Diätenerhöhung
Diätenerhöhung
Mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen hat der Bundestag eine Erhöhung der Abgeordnetendiäten ab 2008 beschlossen. Aus Union und SPD gab es auch vereinzelte Nein-Stimmen. Die Oppositionsparteien votierten mehrheitlich gegen die erste Diätenerhöhung seit 2003.
Hintergrundinformationen
"Die Abgeordneten verdienen mehr als viele Wählerinnen und Wähler und weniger als viele Führungskräfte in der Wirtschaft, den Verbänden oder den Gewerkschaften", heißt es in dem Gesetzesentwurf von CDU/CSU und SPD. "In der Öffentlichkeit wird die Höhe der Abgeordnetenentschädigung weit überwiegend - wenn auch natürlich nicht von allen - akzeptiert."

Dass eine Diätenerhöhung nach mehrjährigen Null-Runden "angemessen" sei, begründen die Koalitionsfraktionen mit der positiven wirtschaftlichen Entwicklung.

Der Gesetzesentwurf sieht folgende Änderungen vor:
  • Die Abgeordnetendiäten sollen in zwei Schritten an die Vergütung der Bürgermeister kleiner Städte und Gemeinden mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern und der einfachen Bundesrichter angepasst werden. Danach erfolgt eine Koppelung: Steigt die Vergütung von Bürgermeistern und einfachen Bundesrichtern, erhöht sich auch die Abgeordnetenentschädigung, die jedoch jedes Mal vom Bundestag beschlossen werden muss.
  • Im ersten Schritt steigt die Abgeordnetenentschädigung zum 1.1.2008 um 330 Euro auf 7339 Euro monatlich. Für den zweiten Schritt ist ab 1.1.2009 eine Anhebung von 329 Euro auf 7668 Euro vorgesehen. Dieser Satz ist im Übrigen nicht beliebig festgelegt. 330 Euro entspricht einer Steigerung von 4,7 Prozent - "dieser Steigerungssatz dürfte dem Anstieg der durchschnittlichen Erwerbseinkommen von 2005 bis Ende des Jahres 2007 entsprechen," heißt es im Gesetzesentwurf. "Mit der Anhebung um weitere 329 Euro zum 1. Januar 2009, die 4,48 von Hundert beträgt, wird nicht nur die Orientierungsgröße erreicht, sondern auch die voraussichtliche Steigerung des durchschnittlichen Erwerbseinkommens bis zur nächsten Anpassung der Abgeordnetenentschädigung frühestens im Jahre 2010 berücksichtigt." Insgesamt entstehen Mehrkosten für die Jahre 2008 und 2009 von je 2,4 Mio. Euro.
  • Der Anstieg der Altersentschädigung soll künftig nur noch bei 2,5 Prozent der jährlichen Abgeordnetenentschädigung liegen. Derzeit bekommt ein Parlamentarier nach acht Jahren 24 Prozent der Diäten als Altersversorgung. In Zukunft sollen es nur noch 20 Prozent sein. Dies werde langfristig zu einem Einsparvolumen führen, heißt es im Gesetzesentwurf.
  • Für den Höchstsatz der Altersentschädigung von 67,5 % der Diäten muss ein Abgeordneter künftig mindestens 27 Jahre statt bislang 23 Jahre Parlamentsmitglied gewesen sein. Diesen Höchstanspruch, so heißt es im Koalitionsantrag zur Erklärung, "erwerben aber nur wenige Abgeordnete".
  • Auch für Abgeordnete gilt künftig die "Rente mit 67".

Dass die Abgeordneten selbst über die Erhöhung ihrer Diäten entscheiden, geht auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zurück. Dieses hatte dem Bundestag aufgegeben, selbst über jede Diätenerhöhung "vor den Augen der Öffentlichkeit" zu entscheiden. "Die Entscheidung über die Höhe der Entschädigung kann daher nicht auf eine unabhängige Expertenkommission übertragen oder durch eine automatische jährliche Anpassung in der Höhe der überdurchschnittlichen Steigerung der Löhne und Gehälter ersetzt werden," heißt es im Antrag.

Die Koalitionsfraktionen sehen keine überzeugenden Alternativen zu dem vorgelegten Gesetzesentwurf: Eine Beibehaltung der geltenden Rechtslage würde die Kritik an den Steigerungssätzen der Altersentschädigung außer Acht lassen. Und eine Diätenerhöhung ohne Änderungen bei der Altersversorgung "würde öffentlich auf keine Akzeptanz stoßen".

Auf Kritik stoßen die Pläne von CDU/CSU und SPD bei der Opposition. FDP, Grüne und Linke stimmen darin überein, dass die Abgeordneten selbst für ihre Altersversorgung aufkommen sollten. Kritisiert wird ferner der Alleingang der Koalitionsfraktionen. Diese hätten die kleinen Parteien vor vollendete Tatsachen gestellt.

Zahlreiche Bundestagsabgeordnete haben auf abgeordnetenwatch.de bereits Stellung zur geplanten Diätenerhöhung genommen. Deren Antworten finden Sie über die Suche nach "Diäten"

© Foto: DBT/Büker


Links zur Abstimmung



Kommentare von Besuchern zur Abstimmung
Kommentar #315
Hab´ ich oben vergessen. Wir sind es doch auch mit schuld.
Wir lassen uns doch Alles gefallen und halten die Füße still.
von: Maverick
am: 13.08.2010 21:57
Kommentar #314
Is doch verarsche hoch 10 dass sich "unsere" Politiker mal wieder ne Diätenerhöhung gönnen. Was für ein Hohn. Alle Anderen sollen sparen und sich selbst die Taschen voll machen.
Für Politiker is es ja auch kein Problem bis 67 zu "arbeiten", die wissen ja gar nicht was das heißt.
Laßt euch schön weiter den Arsch nachtragen.
Wir (die Wähler) sind denen doch sowieso egal.
von: Maverick
am: 13.08.2010 21:54
Kommentar #313
Schamesröte sehen Sie nicht im Spiegel,sondern lediglich am Gesäßteil! ( hervorgerufen durch vieles sitzen im Bundestag,und wenn nicht dort in Edelrestaurants-Flieger-dicken Autos ect.Eine Nutte bekommt eher eine Schamesröte als viele dieser Abgeordneten! Die Bürger draußen im Lande,die ja alle über Ihre Verhältnisse gelebt haben.Ich frage mich allen Ernstes,für wie saudumm hält uns diese Regierung!?Wie lange muß ich,( wir) noch eine Unterqualifizierte Regierung wie diese ertragen! Wie lange noch den Dekadenten Esel samt seiner Gefolgschaft,sowie den Neckermannischen Hosenanzug aus der Uckermark???
von: Claudio Soriano
am: 26.07.2010 18:01
Kommentar #312
Die Bevölkerung die bei der letzten BTW,gerade C.D.U-C.S.U-F.D.P gewählt hat,sollen sich nicht darüber aufregen das die Diäten erhöht werden.Sie sitzen nun mal an den Futtertrögen und bedienen sich daraus schamlos! Was anderes erwartet???!!!Wir haben lt. Merkel ja alle über unsere Verhältnisse gelebt,und deshalb muß ganz unten kräftig gespart werden,für unsere unterbezahlten Politiker,gelle!Weitermachen!!!
von: claudio soriano
am: 26.07.2010 14:28
Kommentar #311
Man sollte die Erhöhung für 4 Jahre einfrieren
von: Dirk
am: 27.06.2010 14:26
Ihr Kommentar zur Abstimmung
Abstimmungsergebnis