Dorothea Henzler (FDP)

Dorothea Henzler
Jahrgang
1948
Berufliche Qualifikation
Ingenieurassistentin
Ausgeübte Tätigkeit
MdL
Wohnort
-
Wahlkreis
Hochtaunus II
Ergebnis
13,9%
Landeslistenplatz
-
(...) Es ist richtig, dass die Hauptschulen zunehmend gemieden werden. Gleichwohl muss man jedoch auch bedenken, dass eine Abschaffung der Hauptschulen nicht zu einer Abschaffung der Hauptschülerinnen und Hauptschüler führt. Deswegen wollen wir den Bildungsgang Hauptschule stärken und mit einer eigenen Didaktik ausstatten, die in enger Kooperation mit Betrieben und beruflichen Schulen praxisorientiert und berufsvorbereitend angelegt ist und die Schülerinnen und Schüler besser als bisher auf ihren angestrebten Beruf vorbereitet. (...)
 
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Frage zum Thema Innere Sicherheit und Justiz
12.12.2008
Von:

Frau Abgeordnete,

das Thema Jugendkriminalitaet scheint auch im zweiten Anlauf der Hessenwahl ein wichtiges Thema zu werden. Wie die Staatswanwaltschaft Frankfurt heute mitteilte, wird erneut Anklage erhoben gegen 2 der sog. U-Bahn-Schlaeger, weil sie im Sommer einen Jugendlichen niedergestochen haben. Dieselben Taeter haben am Anfang diesen Jahres einen U-Bahn-Fahrer in Frankfurt verpruegelt. Seit dem haben sie mehrfach gegen die Bewaehrungsauflagen verstossen und sind auch gegenueber Polizeibeamten ausfaellig geworden.
Auch im Hochtaunuskreis liest man woechentlich von Straftaten, an denen Jugendliche beteiligt sind.
Wie bewerten Sie die Situation und wie nehmen Sie dazu Stellung?

Vielen Dank
Antwort von Dorothea Henzler
3Empfehlungen
17.12.2008
Dorothea Henzler
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage zum Thema Jugendkriminalität. In erster Linie meint die FDP, hier handelt es sich um ein gesamtgesellschaftliches Problem, das wir mit unterschiedlichen Maßnahmen angehen müssen, die bereits in der frühkindlichen Bildung und der Schule beginnen.

Konkret erachten wir es aber auch als wichtig, dass gegen jugendliche Straftäter vorgegangen wird. Das bestehende Jugendstrafrecht bietet hier genug Möglichkeiten, so dass wir nicht meinen, es bedürfe umfangreicher Verschärfungen. Zu beachten ist, dass jede Maßnahme im Spannungsfeld zwischen Repression und Prävention steht. Genauso ist bei der Betrachtung wichtig, einen sowohl tat- als auch täterorientierten Standpunkt einzunehmen.

Wichtig ist, den bestehenden gesetzlichen Rahmen auch zu nutzen. Entscheidend ist gerade bei jugendlichen Tätern, dass die Strafe der Tat auf dem Fuße folgt. Nur so erleben die – meist noch besser zu beeinflussenden Jugendlichen – den unmittelbaren Zusammenhang zwischen ihrem Verstoß gegen die Rechtsordnung und der darauf folgenden Sanktion. In diesem Zusammenhang machen wir uns beispielsweise für das Modellprojekt der Häuser des Jugendrechts stark, die es bereits in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gibt (jeweils unter Regierungsbeteiligung der FDP eingeführt). Dort können alle wichtigen Behörden und Organe, die mit der Verfolgung von Jugendstraftaten befasst sind, zusammen unter einem Dach arbeiten. Vorzug ist nicht nur eine bessere Abstimmung, die zu individuellen Lösungen führt, sondern in der Regel auch eine wesentliche Abkürzung der Verfahrensdauer.

Mit freundlichen Grüßen
Dorothea Henzler
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Frage zum Thema Bildung
20.12.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Henzler,

wieviel Euro sind pro Schüler in der Grundschule und den weiterführenden Schulen für eine gute Ausbildung notwendig?

Wo sollte in den nächsten Jahren mehr und wo weniger investiert werden?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dorothea Henzler
1Empfehlung
30.12.2008
Dorothea Henzler
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihr Interesse. Die FDP hält es für notwendig im Schulbereich insgesamt mehr Mittel einzusetzen, um allen jungen Menschen eine bessere Bildung zu ermöglichen. Bislang werden mit ca. 3.500 Euro Kosten je Schüler im Grundschulbereich weniger Mittel eingesetzt als in den weiterführenden Bildungsgängen (ca. 4.500 Euro jährliche Kosten je Schüler). Eine Verstärkung der vorschulischen und der frühen schulischen Bildung ist jedoch von zentraler Bedeutung, um allen Kindern eine gute Ausgangsbasis für ihre weitere Schullaufbahn zu ermöglichen. Deshalb wollen wir Liberale besonders in diesen Bildungsbereich investieren und ein verpflichtendes Vorschuljahr für alle fünfjährigen Kinder einrichten, in welchem die Kinder durch gezielte individuelle Förderung, insbesondere im sprachlichen, motorischen und kognitiven Bereich, durch Erzieher- und Grundschulpersonal auf die Schule vorbereitet werden und der Übergang von Kindergarten zu Schule so für alle erleichtert wird. Darüber hinaus setzt sich die FDP für eine bessere Personalausstattung in der Grundschule sowie in den weiterführenden Bildungsgängen in Form einer 105%igen Lehrerversorgung ein. Die Schulen sollen die Möglichkeit erhalten, von dieser 105%igen Zuweisung bis zu 20% in Geld zu bekommen und über den Einsatz dieser Mittel selbst zu entscheiden. So können Schulen je nach Bedarf neben Lehrkräften auch über Sozialpädagogen, Psychologen oder sonstige Kräfte abgestimmt auf das jeweilige Schulprofil verfügen, die für eine individuelle Förderung wichtig sind. Auch den Ausbau von Ganztagsangeboten und -schulen werden wir gezielt vorantreiben und uns für die Bereitstellung der entsprechenden Mittel einsetzen. Alles in allem sind für diese Maßnahmen rd. 150 Mio. Euro nötig.


Mit freundlichen Grüßen

Ihre Dorothea Henzler
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Frage zum Thema Bildung
25.12.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Henzler,

die FDP tritt ja für die Beibehaltung der Hauptschule ein. Dass die Hauptschulen ein "Imageproblem" haben dürfte sich mittlerweile bis zu jedem herumgesprochen haben. Unabhängig davon, ob und evtl. wie erfolgreich man die Hauptschule fördert/unterstützt/reformiert - was würden Sie tun, wenn Eltern und Schüler einfach mit den Füßen abstimmen und immer weniger Kinder in Hauptschulen schicken (was ja der Trend ist), so dass sich am Ende doch die Existenzberechtigung der Hauptschulen stellt? (weil ja freiwillig kaum noch jemand dorthin geht)

Würden Sie dann schwächere Schüler dazu "verpflichten" auf die Hauptschule zu gehen? Oder würden Sie es bei der Wahlfreiheit belassen - auch mit der Folge, dass die meisten Hauptschulen wegen Schülermangels geschlossen werden müssten?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dorothea Henzler
1Empfehlung
29.12.2008
Dorothea Henzler
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Die FDP tritt für den Erhalt der drei Bildungsgänge und -abschlüsse (Haupt-, Realschule und Gymnasium) ein, weil wir Liberale für alle jungen Menschen ein Bildungsangebot nach Neigung und Begabung unterbreiten wollen. Jeder Bildungsabschluss muss die Anschlussfähigkeit in den nächst höheren Bildungsgang gewährleisten und die Schülerinnen und Schüler dazu ermuntern, diese anzustreben. Es ist richtig, dass die Hauptschulen zunehmend gemieden werden. Gleichwohl muss man jedoch auch bedenken, dass eine Abschaffung der Hauptschulen nicht zu einer Abschaffung der Hauptschülerinnen und Hauptschüler führt. Deswegen wollen wir den Bildungsgang Hauptschule stärken und mit einer eigenen Didaktik ausstatten, die in enger Kooperation mit Betrieben und beruflichen Schulen praxisorientiert und berufsvorbereitend angelegt ist und die Schülerinnen und Schüler besser als bisher auf ihren angestrebten Beruf vorbereitet. Es geht uns nicht darum, einzelne Hauptschulstandorte künstlich am Leben zu halten, vielmehr sollen Schulen eigenverantwortlich Haupt- und Realschüler gemeinsam unterrichten können, beide Abschlüsse anbieten und die Schüler gezielt darauf vorbereiten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Dorothea Henzler
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Frage zum Thema Bildung
15.01.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Henzler,
im Wahlwerbeprospekt für die kommende Landtagswahl schreiben Sie, dass die Verkürzung der Schulzeit von neun auf acht Jahre eine erhebliche Belastung für die Schüler ist. Gleichzeitig wollen Sie ein verpflichtendes Vorschuljahr für alle fünfjährigen Kinder einführen. Dann bleibt die Schulzeit (für Abiturienten) doch bei insgesamt 13 Jahren, die der anderen Schulformen (sollten sie so wie bisher bestehen bleiben) würden sich um ein Jahr verlängern.
Ist Ihrer Meinung nach fünfjährigen Kindern schon ein (Pflicht)vorschuljahr zuzumuten? Wäre es dann nicht besser, man würde G8 wieder abschaffen?
Mit Spannung erwarte ich Ihre Antworten!
Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Dorothea Henzler
1Empfehlung
16.01.2009
Dorothea Henzler
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage. In der Schulpolitik gilt für uns Liberale das Prinzip "früher rein und früher raus". Die Umwandlung des letzten Kindergartenjahres zu einem verpflichtenden Vorschuljahr für alle Fünfjährigen soll jedoch keine "verschulte" Einrichtung werden, sondern soll durch altersgerechte Pädagogik und intensive individuelle Förderung die Kinder besser auf die Schule vorbereiten als dies der Kindergarten bislang leisten kann. Das Vorschuljahr soll den Übergang in die Grundschule erleichtern und den Grundstein für eine erfolgreiche Schullaufbahn legen. Wenn die Schülerinnen und Schüler am Schulstart besser für die Schule gerüstet sind, werden sie, unterstützt durch eine stärkere individuelle Förderung und angeleitet durch eine neue Unterrichtsgestaltung im Rahmen von stärker eigenverantwortlich arbeitenden Schulen, in die Lage versetzt, die Schulzeit im gymnasialen Bildungsgang schneller zu durchlaufen. Denn wir halten die Schulzeitverkürzung für notwendig, um die nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit der jungen Menschen in Hessen zu erhalten.

Die FDP hält es jedoch für unerlässlich, G8 weiter zu verändern, sodass Schülerinnen und Schüler und auch die Lehrkräfte entlastet werden. Wir setzen uns dafür ein, dass die Lehrpläne weiter gekürzt werden mit dem Ziel, dass nur noch 70% des Lernstoffes vorgegeben wird, sodass für Schüler und Lehrer mehr Zeit für die Vertiefung des Stoffes, für eine eigenverantwortliche Unterrichtsgestaltung und für selbstständiges Lernen bleibt. Durch mehr Personal - wir fordern eine 105%ige Lehrerversorgung an allen Schulen - und durch den zügigen Ausbau des Ganztagsbetriebs insbesondere an den G8-Schulen wollen wir den Schulen bessere Rahmenbedingungen für die Bewältigung von G8 geben. Darüber hinaus werden wir die von uns in der vergangenen Legislaturperiode durchgesetzte Wahlfreiheit für Kooperative Gesamtschulen zwischen G8 und G9 sicherstellen, damit Eltern und Schüler weiterhin eine Alternative zu G8 haben.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Dorothea Henzler
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