Dr. Barbara Höll (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Barbara Höll
Jahrgang
1957
Berufliche Qualifikation
Diplom Philosophin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Leipzig I
Landeslistenplatz
5, über Liste eingezogen, Sachsen
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(...) Wir setzen uns für ein Recht auf Adoption auch für Homosexuelle ein und verlangen die Anerkennung und Gleichbehandlung der entstandenen vielfältigen Formen menschlichen Zusammenlebens und gegenseitiger Verantwortung. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
12.11.2007
Von:
Uwe

Sehr geehrte Frau Dr. Höll

Warum wird in der Bundesregierung (egal welche Partei) nicht einmal Ansatzweise darüber nachgedacht, sich der langsam ins Unermessliche drehenden Benzinpreisschraube anzunehmen? Und bitte lassen Sie die Mineralölgesellschaften aussen vor - weit über die Hälfte des Benzinpreises geht als Steuern an den Staat. Dieser Regierung scheint nicht im geringsten klar zu sein, wie explosiv die Stimmung im eigenen Land ist, während die nächste Diätenerhöhung bereits beschlossen ist und unsere Kanzlerin sich um Afrika & Co. kümmert, ihr eigenes Land und damit Volk jedoch komplett zu vergessen scheint.

Mit freundlichem Gruß:
Uwe
Antwort von Dr. Barbara Höll
10Empfehlungen
13.11.2007
Dr. Barbara Höll
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage.
Die Bundestagsfraktion DIE LINKE ist nicht Bestandteil der Regierungskoalition. Unsere Einflussmöglichkeiten beschränken sich daher auf die klassische parlamentarische Oppositionsarbeit.

Uns ist die Problematik steigender Benzinpreise bewusst. Allerdings halten wir eine Senkung der Mineralölsteuer aus steuersystematischen und ökologischen Gründen für eine nicht geeignete Reaktion. Anders verhält es sich bei der die Benzinpreise ebenfalls betreffenden Mehrwertsteuer: Hier war DIE LINKE explizit gegen die zum 1. Januar 2007 vorgenommene Erhöhung.
Für eine Entlastung der Arbeitnehmer/-innen von den steigenden Benzinpreisen würde auch unser, von allen anderen Parteien abgelehnter Vorschlag aus der vergangenen Woche sorgen, die Entfernungspauschale nach alter Regelung wieder einzuführen - d.h. die Wiedereinführung der vollen steuerliche Anerkennung des Fahrwegs zur und von der Arbeitsstätte ab dem ersten Kilometer.

Zur Information: Die Bundestagsfraktion DIE LINKE ist gegen eine Erhöhung der Diäten und verhält sich bei den diesbezüglichen Abstimmungen im Bundestag entsprechend.

Mit freundlichen Grüßen

i.A.
Christoph Sauer
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Frage zum Thema Finanzen
13.11.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Höll,

ich habe zum Glück noch Arbeit, gehe aber ,um mein Einkommen, welches zum Leben als Alleinerziehender mit 1 Kind nicht ausreicht ,noch einer Nebentätigkeit nach.
Ich kann dabei zum Glück mein Hobby, welches einmal mein Beruf war, wieder ausüben und Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen eine musikalische Ausbildung vermitteln.
Ich leite nun seit über 3 Jahren ein Jugendblasorchester underhalte dafür eine Aufwandsentschädigung (incl. aller anfallenden Kosten) von 700,-€.
Nun wurde ich vom Finanzamt duch einen fehlerhaften Eintrag in der Lohnsteuerkarte, dahingehend eingestuft, dass ich eine selbständige Tätigkeit ausübe.
Ich habe die Beamte des Amtes darauf hingewiesen, dass es sich um ein Versehen handelte, aber mir wurde mitgeteilt, dass jeder der nebenbei Geld verdient selbständig ist.
Nun steigt aber dadurch meine Steuerbelastung auf 28%, da dieses Einkommen (Kosten werden nur anteilig berücksichtigt) mit dem Haupteinkommen versteuert wird.
Ich habe dem Finanzamt V ertrag mit dem Verein vorgelegt, um glaubhaft zu machen, dass ich dort angestellt bin und nicht selbständig, aber ohne Erfolg.
Hätte mich das Finanzamt nicht daraufhinweisen können, dass ich mit der Minijobregelung und dem Übungsleiterfreibetrag ein besser dran wäre?
Ich bin echt am Überlegen, dass ich die Orchesterleitertätigkeit in diesem Verein aufgebe, da die Steuerbelastung höher ist als erwartet und die entstehenden Kosten fast nichts übrig lassen.
Es lohnt sich anscheinend wirklich nicht wenn man in Deutschland fleißig ist, da der Staat einem wirklich das Geld aus der Tasche zieht.
Ist meine Annahme überhaupt richtig, dass ich mit einem 400,-€-Job und der Übungsleiterpauschale keine Steuer für diese Tätigkeit entrichten müsste, so wie es in zahlreichen Veröffentlichungen im Internet dargestellt wird?
Ist es so, dass jeder Arbeinehmer eine Minijob zusätzlich steuerfrei haben darf?
Was kann ich gegen die Falscheinstufung durch das Finanzamt tun?

Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus!
Antwort von Dr. Barbara Höll
5Empfehlungen
16.11.2007
Dr. Barbara Höll
Sehr geehrter Herr ,

leider kann und darf ich Ihnen auf Ihre Fragen keine exakten Antworten geben: Zum einen reichen die von Ihnen geschilderten Umstände für eine genaue Beurteilung nicht aus, zum anderen darf ich von Gesetz wegen nicht steuerberatend tätig werden.
Ich kann Ihnen nur folgende Tipps geben:
1. Legen Sie unbedingt Widerspruch bei dem für Sie zuständigen Finanzamt ein.
2. Lassen Sie sich von einer kompetenten Stelle beraten. Als abhängig Beschäftigter können Sie sich auch von einem Lohnsteuerhilfeverein beraten lassen. Dort hilft man Ihnen auch beim Formulieren und Einreichen des Widerspruchs.
3. Falls alles nicht hilft, reichen Sie eine Beschwerde beim Finanzministerium ein.
Mit der Bitte um Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen

i.A.
Christoph Sauer
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Frage zum Thema Finanzen
01.12.2007
Von:
-

Sehr geehrte Frau Dr. Höll,

Herr Dr. Gysi hat mich an Sie verwiesen, nachfolgend mein Beitrag und meine Fragen im O-Text:

Leider überlagert von polarisierenden Themen wie Nichtraucherschutz, Verteidigung der deutschen Freiheit am Hindukusch usw. ist mit Rechtswirksamkeit 1.8.2006 die Verfügungslage über das Vermögen und die Schulden der Bundesrepublik neu geregelt worden, einmal durch das "Bundesschuldenwesengesetz vom 12. Juli 2006 (BGBl. I S. 1466)" und das "Gesetz über das Personal der Bundeswertpapierverwaltung".

Hier werden die Verwaltung über Schulden und Vermögen des Bundes auf eine 25.000-Euro-GmbH. mit Namen "Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur" übertragen und dann auch gleichzeitig das ganze Personal der Bundeswertpapierverwaltung der GmbH. als Mitarbeiter zur Verfügung gestellt.

Im Artikel 4 des "Bundesschuldenwesengesetz " werden der GmbH. weitgehende Freiheiten gewährt, besonders erschreckend ist, dass auch ausdrücklich "derivative Finanzierungsinstrumente", also Glücksspiel im Hochfinanzmarkt erlaubt.

Da sich die GmbH. auf Ihrer Homepage als Bank darstellt, stellt sich mir die Frage, warum einem Spekulationskonsortium, denn nichts anderes sind Banken heute, derart unglaubliche Vollmachten erteilt werden, mit Bundesvermögen nach Belieben zu verfahren.

Dass es sich um Bundesvermögen handelt, geht aus der Ablehnung eines Insolvenzantrages gegen die GmbH. hervor, in dem der Richter ausdrücklich erklärt, dass gegen das Bundesvermögen ein Konkursverfahren nicht durchgeführt werden kann.

Können Sie mir sagen, weshalb Verfügungsrechte und Hoheitsrechte in diesem hoch sensiblen Bereich aus den Behörden ausgegliedert werden und was hinter dem Ganzen steckt?

Mit freundlichen Grüssen und allen guten Wünschen für Sie

-

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Frage zum Thema Inneres und Justiz
26.01.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Höll !

Als lesben- und schwulenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag wende ich mich heute als neues Mitglied der Partei Die Linke auch an Sie. Die Linke.queer ist Ihnen bekannt. Die BAG und 8 LAGs Queers sind als Arbeitsgruppen anerkannt. Das nächste Bundestreffen findet Anfang Februar in Saarbrücken statt. Ich vermisse bisher eine Erklärung/Position zur geplanten Verschärfung im Sexualstrafrecht der Regierungskoalition.

Die Gesetzentwürfe von SPD und CDU/CSU werden nach zweimaliger Absetzung von der Tagesordnung des Bundestages demnächst wieder im Rechtsausschuss beraten. Die Opposition(Die Linke, Grüne, FDP), sowie sechs von acht Sachverständigen bei der Anhörung als auch die Medien hatten erhebliche Kritik am Gesetzentwurf geäußert. Dieser Kritik möchte ich mich anschließen und habe dazu drei Fragen, die Sie mir bitte beantworten möchten:

1.Es soll ein neuer Straftatbestand zu § 184 StGB geschaffen werden – Jugendpornografie. Dazu soll das "Schutzalter" auf 18 Jahre angehoben werden. Damit werden in Zukunft alle Jugendlichen unter 18 Jahren als Kinder eingestuft. Frage: Mit welcher Begründung halten Sie eine solch jugend-kriminalisierende Anhebung für notwendig und rechtmäßig?

2.In Zukunft soll auch das sogenannte "Posing" als Kinder- und Jugendpornografie unter Strafe gestellt werden. Mit diesem latenten Rechtsbegriff stehen alle bisher legalen FKK-Aufnahmen auf dem Prüfstein zur verbotenen Pornografie. Frage: Wie wollen Sie dieser Rechtsunsicherheit entgegen wirken ?

3.Die bisher geltende Gesetzgebung und Rechtsprechung hat sich aus der Sicht des Gesetzgebers und der Justiz bewährt. Abgesehen von den EU-Richtlinien gibt es keine zwingende Not das Sexualstrafrecht erneut zu verschärfen. Frage: Weshalb also sollen neue Täter produziert und in Folge der ganze Justizapperat damit belastet werden?

Stimmen auch Sie im Bundestag gegen ein neues Sexualstrafrecht !!

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Barbara Höll
2Empfehlungen
08.04.2008
Dr. Barbara Höll
Sehr geehrter Herr ,

leider komme ich erst jetzt dazu Ihr Anliegen zu bearbeiten. Sie haben sich mit Ihrem Anliegen ebenfalls an meinen Fraktionskollegen Dr. Wolfgang Neskovic gewandt. Herr Dr. Neskovic hat die ihm und mir identisch gestellten Fragen auch in meinem Sinne beantwortet. Ich habe dem nur wenig hinzuzufügen.
( siehe: www.abgeordnetenwatch.de ).

Ich möchte allerdings bemerken, dass sich die Fraktion DIE LINKE wie auch BAG DIE LINKE.QUEER gegen Versuche wehrt, Sexualität zwischen Erwachsenen und Kindern grundsätzlich zu entkriminalisieren. Es kann aus meiner Sicht keinen einvernehmlichen Sexualkontakt zwischen einem Erwachsenen und einem Kind geben. Dies ist , so hoffe ich, auch ihre Grundintention. Ich verweise in diesem Kontext auf das gültige Grundsatzpapier der BAG DIE LINKE.QUEER, in dem es lautet:

"Eingriffe in die freie Entwicklung von Kindern müssen sich immer am Ziel der Befähigung zur Selbstbestimmung legitimieren. Auch deshalb betrachten wir sexuelle Beziehungen zwischen Kindern und Erwachsenen in keinem Falle als einvernehmlich. Machtunterschiede, wie finanzielle Zwänge, sehr unterschiedliche Erfahrungen, psychische und physische Gewalt führen dazu, dass sexuelle Handlungen zwischen Kindern und Erwachsenen nicht selbstbestimmt für alle Beteiligten lebbar sind. Wir treten dem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Kinderpornografie und der Prostitution Minderjähriger aktiv entgegen."

Unter dieser Prämisse wende ich mich gegen eine nicht substanziell begründete und dem Schutz von Kindern und Jugendlichen widersprechende Verschärfung des sich bewährten Sexualstrafrechts.
Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Barbara Höll
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Frage zum Thema Finanzen
07.04.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Höll,

seit nunmehr einem Jahr wird die internationale Finanzwelt von einer Krise heimgesucht, deren Ende nicht in Sicht scheint. Es drängt sich mir auf Grund intensivster Beobachtungen die Erkenntnis auf, dass diese Krise unmittelbar mit unserem Finanzsystem und unserer Wirtschaftspolitik zusammenhängt.

Insbesondere eine Plausibilität einer auf exponentiellem Wachstum fußenden Finanzpolitik, bei welcher eine innewohnende Deflation stets durch eine gezielte Inflation der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgeglichen werden muss, scheint mir nicht vorhanden zu sein. Die EZB spricht dabei von Preisniveaustabilität, wenn real eine Inflation von 1-2% angestrebt wird.

Es wäre darüber hinaus ebenso interessant zu erfahren, ob und wie Sie und Ihre politische Bewegung die Schuldenproblematik der Geldentstehung ausschließlich durch Kredit betrachten und welche Gegenmaßnahmen Sie zur kommenden Deflationskrise, der ich sehr besorgt gegenüberstehe, als geeignet erachten.

Desweiteren stellt sich mir konsequenterweise die Frage, wie ein Finanzsystem, das einem Kettenbrief gleichkommt, überhaupt irgendeine rechtliche Legitimation besitzen kann und man sich an einem ständigen Wachstumszwang zur Zinsbedienung orientiert, der auf Grund der menschlichen Eigenschaft, nicht mehr und mehr bis ins Unendliche leisten zu können, vollkommen unmöglich ist und ganz zwangsläufig irgendwann in einer Krise enden muss.

Ich bitte Sie ausdrücklich um eine klare Stellungnahme Ihrerseits, sowie ob meiner dringenden Befürchtung einer nahenden desolaten Wirtschaftskrise einer Klärung der genannten Sachverhältnisse in einem Ausschuss ihrer Fraktion, in der diese Dinge klar und deutlich zur Sprache kommen und diskutiert werden können.

Vielen Dank.


Hochachtungsvoll,

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