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Sehr geehrte Frau Bulfon!
Vielen Dank für Ihre Antwort. Halten Sie eine Pflegekammer auch im Hinblick auf die anschließend aufgeführten Darlegungen für nicht sinnvoll?
Eine Pflegekammer kann stellvertr. für die Berufsgruppe sprechen und so dafür sorgen, dass pflegewissenschaftliche Erkenntnisse in politische Entscheidungen, die Qualitätskontrolle, die Fort- und Weiterbildung und in öffentliche Debatten einfließen. Die Berufsverbände können diese berufspolitische Aufgabe nicht übernehmen, da hier nur ca. 10% der Pflegekräfte organisiert sind. (vgl. www.dip.de/datenbank-wise/detail/?no_cache=1&tx_dipwise_pi2[uid]=414). Als Pflegende weiß ich, dass eine Aufwertung meines Berufes nicht rein mit Bezahlung, Personalausstattung und Entschlackung von Dokumentation zusammenhängt, sondern eben auch mit dem Problem, dass aktuell niemand für "die Pflege" sprechen kann, aber alle anderen über sie.
Die Berufsverbände sprechen sich geschlossen für die Einrichtung einer Kammer aus (www.pflegekammer.de/Mitglieder.htm). Auch ich als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin bin der Meinung, dass es sich hier nicht um "Zwang" sondern um staatl. "Hilfe zur Selbsthilfe" für unsere Berufsgruppe handeln würde. Diejenigen, die eine berufspol. Interessenvertretung für notw. halten, sind aktuell gezwungen, hohe Mitgliedsbeiträge für die Verbände zu zahlen, die wenig politischen Einfluss haben. Die Mitgliedsbeiträge einer Kammer fallen vermutlich geringer aus, wir hätten aber einen weitaus größeren Nutzen davon. Schulpflicht oder Steuerpflicht sind ebenfalls "Zwänge", von denen die Bürger aber einen Nutzen tragen.
Eine weitere Frage, die sich mir stellt: Wieso soll durch die Zentralisierung von Aufgaben, die aktuell von vielen unterschiedlichen Behörden ausgeführt werden, die Bürokratie steigen? Selbst die Kammerbeiträge könnten von den Arbeitgebern automatisiert abgeführt werden.
Für die Beantwortung meiner Fragen wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Herzliche Grüße,
J.