Cornelia Pieper (FDP)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Cornelia Pieper
Jahrgang
1959
Berufliche Qualifikation
Diplom-Sprachmittlerin für Polnisch und Russisch
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Halle
Landeslistenplatz
1, über Liste eingezogen, Sachsen-Anhalt
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Ich persönlich und auch die FDP unterstützen ausdrücklich den Ansatz der so genannten "Mehr-Generationen-Häuser". Obwohl ein gutes und bereicherndes von Respekt geprägtes Miteinander der Generationen eigentlich selbstverständlich sein sollte, wissen wir, dass die Realität oftmals ganz anders aussieht. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
10.05.2009
Von:

Sehr geehrte Cornelia Pieper,

da ich Paintball spiele und mein Sport nun verboten werden soll, möchte ich von Ihnen wissen, wie Ihre Haltung in dieser Sache ist, da dies entscheidend sein wird für mein Verhalten bei den kommenden Wahlen. Außerdem verstehe ich nicht, wieso in anderen EU-Ländern Paintball kein Problem darstellt und allein in Deutschland dieser Sport so diskriminiert wird. Es gibt keinerlei Zusammenhang zwischen Paintball und Amokläufern oder anderen Gewalttaten (ein gutachten von Dipl.-Päd. Linda Steinmetz kann ich Ihnen gerne zuschicken), entsprechende Behauptungen mancher Politikern sind einfach nur gelogen und halten keiner seriösen Betrachtung stand. Bitte sagen Sie mir, dass wir nicht in einem Land leben wo nur der Recht bekommt der am lautesten Schreit und manche ihrer Politiker Kollegen schreit schon sehr laut!
Für weitere Fragen über Paintball stehe ich Ihnen und meiner Mannschaft gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Cornelia Pieper
5Empfehlungen
19.05.2009
Cornelia Pieper
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 10. Mai. Die Planung der großen Koalition aus CDU, CSU und SPD zum Verbot von Kampfspielen wie Paintball lehnt die FDP entschieden ab.

Schon jetzt ist das Spiel in der Öffentlichkeit untersagt und die "Markierer" können nur von Volljährigen erworben werden. Ein ursächlicher Zusammenhang derartiger Spiele mit dem Anlass des Verbots, nämlich Amokläufen wie jüngst etwa dem von Winnenden, ist bisher nicht nachgewiesen worden.

Ein solches Verbot wäre wieder einmal ein Paradebeispiel für wirkungslose Symbolpolitik, wie sie bei CDU/CSU und SPD leider an der Tagesordnung ist. Statt die eigentlichen Ursachen von Gewaltkriminalität anzugehen, werden Nebenschauplätze eröffnet, die vom Versagen der Koalition bei der Bekämpfung der eigentlichen Probleme ablenken sollen.

Statt solcher Ablenkungsmanöver muss Gewalt- und Kriminalprävention einen höheren Stellenwert bekommen. Es muss früher und sensibler wahrgenommen werden, wenn Kinder, Schüler oder Freunde sich absondern oder Probleme mit sich tragen. Das Entgegenwirken von Vereinzelungs- und Isolationstendenzen bei insbesondere jungen Menschen ist eine bedeutende gesellschaftliche Herausforderung, auch und gerade vor Ort.

Wer ernsthaft glaubt, dass Spiele wie Paintball ursächlich für Gewalttätigkeit und Aggressivität sind, der müsste auch olympische Sportarten wie Fechten und Boxen, aber auch Völkerball verbieten.

Die FDP steht für eine solche Scheinpolitik nicht zur Verfügung. Wir wollen diese fehlgeleitete Politik so schnell wie möglich beenden.

Beste Grüße an Sie und Ihre Mannschaft nach Halle!


Ihre
Cornelia Pieper
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Frage zum Thema Senioren
31.05.2009
Von:
-

Sehr geehrte Frau Pieper,

im Rahmen Ihrer Ausschusstätigkeit für "Familie,Senioren,Frauen und Jugend" interessiert mich Ihre Meinung zum Thema der Errichtung von "Integrative Begegnungsstätten für Jung und Alt".
Ich möchte mich diesem Thema im Rahmen ehrenamtlicher Tätigkeit widmen.

Die demogrphische Entwicklung macht überall in Europa Sorgen; die Fakten sind eindeutig !

Bis 2025 wird Sachsen-Anhalt weiter an Bevölkerung verlieren.

Zugleich wird dann jeder zweite Mensch in Sachsen-Anhalt älter als 50 Jahre sein. Auch der Anteil der über 65-jährigen wird sich sprunghaft erhöhen !

Hierzu hätte ich gern im Vorfeld der anstehenden Wahlen gehört, wie ist Ihre grundsätzliche Meinung zu diesem Thema, welche Vorschläge können Sie dazu unterbreiten und sähen Sie für konkrete Projekte im Rahmen von Haushaltmitteln oder "Fördertöpfen" Finanzierungsmöglichkeiten ?

Meine Frage und Ihre Antwort sehe ich vor allem unter dem Aspekt, dass Sie -Ihre Partei- angetreten ist, um im Ergebnis der Wahlen Regierungsverantwortung zu übernehmen.

Gespannt und interessiert erwarte ich Ihre Rückantwort und verbleibe bis dahin

mit freundlichen Grüßen

-D.
Antwort von Cornelia Pieper
bisher keineEmpfehlungen
11.06.2009
Cornelia Pieper
Sehr geehrter Herr ,

ich persönlich und auch die FDP unterstützen ausdrücklich den Ansatz der so genannten "Mehr-Generationen-Häuser". Obwohl ein gutes und bereicherndes von Respekt geprägtes Miteinander der Generationen eigentlich selbstverständlich sein sollte, wissen wir, dass die Realität oftmals ganz anders aussieht. Gerade weil uns in Deutschland bekannt ist, wie stark die Zahl der älteren Menschen bzw. Seniorinnen und Senioren in den kommenden Jahrzehnten zunehmen wird, spielt das Miteinander der Generationen eine immer größere Rolle. Auf die besondere Situation der neuen Länder haben Sie richtig hingewiesen.
Auch die Politik muss sich in den verschiedensten Bereichen mit diesen tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen auseinandersetzen, so zum Beispiel in der Gesundheitspolitik um nur ein Beispiel zu nennen.

Speziell zu den Mehr-Generationen-Häusern ist von der Bundesregierung bzw. dem zuständigen Ministerium ein Aktionsprogramm aufgelegt worden, dessen Ziel es war, überall in Deutschland Tagestreffpunkte entstehen zu lassen, in denen Jung und Alt Alltags- und Sozialkompetenzen austauschen und somit auch die Chancen des demographischen Wandels nutzbar zu machen. Aus dieser Form der Begegnung können und sollen selbstverständlich auch konkrete Hilfsangebote der jungen Menschen für alltägliche Probleme und Aufgaben der älteren Menschen werden (Hilfe bei Einkäufen und Behördengängen etc.).
Nach Abschluss des Programms der Bundesregierung am Anfang des vergangenen Jahres gab es deutschlandweit 500 dieser Mehr-Generationen-Häuser.

In diesem Zusammenhang ist auch insbesondere der große Einsatz vieler ehrenamtlicher Helfer bzw. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hervorzuheben. Überhaupt wäre ohne das große bürgerschaftliche Engagement in diesem Bereich vieles gar nicht möglich. Abgesehen vom Programm des Bundes liegt die Verantwortlichkeit in finanzieller Hinsicht aber bei den Kommunen, die oftmals Anschubfinanzierungen leisten oder Infrastruktur, wie bspw. ein Gebäude, Räume und dergleichen zur Verfügung stellen.

Natürlich werde ich die Idee der Mehr-Generationen-Häuser, auch mit integrativem Konzept, im Rahmen meiner Möglichkeiten nach allen Kräften unterstützen. Seniorenpolitik ist eine Querschnittsaufgabe. Angesichts des wachsenden Anteils der über 60-jährigen in unserer Bevölkerung sind wir gut beraten, dies in die politischen Entscheidungen mit einzubeziehen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute, vor allem Gesundheit!

Ihre
Cornelia Pieper
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
05.06.2009
Von:
Uta

Sehr geehrte Frau Pieper,
mein Sohn hat letztes Jahr eine Ausbildung an einer Privatschule begonnen,bei welcher Schulgeld aufgebracht werden muss.Um dieses Schulgeld begleichen zu können,bezieht er BAföG.Leider ist er ALG II-Empfänger und somit benachteiligt,da das BAföG laut Sozialgesetz auf das ALG II angerechnet werden muss.Da er dies aber nicht zur Finanzierung seines Lebensunterhaltes bezieht,haben wir im August 2008 einen Beschluss am Sozialgericht Halle erwirkt,in welchem der ARGE SGB II Halle GmbH diese Anrechnung untersagt wurde.Leider mussten wir feststellen,das selbst ein rechtsgültiger Beschluss nicht von Bedeutung ist und uns nur der erneute Klageweg am Sozialgericht übrig bleibt.Dies ist für mich lediglich eine Verschwendung von Steuergeldern und unterstreicht die Einstufung von ALG II-Empfängern als Menschen 3. und 4.Klasse.Leider ist dies kein Einzelfall und es stellt sich die Frage,wie die Bildungsmoral und die Einstellung zu Schule und Ausbildung verändert werden kann,wenn Seitens der Politik und der Gesetzeslage nichts geändert wird.
Was sind Sie bereit dafür zu unternehmen,das dies keine "Einzelfälle" mehr bleiben?
Ich bedanke mich im Voraus für Ihr Bemühen um eine Antwort

Uta

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Frage zum Thema Finanzen
25.06.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Pieper,
heute wurden Steuererhöhungspläne, betreffend der Umsatzsteuer der Union bekannt (7% auf 19%). Wie stehen Sie dazu?
Nachdem uns die Wirtschaftskrise von gewissenlosen Bankern und unfähigen Wirtschaftsbossen eingebrockt wurde, dürfen wieder mal die "Kleinen" die Suppe auslöffeln. Auch die Pläne die Mieten für ALGII Bezieher gleich mitzukürzen passt da prima rein.

Mein Vorschlag: Mehr Steuergerechtigkeit, z.B. Einführung der Umsatzsteuer für Flugbenzin, Einführung eines dritten Umsatzsteuersatz in Höhe von 25-30% für (Luxussteuer):
  • alle alkoholischen Getränke
  • alle Tabakwaren
  • Bohnenkaffee und schwarzer Tee
  • Süßwaren mit einem Kakaogehalt von über 40%
  • alle PKW (inkl. Geländewagen) mit einem Hubraum von über 1601 ccm
Darüberhinaus die nichtabsetzbarkeit dieses Steuersatzes bei Gewerbetreibenden und Freiberuflern.
Wie denken Sie darüber?
Mit freundlichem Gruß
Antwort von Cornelia Pieper
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24.07.2009
Cornelia Pieper
Sehr geehrter Herr ,

die beste Konjunkturpolitik wären Steuersenkungen, von denen vor allem die Mittelschicht, die ganz normalen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer etwas haben. Gerade Arbeitnehmer in Ostdeutschland, die im Durchschnitt über ein monatliches Bruttoeinkommen von 2.366 Euro verfügen (Westdeutschland: 3.246 Euro), würden von Steuersenkungen profitieren. Wir sind in einer Spirale aus einbrechender Binnennachfrage, zurückgehenden Investitionen, steigender Arbeitslosigkeit und wachsender Haushaltsbelastung. Diese Spirale kann nur durch Steuersenkungen, nicht durch Steuererhöhungen durchbrochen werden. Steuererhöhungen wären falsch und würden eben vor allem diejenigen belasten, die ohnehin bereits immer stärker durch den Staat in Anspruch genommen werden. Ich habe die von Unionspolitikern diskutierten Pläne für eine von Ihnen angesprochene Erhöhung der Mehrwertsteuersätze daher mit Befremden zur Kenntnis genommen.

Der Staat holt sich sein Geld von den Bürgerinnen und Bürgern, die Steuern zahlen müssen. Ihnen ihr Geld zurückzugeben, damit ihnen mehr Netto vom Brutto bleibt, ist kein Gnadenakt eines allmächtigen Staates. Es ist ein Recht derer, die für ihr Geld tagtäglich hart arbeiten müssen und denen davon immer weniger bleibt. Richtig ist, dass die Bundesregierung im Zuge der Wirtschaftskrise Milliarden verteilt hat. Die Abwrackprämie hat rund 5 Milliarden Euro gekostet. Hinter der Bezeichnung "Umweltprämie" verbirgt sich ein ökologischer Etikettenschwindel, die Prämie ist eine Subvention nach Zufallsprinzip und kommt die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler teuer zu stehen.

Einfach, niedrig und sozial- dafür steht das Steuersystem der FDP mit dem Drei-Stufen-Tarif von 10, 25 und 35 Prozent Steuerbelastung. Damit werden alle entlastet, der private Konsum angekurbelt, es kann mehr in private Altersvorsorge investiert werden, Wachstumsimpulse werden gesetzt, in der Folge gibt es mehr Investitionen und Arbeitsplätze werden gesichert. In den Zeiten der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise wäre dies ein Konjunkturpaket, das bei allen ankommt. Zur Verdeutlichung: Nach dem FDP-Modell steigt der Grundfreibetrag, als Teil des Einkommens der komplett steuerfrei bleibt, für jeden Bürger- egal ob Erwachsener oder Kind- auf 8.000 Euro. Eine Familie mit zwei Kindern würde somit bis zu einem Betrag von 32.000 Euro gar keine Steuern zahlen. Für Einkommensteile von 8.001 bis 20.000 Euro wird ein Steuersatz von 10 Prozent fällig, für Einkommensteile zwischen 20.001 Euro und 50.000 Euro ein Steuersatz von 25 Prozent und für Einkommensteile ab 50.001 Euro ein Steuersatz von 35 Prozent. Die drei einfachen Steuersätze gelten also jeweils für die Einkommensteile und nicht für das gesamte Einkommen. Parallel dazu haben wir ein Konzept zur Gegenfinanzierung mit einem Volumen von 35 Milliarden Euro vorgelegt. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung rechnet bei einer umfassenden Steuerreform mit 400-tausend neuen Arbeitsplätzen, auch das bedeutet wiederum Mehreinnahmen für den Staat.

Im Übrigen halte ich von Kürzungsplänen im Bereich des Arbeitslosengeldes II/ "Hartz 4" überhaupt nichts.

Lieber Herr , ich hoffe, Ihre Fragen damit beantwortet zu haben und verbleibe

mit besten Grüßen
Ihre Cornelia Pieper

(Quelle: Statistisches Bundesamt/ Bruttoverdienst eines Vollzeitbeschäftigten im 4. Quartal 2008 (ohne Beamte))
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
30.07.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Pieper,

durch Zufall bin ich über Ihre interesanten Ausführungen und Forderungen zum Wissenschaftstarifvertrag und Wissenschaftsfreiheitsgesetz gestossen
vgl. Link www.liberale.de

Meine Fragen hierzu:

1. Der Industrie kommt eine zentrale Stelle im Erreichen der vorgegebenen Ziele zu. Festzustellen ist aber eine Kurzfristige und nicht angemessene Sichtweise. Wie wollen Sie diese verstetigen und welche Initiativen sind geplant?

2. Sie fordern mehr Freiheit und Verantwortung für das Wissenschaftssystem. Gerade die Bankenkrise hat deutlich gemacht, dass die Verantwortung - und damit die Kontrolle- immens wichtig in unserem Wirtschaftssystem ist. Wie wollen Sie diese durchsetzen bzw. wie sehen SIe die Rolle der Wissenschaftsinstitutionen in einer modernen Gesellschaft?

3. Arbeiten an wissenschaftlichen Projekten erfolgen heute in Teams und im wesentlichen durch die Mitarbeit technischer und administrativer Kräfte.
Gegenüber den bisherigen Regelungen wird gerade dieser Einsatz durch den neuen Erlass des BMBF sträflich vernachlässigt bzw. negiert. Wie sehen Sie Sie das und wie wollen Sie dieses ggf. ändern?

4. Können Sie mir einen Link zum aktuelle Positionspapier der FDP nennen?

Mit freundlichen Grüssen

D.

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