Daniel Bahr (FDP)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Geburtstag
04.11.1976
Berufliche Qualifikation
Bankkaufmann, Volkswirt
Ausgeübte Tätigkeit
MdB; Bundesminister für Gesundheit
Wohnort
Münster
Wahlkreis
Münster
Ergebnis
9,9%
Landeslistenplatz
8, Nordrhein-Westfalen
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(...) Die FDP hält es deshalb für sinnvoll, den sozialen Ausgleich zwischen Einkommensstarken und -schwachen ins Steuer- und Transfersystem zu übertragen und zu einem Prämiensystem zu kommen. Dann wäre der soziale Ausgleich zielgenauer und gerechter. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Gesundheit
19.01.2010
Von:

Hallo Herr Bahr,

Im Koalitionsvertrag (Seite 78) heißt es zum Thema der privaten Krankenversicherung: "Ein Wechsel in die PKV wird zukünftig wieder nach einmaligem Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze möglich sein."

Im Allgemeinen wurde damit gerechnet, dass die Koalition diese Änderung noch vor Ablauf des Jahres 2009 beschließt.

Wann steht dieser Punkt denn auf der Tagesordnung?

Beste Grüße,
Antwort von Daniel Bahr
2Empfehlungen
22.01.2010
Daniel Bahr
Sehr geehrter Herr ,

auf Grund einer Regelung des Gesetzes zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-WSG) von 2007 sieht das geltende Recht ab dem 2. Februar 2007 vor, dass abhängig Beschäftigte erst dann versicherungsfrei sind, wenn ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt in drei aufeinander folgenden Kalenderjahren die Jahresarbeitsentgeltgrenze überstiegen hat und auch die im aktuellen Kalenderjahr geltende Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt.

Nach dem Wortlaut des Koalitionsvertrages zwischen CDU, CSU und FDP vom Oktober 2009 wird "ein Wechsel in die private Krankenversicherung zukünftig wieder nach einmaligem Überschreiten der Jahresarbeitentgeltgrenze möglich sein". Zur Umsetzung dieser Vereinbarung bedarf es einer gesetzlichen Neuregelung, die im Jahr 2009 allein schon aus zeitlichen Gründen nicht mehr erreichbar war. Die zeitlichen Vorgaben hierfür stehen noch nicht im Detail fest. Geplant ist jedoch, die Änderung in einem Gesetzgebungsverfahren im Jahr 2010 aufzugreifen. Das Gesetzgebungsverfahren bleibt abzuwarten.

Bis zum Inkrafttreten der Neuregelung ist die Frage der Versicherungsfreiheit von den Krankenkassen auf der Grundlage des derzeit geltenden Rechts zu beurteilen.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Bahr
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Frage zum Thema Gesundheit
22.01.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Bahr,

Ich spreche Sie als parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit an, weil ich den Bundesminister für Gesundheit selbst über abgeordnetenwatch.de leider nicht fragen kann. (Er hat entweder nicht kandidiert oder ist nicht gewählt worden)

Meine zwei Fragen an Sie und dann auch stellvertretend an den Bundesgesundheitsminister Herrn Dr. Rösler:

Über welche Krankenkasse sind Sie krankenversichert?

Und finden Sie es richtig, dass Ihre Partei einen ´Deal´ mit der DVK gemacht hat (laut SZ: www.sueddeutsche.de ) und darüber hinaus für eine private Krankenversicherung wirbt, obwohl Sie als Regierungsfraktion das Gemeinwohl aller Deutschen im Sinn haben sollten - und dazu zähle ich ein solidarisch finanziertes öffentliches Gesundheitswesen? Die Mehrheit der Deutschen ist bekanntlich gesetzlich versichert.

Herzlichen Dank
Antwort von Daniel Bahr
1Empfehlung
04.02.2010
Daniel Bahr
Sehr geehrter Herr ,

selbstverständlich ist die politische Arbeit der FDP unabhängig von inhaltlichen Interessen einzelner Dienstleister. Der von Ihnen genannte Vertrag mit der DKV besteht seit dem Jahr 2003. Es geht um Vertragsangebote, die zwischen fünf und acht Prozent unter den üblichen Konditionen liegen. Die FDP bietet - wie z.B. auch die SPD, die Grünen und die Gewerkschaften - ihren Mitgliedern gern mit verschiedenen Dienstleistern ausgehandelte Rabatte an. Weit verbreitet gelten solche Maßnahmen als geeignet zur Mitgliederbindung. Die Gefahr der Beeinflussung politischer Entscheidungen durch derartige Verträge kann ich ausschließen.

Ich persönlich bin versichert bei der Signal Iduna.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Bahr
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Frage zum Thema Soziales
25.01.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Bahr,

die von den Liberalen vertretene Linie in der Gesundheitspolitik "mehr Wettbewerb" und Kostentransparenz durchzusetzen, wird von den Medien polemisch als "Klientelpolitik" und Lobby-Arbeit umgedeutet. Der kürzlich verstorbene Ehrenvorsitzende der FDP wurde während seiner Zeit als Wirtschaftsminister oft als "Marktgraf" beschimpft...
Gelingt es Ihnen und Herrn Rössler gegen den Chor der "Gleichmacher" ...seien es Konservative aus Bayern oder Neosozialisten aus Niedersachen ...die Position der FDP zu mehr Selbstverantwortung und Freiheit deutlich zu machen ???

Mit freundlichen Grüssen

Antwort von Daniel Bahr
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02.03.2010
Daniel Bahr
Sehr geehrter Herr ,

hier kann ich nur auf den Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und der FDP verweisen. Was dort steht, gilt, auch wenn Medien und zuweilen auch Politiker aus der eigenen Koalition dies gerne vergessen.
Wir werden das bestehende Ausgleichssystem in eine Ordnung mit mehr Beitragsautonomie, regionalen Differenzierungsmöglichkeiten und einkommensunabhängigen Arbeitnehmerbeiträgen sozial ausgeglichen überführen. Dabei spielt der Wettbewerb eine zentrale Rolle. Wir wollen mehr Wettbewerb im Krankenversicherungswesen und in der Versorgung, ohne dabei eine flächendeckende und bedarfsorientierte Versorgung zu gefährden.

Die Bundesregierung hat - wie ebenfalls im Vertrag festgehalten - in der letzten Woche eine Kommission unter Federführung des Bundesgesundheitsministeriums eingesetzt. Im März wird diese ihre Arbeit aufnehmen. In dieser Kommission werden alle Details erarbeitet, um so am Ende ein leistungsfähiges Gesundheitssystem, dass nicht wieder alle paar Jahre reformiert werden muss, zu schaffen.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Bahr
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Frage zum Thema Gesundheit
01.02.2010
Von:
Max

Sehr geehrter Herr Bahr,

Die FDP will mit aller Macht die Einkommen unabhängige Kopfpauschahle einführen. Finden Sie als Sozial Ausgewogen wenn ein Bundestagsabgeordneter genau so viel in die GKV einbezahlt wie ein Rentner mit 950 Euro.
Die FDP spricht immer davon dass dies über Sozialleistungen ausgeglichen wird. Werden damit Geringverdiener und Rentner nicht zu Bittsteller gestempelt?
Es gibt Rentner die sich in ihrem Arbeitsleben ein Haus gebaut haben, bekommen diese überhaupt Sozialleistungen wenn ein Vermögen besteht.
Von manchem Volksvertreter wird Ihr Vorhaben als nicht bezahlbar eigestuft. Kommt es dann so dass sich Geringverdiener und Rentner ( auch mit Vermögen) nicht mehr eine GKV leisten können, weil für Sozialleistungen das Geld fehlt.
Lass mich überraschen ob ich eine Antwort erhalte.

Mit freundlichen Grüßen
Max
Antwort von Daniel Bahr
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26.03.2010
Daniel Bahr
Sehr geehrter Herr ,

natürlich erhalten Sie eine Antwort. Die Bundesregierung hat eine Kommission eingesetzt, die Ihre Arbeit aufgenommen hat. In dieser Kommission werden alle Details besprochen und diskutiert. Vermutlich noch in diesem Jahr werden wir hier erste Ergebnisse vorweisen können.

Natürlich wollen wir ein Gesundheitssystem, das sozial ausgewogen ist. Und selbstverständlich wird auch niemand zu Bittstellern degradiert. Gleichzeitig wollen wir mit den Gesundheitskosten aber den Faktor Arbeit (Stichwort Lohnzusatzkosten) nicht weiter belasten, weil dies nur zu mehr Arbeitslosigkeit führt. Am Sozialausgleich im Gesundheitssystem sollen darüber hinaus alle beteiligt werden, eben auch jene, die aufgrund des Einkommens beispielsweise gar nicht in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen müssen. Daher wollen wir den Sozialausgleich über das Steuertransfersystem organisieren.

Zur Frage der Finanzierbarkeit sind in der Vergangenheit eine Menge Zahlen kursiert. Zunächst einmal wollen wir die Systemumstellung ja nicht von heute auf morgen, sondern Schritt für Schritt. Darüber hinaus ist es ja bereits heute so, dass mehrere Milliarden aus Steuereinnahmen in das Gesundheitssystem gepumpt werden. Wir wollen das Geld in einem gerechteren System auch gerechter verteilen.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Bahr
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Frage zum Thema Gesundheit
13.02.2010
Von:
Dr.

Sehr geehrter Herr Bahr,
ich denke nur Sie können mir beantworten, warum man nicht einfach jeden Bürger mit z.B. 10% seines Einkommens an den Beiträgen für die gesetzliche Krankenversicherung beteiligt und dann jedem Bürger freistellt sich zusätzlich privat zu versichern?

Begründung meiner Frage:
1. Wer gut verdient kann sich dann noch auf eigene Kosten zusätzlich privat versichern, und damit seinen Status erhalten (steuerlich absetzbar).
2. 10% sind für jeden Bürger leicht nachzuvollziehen.
3. Sie hätten ihre Kopfpauschale aber in %.
4. Es ist gerecht weil jeder prozentual den gleichen Beitrag leistet, ein Herr Ackermann genauso wie ein Harz IV-Empfänger. Dem Bürger deshalb gut vermittelbar und sozial ausgewogen für Herrn Söder.
5. Die gesetzlichen Krankenkassen überleben (verantwortlich für die Grundversorgung), die privaten Versicherungen überleben (verantwortlich für die Optimalversorgung). Der Arbeitgeber muss sich nur an den 10% beteiligen (AG-Kosten sinken).
6. Es ist leicht zu berechnen.
7. Selbständige und derzeit Privatversicherte werden zwar etwas murren. Könnten, aber wenig dagegen sagen, da sie sich bisher überhaupt nicht am Solidarsystem beteiligen und meist ausreichend verdienen, um sich die private Zusatzversicherung leisten zu können (gehöre selbst in die Gruppe).
8. Die Kopfpauschale + Steuersubvention als sozialer Ausgleich ist zu intransparent (woher kommen die Steuern: Alkohol, Raucher, Benzin, Mehrwert). Der Bürger möchte wissen wofür er seine Beiträge bezahlt und wenn er dann auch noch etwas dafür bekommt, dann zahlt er Sie ja gerne.
9. Der Deutsche hat gerne Sicherheit und liebt deshalb Versicherungen mehr als Steuern. Das Wort "Steuer" - ob Erhöhung oder Senkung - halte ich grundsätzlich problematisch.

Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen, weil mir das deutsche Gesundheitssystem wie Ihnen auch sehr am Herzen liegt und die steigenden Kosten nur gemeinsam geschultert werden können.

Mit freundlichen Grüßen
Dr.
Antwort von Daniel Bahr
bisher keineEmpfehlungen
05.03.2010
Daniel Bahr
Sehr geehrter Herr Dr. ,

vielen Dank für Ihre Frage. Als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit erreichen mich derzeit eine Vielzahl von Vorschlägen zur Umgestaltung des Gesundheitswesens. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass ich nicht auf jeden Ihrer Punkte im Detail eingehen kann.

Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und FDP sieht vor, das Nebeneinander von privater und gesetzlicher Krankenversicherung als konstitutives Element eines freiheitlichen Gesundheitswesens zu erhalten. Jedoch sollen die Möglichkeiten der Zusammenarbeit von gesetzlicher und privater Krankenversicherung beim Angebot von Wahl- und Zusatzleistungen erweitert werden.
Im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung ist beabsichtigt, das bestehende Ausgleichssystem langfristig in eine Ordnung mit einkommensunabhängigen Arbeitnehmerbeiträgen zu überführen. Um die Gesundheitskosten von den Lohnzusatzkosten zu entkoppeln, bleibt der Arbeitgeberanteil fest. Die von Ihnen vorgeschlagene Beitragserhebung nach einem bestimmten Prozentsatz des Arbeitsentgelts bzw. des Einkommens wollen wir gerade überwinden. Denn die gesetzliche Krankenversicherung ist nach unserer Auffassung nicht der richtige Ort für eine Umverteilung zwischen hohen und niedrigen Einkommen. Dieser soziale Ausgleich soll vielmehr im - wesentlich treffsichereren - Steuer- und Sozialsystem erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Bahr
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