Cornelia Pieper (FDP)
Kandidatin Bundestagswahl 2009
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Grunddaten
Cornelia Pieper
Jahrgang
1959
Berufliche Qualifikation
Diplom Sprachmittlerin für Polnisch und Russisch
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
-
Wahlkreis
Halle
Ergebnis
8,6%
Landeslistenplatz
1, Sachsen-Anhalt
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(...) Nach dem Prinzip "Geld folgt Student" sollen im Bereich der Lehre mit Hilfe eines Bildungsgutscheinsystems Hochschulen nach der Anzahl der Studierenden und Absolventen finanziert werden. (...)
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Frage zum Thema Finanzpolitik
15.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Pieper,

ich las kürzlich, daß Sie im Aufsichtsrat einer Versicherung tätig sind. Was genau qualifiziert Sie für diese Funktion, bzw. wieviel Jahre waren Sie in der Versicherungswirtschaft tätig, um die Kontrollfunktion eines solchen Gremiums ggü. dem Vorstand auszufüllen? Würden Sie erkennen, daß in dem von Ihnen beaufsichtigten Unternehmen auch z.B. Credit Deposit Swaps ( CDS ) gehandelt und bilanziert wurden, von denen führende int. Finanzfachleute sagen, daß dies finanzielle Massenvernichtungswaffen sind und als unregulierte Derivate mit hoher Hebelwirkung die Finanzmärkte weltweit nochmals nachhaltig erschüttern können?
Wie stehen Sie überhaupt zur Regulierung bei den Produkten in der Versicherungsindustrie? Sollten die Derivate, also auch Futures, Optionen u. Swaps ebenfalls reguliert werden ?

mit freundlichen Grüßen
F.

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Frage zum Thema Bildung und Kultur
15.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Pieper,

aus dem Wahlprogramm der FDP entnehme ich, dass Sie gegen die Abschaffung der Studiengebühren im Erststudium sind - doch warum?

Sicherlich tut den einzelnen Universitäten und Hochschulen diese Finanzspritze, gerade in der Aufwertung des benötigten Equipments, gut, doch Bildung sollte jedem ermöglicht werden und dazu zählt auch, den Weg zu ebnen. Wie sollen junge, angehende Studenten jedes halbe Jahr (Semester) 500 € für Studiengebühren und auch noch möglichen Mietkosten von 300 - 400 € jedes Monat aufbringen? Durch einen Nebenjob auf 400 € - Basis? Durch Kredite?

Und dieses Fallbeispiel weist lediglich die Fixkosten, ohne Lebensmittel, Strom, Telefon, Benzin, Vers., auf....

Ist Bildung nicht unser wichtigstes Gut Frau Pieper?
Warum beharren Sie derart auf den Studiengebühren?
Antwort von Cornelia Pieper
2Empfehlungen
17.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

in der Tat ist Bildung für Deutschland das wichtigste Gut. Dies alleine schon aufgrund des internationalen Wettbewerbs in dem wir uns befinden. Wir meinen als Liberale außerdem, dass eine gute Bildungspolitik auch die beste Sozialpolitik ist. Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang von präventiver Sozialpolitik.

Was die Studiengebühren in Deutschland angeht, so wird diese Frage ja sehr emotional und leider oftmals unter Verwendung falscher Behauptungen diskutiert, um eigene ideologische Behauptungen besser anbringen zu können.

Meine Meinung bzw. die der FDP ist jedenfalls folgende:
Hochschulen brauchen finanzielle Planungssicherheit. Die FDP fordert daher ein Drei-Säulen-Modell aus staatlicher Grundfinanzierung, Studienbeiträgen und Eigenvermögensaufbau. Nach dem Prinzip "Geld folgt Student" sollen im Bereich der Lehre mit Hilfe eines Bildungsgutscheinsystems Hochschulen nach der Anzahl der Studierenden und Absolventen finanziert werden. Im Gegenzug kann die bundeseinheitliche Kapazitätsverordnung abgeschafft und durch Ziel- und Leistungsvereinbarungen mit den Hochschulen ersetzt werden.

Zur Steigerung der Qualität der Lehre soll im Wettbewerb um Studierende jede Hochschule selbst entscheiden, ob, in welcher Höhe und für welche Studiengänge sie Studienbeiträge erhebt. Diese Mittel müssen direkt und uneingeschränkt den Hochschulen zweckbezogen zur Verbesserung der Studienbedingungen und der Lehre zufließen, ohne dass die staatliche Finanzierung reduziert wird.

Dabei kann die Politik trotzdem den Rahmen sozialverträglich abstecken. So hat die schwarz-gelbe Regierung in Nordrhein-Westfalen bspw. dafür gesorgt, dass BAföG-Empfänger per se keine Studienbeiträge leisten müssen. Außerdem sollten die Gebühren nachlaufend erhoben werden und zwar derart, dass eine Rückzahlung erst dann fällig wird, wenn ein Absolvent oder eine Absolventin im Berufsleben steht und auch Geld verdient. Ich finde, wenn man bedenkt, wie wertvoll eine akademische Ausbildung für das Berufsleben ist, zieht das Argument der "völligen Überschuldung" beim Start in den Beruf nicht.

Die FDP hat weiterhin kürzlich eine Initiative für ein nationales Stipendiensystem auf den Weg gebracht. Das Ziel ist bis zum Ende der kommenden Legislaturperiode für zehn Prozent der Studenten ein Stipendium zu ermöglichen. Wir wollen eine neue Stipendienkultur in Deutschland. Als Vorbild dient das Modell Nordrhein-Westfalens, wo sich Wirtschaft und Land die Kosten teilen. Analog zur Bafög-Finanzierung soll der Bund landesweit künftig 65 Prozent der Kosten bestreiten. Der Rest soll aus der Wirtschaft kommen. In Nordrhein-Westfalen erhalten ab dem kommenden Wintersemester erstmals 1.400 der begabtesten Studenten ein Stipendium über 300 Euro im Monat. Diese Initiative findet auch in anderen Bundesländern Anklang, wie beispielsweise in Bayern. Auch in der Union bzw. bei Bundesbildungsministerin Schavan stößt unsere Stipendienoffensive auf Zuspruch. Die SPD verweigert sich leider bislang.
Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Mit besten Grüßen

Ihre
Cornelia Pieper
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
16.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Pieper,

Es gibt ein Plakat mit Ihrem Kopf drauf welches sagt: "Bessere Bildung wählen". Außerdem gibt es ein FDP Plakat welches sagt: "Bildung ist ein Bürgerrecht".

Doch da stellt sich für mich die Frage warum sind sie dann gegen die Abschaffung der Studiengebühren? Das passt doch irgendwie nicht mit den Plakaten zusammen, oder etwa doch?

Durch Studiengebühren wird vielen Jugendlichen die Möglichkeit zu studieren genommen, denn nicht jeder – der nicht genügend Unterstützung bekommen kann – will sich schon in der Jugend verschulden.

Studiengebühren nicht abzuschaffen ist doch nicht die Durchsetzung von dem Bürgerrecht und das ist auch keine bessere Bildung.

Wie wollen Sie die Studiengebühren begründen?

Mit Freundlichen Grüßen,
Antwort von Cornelia Pieper
bisher keineEmpfehlungen
17.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

in der Tat ist Bildung für Deutschland das wichtigste Gut. Dies alleine schon aufgrund des internationalen Wettbewerbs in dem wir uns befinden. Wir meinen als Liberale außerdem, dass eine gute Bildungspolitik auch die beste Sozialpolitik ist. Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang von präventiver Sozialpolitik.

Was die Studiengebühren in Deutschland angeht, so wird diese Frage ja sehr emotional und leider oftmals unter Verwendung falscher Behauptungen diskutiert, um eigene ideologische Behauptungen besser anbringen zu können.

Meine Meinung bzw. die der FDP ist jedenfalls folgende:
Hochschulen brauchen finanzielle Planungssicherheit. Die FDP fordert daher ein Drei-Säulen-Modell aus staatlicher Grundfinanzierung, Studienbeiträgen und Eigenvermögensaufbau. Nach dem Prinzip "Geld folgt Student" sollen im Bereich der Lehre mit Hilfe eines Bildungsgutscheinsystems Hochschulen nach der Anzahl der Studierenden und Absolventen finanziert werden. Im Gegenzug kann die bundeseinheitliche Kapazitätsverordnung abgeschafft und durch Ziel- und Leistungsvereinbarungen mit den Hochschulen ersetzt werden.

Zur Steigerung der Qualität der Lehre soll im Wettbewerb um Studierende jede Hochschule selbst entscheiden, ob, in welcher Höhe und für welche Studiengänge sie Studienbeiträge erhebt. Diese Mittel müssen direkt und uneingeschränkt den Hochschulen zweckbezogen zur Verbesserung der Studienbedingungen und der Lehre zufließen, ohne dass die staatliche Finanzierung reduziert wird.

Dabei kann die Politik trotzdem den Rahmen sozialverträglich abstecken. So hat die schwarz-gelbe Regierung in Nordrhein-Westfalen bspw. dafür gesorgt, dass BAföG-Empfänger per se keine Studienbeiträge leisten müssen. Außerdem sollten die Gebühren nachlaufend erhoben werden und zwar derart, dass eine Rückzahlung erst dann fällig wird, wenn ein Absolvent oder eine Absolventin im Berufsleben steht und auch Geld verdient. Ich finde, wenn man bedenkt, wie wertvoll eine akademische Ausbildung für das Berufsleben ist, zieht das Argument der "völligen Überschuldung" beim Start in den Beruf nicht.

Die FDP hat weiterhin kürzlich eine Initiative für ein nationales Stipendiensystem auf den Weg gebracht. Das Ziel ist bis zum Ende der kommenden Legislaturperiode für zehn Prozent der Studenten ein Stipendium zu ermöglichen. Wir wollen eine neue Stipendienkultur in Deutschland. Als Vorbild dient das Modell Nordrhein-Westfalens, wo sich Wirtschaft und Land die Kosten teilen. Analog zur Bafög-Finanzierung soll der Bund landesweit künftig 65 Prozent der Kosten bestreiten. Der Rest soll aus der Wirtschaft kommen. In Nordrhein-Westfalen erhalten ab dem kommenden Wintersemester erstmals 1.400 der begabtesten Studenten ein Stipendium über 300 Euro im Monat. Diese Initiative findet auch in anderen Bundesländern Anklang, wie beispielsweise in Bayern. Auch in der Union bzw. bei Bundesbildungsministerin Schavan stößt unsere Stipendienoffensive auf Zuspruch. Die SPD verweigert sich leider bislang.
Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Mit besten Grüßen

Ihre
Cornelia Pieper
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Frage zum Thema Umweltpolitik
18.09.2009
Von:

Hallo Frau Pieper,

für mich ist der Klimawandel das größte Problem, dem die Menschheit jemals gegenübergestanden hat. Wie möchten Sie bzw. ihre Fraktion im Rahmen der nächsten Legislatur auf diesem Gebiet aktiv werden?

MfG
Antwort von Cornelia Pieper
bisher keineEmpfehlungen
21.09.2009
Lieber Herr ,

Sie haben völlig Recht: Der Klimawandel bzw. der Klimaschutz ist eines der größten Probleme, vor denen die Menschheit steht. Lösungen zu finden ist sehr schwierig, da ja nicht nur ein Land oder mehrere, sondern im Prinzip alles Staaten weltweit betroffen sind.

Die FDP engagiert sich nachdrücklich für den Klimaschutz und setzt sich für verbindliche, ambitionierte und weltweite Ziele im Rahmen eines Post-Kyoto-Abkommens ein. Unser vorrangiges Ziel ist dabei ein globaler Kohlenstoffmarkt, um CO2-Emissionen dort einzusparen, wo es am günstigsten ist. Deshalb soll das europäische Emissionshandelssystem nach unserer Auffassung perspektivisch zu einem globalen Kohlenstoffmarkt ausgebaut werden. Grundlage hierfür muss eine Vernetzung des europäischen Handels mit bestehenden und geplanten Handelssystemen in Nordamerika und Australien sein.

Der EU-Emissionshandel gilt ab 2012 für die Sektoren Strom, Industrie und Luftverkehr. Er ist mit verbindlichen Reduktionszielen auf der Ebene der Europäischen Union bis zum Jahr 2020 rechtsverbindlich geregelt. Ein eigenständiges "Klimaschutzgesetz" wäre daher für die Sektoren im Emissionshandel wirkungslos. Das war auch das Ergebnis der Veranstaltung des WWF zum "Klimaschutzgesetz" am 17. Juni 2009 in Berlin. Es bleiben somit die Nicht-Emissionshandelssektoren: Wärmeproduktion, Straßenverkehr, Seeverkehr, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft. Hier wäre ein "Klimaschutzgesetz" denkbar, um die Vorgaben der europäischen Union rechtlich bindend auf die verschiedenen Sektoren zu verteilen und Sanktionsmechanismen für Verfehlungen festzulegen. Hierüber ist in der nächsten Wahlperiode zu entscheiden, allerdings erst nach Abschluss eines Klimaschutz-Abkommens in Kopenhagen. Denn erst dann werden tatsächlich die internationalen Verpflichtungen feststehen, die national umgesetzt werden müssen.

Außerdem plädiert die FDP vorrangig für die Einbeziehung der noch nicht erfassten Sektoren in den Emissionshandel. Für den Seeverkehr finden hierzu internationale Verhandlungen statt. Für Wärmeproduktion und Straßenverkehr hat die FDP bereits im Deutschen Bundestag ein Modell vorgelegt. Dies ist wirksamer als ein Klimaschutzgesetz nach britischem Muster. Unstrittig muss Deutschland eine Vorbild- und Führungsrolle beim internationalen Klimaschutz behaupten und im Rahmen einer gerechten Lastenverteilung weiterhin einen angemessenen Anteil zum globalen Klimaschutz beitragen. Angesichts eines Anteils der gesamten EU von nur 16 Prozent an den globalen Kohlendioxidemissionen muss nun aber ein globales Klimaschutzabkommen Vorrang vor allen nationalen Lösungswegen haben.

Die FDP plädiert außerdem für ein Energieministerium, denn wichtige Weichenstellungen für den Energie- und Klimaschutz in Deutschland, wie zum Beispiel die Verabschiedung eines Energieeffizienzgesetzes wurden durch interne Streitigkeiten zwischen den Ressorts Wirtschaft und Umwelt verhindert. Eine Reorganisation der ministeriellen Zuständigkeiten könnte solche Reibungsverluste vermeiden.

Ich wünsche Ihnen alles Gute!


Mit besten Grüßen nach Halle
Cornelia Pieper
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Frage zum Thema Soziales und Familie
24.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Pieper,

ich habe den Eindruck, dass Sie in Ihrer Antwort meine Frage über die fiskalische Benachteiligung von Familien missverstanden haben: Seit über 10 Jahren ist das Bundesgerichtshofsurteil aus Karlsruhe über eine steuerliche Benachteilgung von Familien in Deutschland bekannt. Im Einzelnen besteht die Benachteiligung in der willkürlichen Festsetzung des Existenzminimums von Kindern auf 2/3 eines Erwachsenen, obwohl Kinder nachweislich einen größeren Bedarf haben. Zudem werden Mütter für Ihren Erziehungseinsatz mit einer Minirente abgestraft. Im direkten europäischen Vergleich ist Familienförderung in D unterbelichtet, faktisch kann konstatiert werden: Kinder zu erziehen wird in Deutschland bestraft. Ihre Pläne für eine teilweise Rückführung dieser Ungerechtigkeit in Ehren, aber woher kommt gerade jetzt der Wille etwas zu ändern, wenn Jahrzehnte vorher nichts passiert ist?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Cornelia Pieper
bisher keineEmpfehlungen
25.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

ich danke Ihnen für Ihre erneute Nachfrage.

Die Freien Demokraten waren und sind grundsätzlich für solide finanzielle Rahmenbedingungen für Familien. Unsere Pläne und Konzepte dazu, wie ich sie Ihnen skizziert habe, sind aber nicht etwa erst in den letzten Monaten gereift und dann in das Programm zur Bundestagswahl geschrieben worden.
Dieses Konzept, das über die Jahre auch geändert und weiter konkretisiert wurde, verfolgen wir bereits seit vielen Jahren. Wie Sie wissen, ist die FDP aber jetzt seit 11 Jahren nicht mehr an der Bundesregierung beteiligt gewesen.

Mit freundlichen Grüßen
Cornelia Pieper
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Ihre Frage an Cornelia Pieper
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