Dr. Dietmar Bartsch (DIE LINKE)
Kandidat Bundestagswahl 2005
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Dr. Dietmar Bartsch
Jahrgang
1958
Berufliche Qualifikation
Diplom Wirtschaftswissenschaftler
Ausgeübte Tätigkeit
Geschäftsführer Neues Deutschland
Wohnort
-
Wahlkreis
Schwerin - Ludwigslust
Ergebnis
21,3%
Landeslistenplatz
1, Mecklenburg-Vorpommern
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Persönliche Website
www.dietmar-bartsch.de
Fragen an Dr. Dietmar Bartsch
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Frage zum Thema Familie
11.08.2005
Von:

Was werden Sie tun, um Müttern (und Vätern) mit Behinderung eine gleichberechtigte Teilhabe bei der Wahrnehmung ihrer Betreuungs- und Erziehungsaufgaben zu ermöglichen?
Antwort von Dr. Dietmar Bartsch
5Empfehlungen
30.08.2005
Dr. Dietmar Bartsch
Sehr geehrter Herr Schuren,

vielen Dank für Ihre Frage. Bitte haben Sie dafür Verständnis, daß nicht jeder Kandidat zu jeder Frage eine ausführliche Antwort formulieren kann. Bezüglich Ihrer Frage möchte mich deshalb an die Antwort unseres Parteivorsitzenden Herrn Bisky anschließen, die meines Erachtens die Ziele der Linkspartei im von Ihnen angesprochenen Themenbereich ausführlich beantwortet. Sie finden sie unter:

www.kandidatenwatch.de/redirect.php?r=/index.php&cmd=7&idU4&abg_fra
gen?

Mit freundlichen Grüßen,
Dietmar Barsch
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Frage zum Thema Gesundheit
19.08.2005
Von:

Lieber Herr Dr. Bartsch,
Zeitungsberichten zufolge will ihre Partei alle Drogen legalisieren. Finden Sie diese Forderung vor dem Hintergrund von Tausenden von Drogenabhängigen nicht menschenverachtend?


Mitglied einer Selbsthilfegruppe
Antwort von Dr. Dietmar Bartsch
4Empfehlungen
30.08.2005
Dr. Dietmar Bartsch
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre berechtigte Frage, über die ich mich sehr freue, denn sie gibt mir Gelegenheit, eine durch die Presse gegangene Falschmeldung richtigzustellen.

Zeitungsberichte, die behaupten, die Linkspartei.PDS wäre für die Legalisierung aller Drogen (z.B. Bildzeitung, siehe www.bildblog.de/?pr4), sind schlicht falsch. Wie Sie in der Presse nachlesen können (siehe z.B. www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,368986,00.html), wollte die *Parteijugend in Sachsen* mit der Forderung nach Legalisierung aller Drogen auf Wahlkampftour gehen, wurde aber vom Landesverband gestoppt und kritisiert, genau so wie vom Parteivorstand.

Die Linkspartei.PDS tritt für eine Entkriminalisierung weicher Drogen, wie Cannabis, ein. Cannabisprodukte sollen nach unserer Auffassung legal und an Personen über 16 Jahre frei verkäuflich sein. Abgabestellen und Beipackzettel sollen über mögliche Risiken informieren.

Harte Drogen sollen unter ärztlicher Aufsicht abgegeben und Bedingungen für weichen Entzug geschaffen werden, *wenn* ein Entzug nicht erfolgreich ist und wirksame Mittel zur Entwöhnung fehlen. Das rettet Menschenleben, bremst die gesundheitliche und soziale Verelendung Betroffener und reduziert Beschaffungskriminalität. Drogensüchtige brauchen mehr Therapieplätze und bessere medizinische und soziale Betreuung, die ihnen mit Ausbildungs-, Arbeitsplatz-, Wohnungsangeboten und unterstützenden sozialen Kontakten (z. B. betreute Wohnprojekte) Perspektiven bieten.

Übrigens fordern wir für alle Drogen, darunter Alkohol, Tabak und andere Rauschmittel, ein absolutes Werbeverbot.

Mit freundlichen Grüßen

Dietmar Barsch
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Frage zum Thema Bürgerrechte
01.09.2005
Von:
Max

Ich halte es für sehr wichtig die Demokratie weiterzuentwickeln in Richtung Demokratie (=Volksherrschaft). Denn ich denke, alle Bürger müssen direkteren Einfluß auf die Gesetzgebung haben, als es heute der Fall ist.
Heutige Demokratie in Deutschland sieht doch nur die Möglichkeit vor, einen Vertreter zu Wählen, aber es gibt zumindest auf Bundesebene keine DIREKTE Demokratie.
Die Schweiz könnte uns da ein gutes Beispiel sein, oder?
Wie stehen sie zum Thema Direkte Demokratie und Volksentscheid?
Antwort von Dr. Dietmar Bartsch
4Empfehlungen
01.09.2005
Dr. Dietmar Bartsch
Sehr geehrter Herr ,

die Bundesrepublik Deutschland gehört zu den europäischen Ländern, in denen Formen direkter Demokratie unterentwickelt sind. Die 1990 gebotene historische Chance, das Grundgesetz durch eine moderne Verfassung mit mehr direkten Beteiligungsmöglichkeiten zu ersetzen, wurde ausgeschlagen. Die gern vorgebrachte These, mehr Demokratie würde das parlamentarische Rückgrat der Republik brechen, verkehrt sich de facto ins Gegenteil. Meinungsumfragen signalisieren eine zunehmende Politik-, Politiker- und Parteienverdrossenheit. Viele Bürger/innen fühlen sich mehr als Objekte der parlamentarischen Demokratie denn als Subjekte demokratischer Willensbildung. Untersuchungen belegen: 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung wollen in Sachfragen mehr mitbestimmen.

Die Linkspartei.PDS fürchtet Volksabstimmungen auf Bundesebene nicht. Im Gegenteil, direkte Beteiligungsmöglichkeiten können unsere Demokratie lebendiger machen: Beispiel EU-Verfassung. Wir wollen weg von der Zuschauerdemokratie hin zu einer Kultur der Beteiligung und des Dialogs. Den Bürgerinnen und Bürgern müssen erweiterte und unmittelbarere Möglichkeiten gegeben werden, aktiv an öffentlichen Entscheidungen mitzuwirken. Das verlangt die verfassungsrechtliche Verankerung und gesetzliche Ausgestaltung von Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheide.

Mit freundlichen Grüßen,
Dietmar Bartsch
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Frage zum Thema Energie
12.09.2005
Von:

Herr Dr. Brtsch, sicherlich ist Ihnen die Situation um den geplanten Braunkohleabbau in der Griesen Gegend bekannt. Ich hätte gern gewußt, wie Sie zum Braunkohleabbau stehen und ob bzw. wie Sie sich für die Verhinderung einsetzten würden.
Antwort von Dr. Dietmar Bartsch
3Empfehlungen
15.09.2005
Dr. Dietmar Bartsch
Sehr geehrter Herr ,

grundsätzlich muss es zu den Fragen eines "möglichen" Braunkohleabbaus in der Region Lübtheen eine solide, sachgerechte Prüfung und keine Hysterie geben. Diese Prüfung muss immer davon ausgehen, dass die Interessen der Region und der hier lebenden Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt stehen. Die Pläne der Mibrag sind aus der Sicht des Unternehmens in der herrschenden Marktwirtschaft legal. So sind auch die gegenwärtigen Untersuchungen bzw. Probebohrungen, die genehmigt wurden, einzuordnen.
Die Landesregierung ist genau wie die Kommunen vor Ort bei einem möglichen Antrag zum Kohleabbau (bis heute liegt ein solcher nicht vor) in der Pflicht, die Folgen eines möglichen Abbaus abzuwägen. Für mich als Kandidat der Linkspartei.PDS ist dabei auch entscheidend, wie sich die Bürgerinnen und Bürger in einem demokratischen Beteiligungsverfahren positioneren. In jedem Fall muss vor einer Entscheidung, die in keinem Fall kurzfristig getroffen werden darf, eine demokratische Beteiligung gewährleistet sein.

Mit freundlichen Grüßen,
Dietmar Bartsch
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