Sehr geehrte Frau

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Sie sprechen mit Ihren Fragen dankenswerter Weise Aspekte an, die viele Konservative in der Union gerade in den letzten Jahren immer häufiger und intensiver zur Diskussion gestellt haben. Die öffentliche Debatte hierzu ist sehr vielseitig, daher möchte ich meine Antwort kurz fassen.
Auch ich ärgere mich immer wieder darüber, was in Deutschland und damit auch in Nordrhein-Westfalen als "politisch korrekt" gilt, und was nicht. Letztendlich ist "Political Correctness" jedoch das, was Politik, Medien und Bürger daraus machen, davon bin ich fest überzeugt. Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, dass die öffentliche Meinung und die veröffentlichte Meinung häufig auseinander liegen!
Die verschiedenen mehr oder weniger "institutionalisierten" Initiativen wie "Linkstrend stoppen", "Mach-mit-Partei" oder "Berliner Kreis" möchte ich hier nicht detailliert bewerten. Sie sind jedoch sicherlich Ausdruck dafür, dass ein nicht zu vernachlässigender Teil der Unionsfamilie sich selbst eine wachsende Unzufriedenheit diagnostiziert, die es ernst zu nehmen gilt.
Es gibt durchaus viele aktive, konservative Politiker, die "klare Kante" zeigen. Selbst wirke ich beispielsweise im sogenannten Arbeitskreis Mitte der CDU-Landtagsfraktion NRW mit, in dem sich die Konservativen innerhalb unserer Fraktion organisiert haben. Wir bringen unsere Haltung zu Positionierungen der Gesamtfraktion regelmäßig klar zum Ausdruck. Ich könnte viele weitere Beispiele nennen, die CDU ist aus meiner Sicht weiterhin die konservative Partei in Deutschland.
Zu Ihrer zweiten Frage: Ja, als wertkonservativer Mensch sind Sie in der Union willkommen, und ja, von mir aus können Sie sich als politisch rechts bezeichnen, wenn Sie damit auf die traditionelle Ausrichtung der Sitzordnungen in deutschen Parlamenten und die dazugehörigen Wertvorstellungen abzielen, und sich damit ja auch von Rechtsextremen differenzieren und diesen sogar entgegen wirken.
Ich bin aber nicht weltfremd und habe die Entwicklungen und vielen nicht oder kaum als konservativ zu bewertenden Entscheidungen der letzten Jahre - vor allem im Bund - beobachtet, ich verstehe Ihre Frustration und kann Ihnen nur versprechen, mich in meinem Wirkungsbereich weiterhin für konservative Vorstellungen und Überzeugungen einzusetzen.
Mit freundlichen Grüßen
Daniel Sieveke