Dr. Dieter Wiefelspütz (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Dieter Wiefelspütz
Jahrgang
1946
Berufliche Qualifikation
Jurist, Richter a. D.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, selbst. Rechtsanwalt in Lünen
Wahlkreis
Hamm - Unna II
Landeslistenplatz
31, Nordrhein-Westfalen
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(...) Aus eigenem Wissen kann ich Ihre Frage nicht beantworten. Ich kenne die Vorgänge um die
Weserbank nicht. (...) Ich habe freilich keinen Anhaltspunkt dafür, daß der Bundesfinanzminister im Zusammenhang mit der IKB "einen Bock geschossen" hat. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
10.10.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Wiefelspütz,

die SPD hat Ihren Widerstand gegen die Speicherung von Fingerabdrücken im Personalausweis aufgegeben. Begründet wird dies mit den zusätzlichen Vorteilen des E-Ausweis, wie z.B. die Online Verifizierung.

Hier eine Nachricht für Sie und Ihre Kollegen: Ich bin an diesen zusätzlichen Möglichkeiten des E-Pass nicht interessiert. Ich will Sie nicht. Als jemand der in der IT Branche arbeitet halte ich dies für gefährlich und unverantwortlich. Bevor ich einen Personalausweis an einen Computer mit Internetverbindung hänge friert eher die Hölle zu. Und ich glaube auch nicht das z.B. meine Eltern die nicht einmal einen Computer besitzen an diesem Service Interesse habe.

Und wie lange glauben Sie dauert es bis die erhobenen Fingerabdrücke auch zentral gespeichert werden wenn die Infrastruktur erst einmal vorhanden ist? Ich kann Ihnen die Antwort sagen: Bis zum nächsten Regierungswechsel.

Deshalb meine Frage: Warum soll ich mir für einen Service den ich auf keinen Fall nutzen werde die Fingerabdrücke abnehmen lassen? Warum soll ich diesen Service mit meinen Ausweisgebühren mitfinanzieren? Wieso lässt die SPD Ihre Anhänger in solch wichtigen Fragen im Stich?

Ich bitte Sie sich zumindest dafür einzusetzen dass das ganze auf Freiwilligkeit beruht. Wer einen Pass mit Internetfunktionalität will soll sich meinetwegen die Fingerabdrücke abnehmen lassen und einen Chip einbauen lassen. Ich will das nicht. Und wenn ich den Chip in der Mikrowelle fritieren muss sobald ich meinen neuen Ausweis habe.
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
21Empfehlungen
13.10.2007
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

der ePersonalausweis ist ein SPD-Projekt. Warum sollte ich Widerstand gegen ein eigenes Projekt aufgeben? Die eingescannten Fingerabdrücke werden unmittelbar nach Herstellung des ePersonalausweises vernichtet. Es wird keine Datei geben. Das wird gesetzlich ausgeschlossen. Wie soll eine Datei möglich sein ohne Fingerabdrücke? Die Internetfähigkeit des neuen Ausweises wird optional sein. Niemand wird gezwungen, den neuen Ausweis für das Internet zu benutzen. Die Fingerabdrücke im Ausweis ermöglichen die blitzschnelle und zweifelsfreie Identifizierung einer Person. Das digitale Photo ist gut, die Fingerabdrücke sind in Zweifelsfällen noch besser zur Identifizierung geeignet. Der neue Personalausweis wird nicht nach Ihren Vorstellungen, sondern nach den Entscheidungen des Gesetzgebers entwickelt.

Mit freundlichen Grüßen
Dieter Wiefelspütz
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
11.10.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Wiefelspütz,

ich bin doch etwas betrübt über Ihre Antwort. Mir ist natürlich bewusst, dass sie mehr als provokant war, aber doch deswegen um nichts weniger wahr.

Dass der ePerso ein Rot-Grünes-Projekt ist, macht ihn keineswegs besser. Mit der Offenlegung der Einkünfte aus Nebentätigkeiten in diesem Jahr wurde bekannt, dass Otto Schily Vorstandsmitglied der Firmen ist, die die Biometrie-Hardware für den eReisepass (und in Anbetracht der Vergabepraxis der Regierung wohl auch für den ePerso) bereitgestellt haben. Vetternwirtschaft oder Weitsicht?

Gegen die Weitsicht spricht immerhin, dass (auch Sie) die Probleme mit RFID bpsw. gar nicht verstanden wurden (haben). Dass der ePass sehr wohl aus der Distanz ausgelesen werden kann, wenn die Maschinenlesbare-Zeile bekannt ist (und die kann man z. B. ebenfalls aus der Entfernung mit einer Kamera aufnehmen). Dass das biometrische Foto keineswegs zu einer Verbesserung der Identitätszugehörigkeitsüberprüfung herangezogen werden kann, weil derartige Systeme immer noch unglaublich hohe Fehlerraten haben (über 60% bei guten! Lichtverhältnissen). Nicht zuletzt: Dass alle Terroristen (wir erinnern uns bitte daran, dass Herr Schily die höhere Sicherheit vor Terroristen als eines der Hauptargumente genutzt hat) bisher immer einen gültigen Pass hatten, dass es also völlig egal gewesen wäre, ob der Pass jetzt sicherer oder unsicherer wäre... und und und...

Und dieses Erfolgsmodell soll jetzt übertragen auf den ePerso mit ähnlichen Augenwischerei-Argumenten schön gerdet werden, weil es ein Rot-Grünes-Projekt sei? Bei allem nötigen Respekt, Herr Wiefelspütz. Wenn Sie meine Ausführungen als Tiraden abtun, so ist das eine Sache, aber wenn Sie sich nicht umfassend informieren eine andere und noch dazu eine schwerwiegendere.

Daher meine Frage: Über welche Risiken und Probleme im Zusammenhang mit biometrischen Ausweisdokumenten wissen Sie Bescheid und können sie auch beispielhaft erläutern?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
31Empfehlungen
12.10.2007
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

ich hoffe, Sie überwinden Ihre Betrübnis. Der ePersonalausweis wird der beste und sicherste Personalausweis sein, der gegenwärtig möglich ist. Der neue Personalausweis wird state of the art sein. Es gibt keine relevanten Risiken und Nebenwirkungen. Sie lehnen den neuen Personalausweis ab. Damit muß ich leben. Pflegen Sie bitte weiter ihre Verschwörungstheorien.

Mit freundlichen Grüßen

Dieter Wiefelspütz
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
13.10.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Wiefelspütz,

heute ist zu lesen, die Bundesfamilienministerin plane, Kinder zu Testkäufen von Zigaretten, Alkohol und Gewaltfilmen loszuschicken www.spiegel.de

Was halten Sie als Innenexperte von solchen staatlich veranlassten Spitzeldiensten Minderjähriger?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
25Empfehlungen
13.10.2007
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

ich halte die "Idee" der Bundesfamilienministerin für verantwortungslos.

Mit freundlichen Grüßen

Dieter Wiefelspütz
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Frage zum Thema Verlängerung Afghanistan-Einsatz (ISAF, Tornado)
13.10.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Wiefelspütz,

1. Fertigen Sie bitte nicht einen potenziellen Wähler so von oben herab ab! Der Schuß könnte nach hinten losgehen

2. Entschuldigen Sie meine Wortwahl:
Haben wir den Verteidigungsfall Abschnitt X a. (Artikel 115 a bis 115 l) GG oder hat Bush unsere Regierung schon im Sack? Ich sehe an unseren Grenzen keine Afghanen mit bedrohlichen Waffen, die unser Land einnehmen könnten.

Deutschland sollte kein Krieg spielen. Auch nicht mit den angeblichen "Guten".

mfG.
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
19Empfehlungen
14.10.2007
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

ich antworte, wie ich das für richtig halte. Und Sie ziehen daraus die Schlüsse, die Sie für richtig halten. Mich zu belehren, steht Ihnen freilich nicht zu.

Der Mitglieder des Deutschen Bundestages haben mit sehr großer Mehrheit für die Verlängerung des ISAF-Einsatzes in Afghanistan gestimmt. Sie sind anderer Auffassung. Das respektiere ich. Ich bin anderer Auffassung als Sie. Das wiederum werden Sie respektieren müssen.

Der ISAF-Einsatz ist mandatiert durch die Vereinten Nationen. Der Frieden beginnt nicht erst an den Landesgrenzen Deutschlands. Haben Sie schon einmal etwas von der Verantwortung der Staatengemeinschaft für den Frieden in der Welt gehört? Denken Sie nur an sich?

Mit freundlichen Grüßen

Dieter Wiefelspütz
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
14.10.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Wiefelspütz,

seit einiger Zeit frage ich mich, ob der Gang nach Karlsruhe zugenommen hat. Zumindest habe ich subjektiv den Eindruck, dass die dortigen Senate sich zunehmend mit der Prüfung von Gesetzen beschäftigen (müssen).

Ich bin zwar nicht im Recht sonderlich bewandert, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass allgemein nicht nur eine Korrekturfunktion sondern auch indirekt politische Vorgaben erwartet werden.

Für eine kurze Antwort danke ich Ihnen.

Mit freundlichen Grüssen
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
19Empfehlungen
14.10.2007
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

das Bundesverfassungsgericht kann dem Parlament die gesetzgeberische Verantwortung nicht abnehmen. Der Gesetzgeber läßt sich diese Verantwortung auch nicht abnehmen. Es kann im Einzelfall aber ein Gebot der Klugheit sei, eine aktuell anstehende Grundsatzentscheidung des Gerichts abzuwarten. Vor allem dann, wenn rechtlich Neuland betreten werden soll und der Zufall es will, daß sich das streitige Thema auf dem Prüfstand des Bundesverfassungsgerichts befindet. So geschieht es gegenwärtig bei der umstrittenen Frage der Online-Durchsuchung. Der Bundesinnenminister ist anderer Auffassung als ich. Ich habe die besseren Argumente und werde mich durchsetzen. Wir warten das Urteil des Gerichts ab.

Mit freundlichen Grüßen

Dieter Wiefelspütz
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