie sehen Sie persoenlich generell das Thema "Demokratieentwicklung durch mehr Buergerrechte / durch staerkere und besser als seither gestaltete praktische Bürgerbeteiligung" - auf Bundes-, Landes- und nun auch bei Ihnen in Stuttgart auf Kommunalebene ? Gibt es hier Bemuehungen Ihrerseits, an denen Sie z. Z. konkret dran sind ?

  • 4) Zu 3.): Gibt es offizielle FDP-Meinungen dazu. (Ich meine jetzt nicht das, was z. B. die FDP-Zentrale auf solche Buerger-Anfragen ueblicherweise antwortet / antworten wuerde mit Bezug auf Programmpunkte oder Vorstandsbeschluesse, etc., die bekanntlich kaum gelesen bzw. von den Buergern nicht wirklich wahrgenommen werden, und die ja bekanntlich auch meistens wieder in der Schublade verschwinden, sobald sie verabschiedet sind, und/oder so wenig konkret abgefasst sind, dass sie praktisch-brauchbar wenig Umsetzbares hergeben / zur Folge haben; ich glaube, Sie verstehen, was ich hiermit meine, und wenn ich sinngemäss frage, dass und ob die doch recht bescheidene FDP-Akzeptanz beim Wahlvolk nicht auch viel mit einem m. E. recht grossen FDP-Nachholbedarf gem. der in Pos. 3.) formulierten Frage zusammenhaengt - voellig unabhaengig von Ihren kognitiven FDP-Programminhalten, und dass dies m. E. fuer Sie / die FDP langfristig eine echte Existenzfrage ist ?)
Antwort von Dr. Günter Stübel
1Empfehlung
16.06.2011
Dr. Günter Stübel
Hallo Herr ,

zu 1.
vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich begrüße das Portal abgeordnetenwatch.de auf allen Ebenen. Vor allem sehe ich tatsächlich darin einen Weg zu mehr Bürgernähe. Die Vorgänge zu S21 haben uns deutlich gemacht, wie entscheidend ein frühzeitiger Dialog zu wichtigen Projekten ist.

zu 2.
Ich kann Ihnen aus erster Hand nur die Meinung unserer Fraktion weitergeben. Wir begrüßen alle den direkten Dialog mit den Bürgern, da unsere Sicht der Dinge über die Medien manchmal nicht so eindeutig rüberkommt.

zu 3.
Wir begrüßen allgemein eine stärkere Bürgerbeteiligung bei unseren Entscheidungen, da vor Ort oft besser über die Situation Bescheid gewusst wird als im Gemeinderat. Allerdings müssen wir gemeinsam erst lernen, wie die Bürgerbeteiligung aus zu sehen hat. Bereits zur Bebauung des "Aurelis"-Geländes in Vaihingen wurden z.B. unter externer Moderation drei Workshops öffentlich durchgeführt, deren Ergebnisse richtungsweisend für die zukünftige Bauplanung sind. Allerdings war gegen Ende die Bürgerbeteiligung etwas spärlich, woran immer das gelegen haben mag. Mir zeigt es, dass wir die Verfahren noch erheblich verbessern müssen.

zu. 4.

Auch hier kann ich aus erster Hand nur für unsere Fraktion sprechen. Wir suchen überall mehr das direkte Gespräch, da ich Ihrer Meinung bin, dass gerade die FDP in der jüngsten Vergangenheit einige Kommunikationsprobleme hatte, die zu einer angespannten Situation geführt haben. Da ich aber hundert Prozent hinter den liberalen Ideen und Grundsätzen stehe, sehe ich es als meine vordringliche Aufgabe an, diese bei konkreten politischen Entscheidungen auch zu vermitteln. Ein gutes Beispiel ist jetzt der Versuch des "Bürgerhaushaltes". Wir stehen voll hinter dem derzeitigen Versuch, und sind auf die Ergebnisse gespannt. Natürlich muss letzten Endes der Gemeinderat entscheiden und man kann nicht, wie es manche gerne hätten z.Bsp. das Stadion mit Bürgern füllen und dann dort über Haushaltsfragen abstimmen. Beide Seiten, Politiker und Bürger müssen aus diesen Versuchen lernen, wie mehr Bürgerbeteiligung wirklich gehen kann, dann werden sicher auch wieder die liberalen Standpunkte mehr in den Vordergrund treten, denn sie betonen gerade die Rechte jedes Einzelnen. Die FDP sieht den Staat lediglich als Erfüllungsgehilfen der Bürgerwünsche und nicht so sehr als Machtapparat, dem die Bürger folgen müssen.

Mit besten Grüßen

Dr. Günter Stübel
Stadtrat FDP
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
16.06.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Stübel,

mit Erstaunen habe ich Ihre Antwort auf die Anfrage von Herrn Anderko zur Finanzierung der Radinfrastruktur in der Stadt Stuttgart gelesen. Mir war bisher nicht bekannt, daß es ein sogenannten "Radforum" gibt. Die Zusammensetzung des Radforums ist zwar "bunt" aber nicht demokratisch legitimiert, weil die Mitglieder dieses Forums nicht von allen Bürgern der Stadt gewählt werden können.

In diesem Zusammenhang stellt sich mir die Frage - und damit meine Frage an Sie - was genau unter Ihrer Aussage zu verstehen ist, daß "derzeit" das Radforum "bestimmt [...] wofür die Mittel konkret ausgegeben werden". Kann diese Institution tatsächlich frei über die Verwendung der in den Haushalt eingestellten Mittel bestimmen? Und falls die Antwort auf diese Frage positiv ausfällt: Warum bestimmen nicht die gewählten Stadträte über die Mittelverwendung (auf Vorschlag der Verwaltung), sondern überlassen es nicht gewählten Vereinigungen über die Mittelverwendung zu bestimmen?

Mir geht es dabei weniger darum, ob die Entscheidungen des Radforums im Einzelfall sinnvoll sein mögen oder nicht. Mir geht es darum, daß die Stadträte von den Bürgern den Auftrag haben, ihre Belange zu vertreten und für sie Entscheidungen zu treffen. Das ist ihre (Ihre) Aufgabe. Dafür wurden sie (Sie) gewählt.

Wenn Sie mich ein wenig über dieses Radfourm und die dahinterstehenden Entscheidungswege aufklären könnten, wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Dr. Günter Stübel
2Empfehlungen
17.06.2011
Dr. Günter Stübel
Sehr geehrter Herr ,

danke für Ihre Anfrage. Sie bestärkt mich, dass wir weiter in dieser Angelegenheit tätig werden müssen. Der Radbeauftragte der Stadt Herr Köhnlein hat zwar dem Ausschuss für Umwelt und Technik einmal die Gesamtpläne vorgestellt und dieser hat sie generell genehmigt. Auch im Bezirksbeirat wurden jeweils die Pläne gezeigt. Es gab aber keinerlei Rückkopplungsmöglichkeiten und unsere Bedenken wurden einfach weggewischt. Keiner wusste jedoch im Einzelfall was dabei passiert. Da die Mehrheit des Ausschusses (Grüne und SPD) blind den Empfehlungen folgt, passiert derzeit auch nichts Neues. Schließlich hat trotz Einspruch von CDU, FDP und Freie Wähler die Charlottenplatzlösung eine Mehrheit gefunden. Wir arbeiten aber daran, dass die Einzelschritte des Gesamtplans deutlicher im UTA besprochen werden und wesentliche Schritte auch dort entschieden werden.

Mit besten Grüßen

Dr. Günter Stübel
Stadtrat FDP
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