Sehr geehrter Herr

,
vielen Dank für Ihre Anfrage bei "Abgeordnetenwatch.de".
Als ostdeutscher Bundestagsabgeordneter habe ich gemeinsam mit meinen ostdeutschen Fraktionskolleginnen und -kollegen innerhalb der "Arbeitsgruppe Aufbau Ost" und der "Landesgruppe Ost" dafür kämpft, die nötigen Weichen zu legen, damit die Umsetzung eines einheitlichen Rentenrechts in Ost und West für die 17. Legislaturperiode gelingt. Wir haben die geltende Regelung der getrennten Rentensysteme analysiert und in mehreren Diskussionen die unterschiedlichen Positionen von ver.di, Sozialverband Deutschland e.V., Volkssolidarität, Deutsche Rentenversicherung, Sachverständigen sowie die konkurierenden Parteipositionen ausgewertet und miteinander verglichen. Mit Hilfe dieser Auswertungen konnten wir ein tragfähiges Positionspapier zur Umsetzung eines einheitlichen Rentensystems erarbeiten. Lange Zeit hat uns ostdeutschen Abgeordneten bei diesem Thema der nötige Rückenwind von Seiten der westdeutschen Abgeordneten gefehlt. Mit dem entwickelten Arbeitspapier haben wir es aber geschafft, eine Mehrheit innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion zu erzielen.
Wir konnten mit unserem Papier deutlich machen, dass das getrennte Rentensystem in Ost und West nicht mehr zeitgemäß ist. Es führt zu Ungerechtigkeiten in Ost und West! Im Osten , weil sich die ostdeutschen Löhne seit mehreren Jahren kaum noch an das Westniveau angleichen, hier die Dynamik der 90er Jahre zum Erliegen gekommen ist und sich deshalb zur Zeit keine Perspektive auf ein sich automatisch angleichendes Rentenniveau abzeichnet. Im Westen, weil durch den Hochwertungsfaktor im Osten westdeutsche Versicherte ein ungünstigeres Beitrags-/Leistungsverhältnis haben als ostdeutsche Versicherte und westdeutsche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in wirtschaftlich schwachen Regionen dadurch ebenso benachteiligt werden. Knapp 20 Jahre nach der Deutschen Einheit, ist es von zentraler Bedeutung, dass das getrennte Rentensystem überwunden wird. Nur wenn wir es politisch schaffen die Lebensverhältnisse in West und Ost anzugleichen, kann eine vollständige gesellschaftliche, wirtschaftliche und soziale Einheit gelingen. Sowohl durch die erzielte Mehrheit innerhalb der SPD als auch durch die erfolgte offizielle Unterstützung des SPD-Kanzlerkandidaten

-Walter Steinmeier, halte ich die Umsetzung eines einheitlichen Rentenrechts für die nächste Legislaturperiode für realistisch.
Mit freundlichen Grüßen
Detlef Müller, MdB