Claudia Roth (GRÜNE)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Geburtstag
15.05.1955
Berufliche Qualifikation
Dramaturgin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Augsburg
Wahlkreis
Augsburg-Stadt
Ergebnis
14,6%
Landeslistenplatz
1, Bayern
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(...) Beim mittelalterlichen Zehnten ging es um eine Bruttobesteuerung der Einnahmen. Damit wurden 10% der Ernten eingefordert und das auch dann, wenn kein Gewinn sondern ein Verlust vorlag. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Integration
20.02.2012
Von:

Sehr geehrte Frau Roth,

es ist ja kein Geheimnis, dass sie (und ihre Partei) sich vehement für eine verstärkte Einwanderung, für mehr Asyl, für eine leichtere Einbürgerung und gegen Abschiebung einsetzten. Jedoch ist das meines Erachtens aus mehreren Gründen für Deutschland höchst unvorteilhaft: Vor allem in den arabischen und afrikanischen Länder gibt es starke Bevölkerungszuwächse und gerade in diesen Ländern ist das Bildungsniveau sehr niedrig und somit können wir nicht damit rechnen, das diese Einwanderer uns ökonomisch bereichern, den gerade in den unteren Segmenten besteht bei uns eine erhöhte Arbeitslosigkeit, wodurch die meisten Neuankömmlinge aus diesen Ländern in unsere Sozialsysteme einwandern.

Des weiteren beweisen die Statistiken, dass Einwanderer krimineller
sind und dadurch den Ländern und Kommunen zusätzliche Kosten (Gefängnis, Gerichtskosten, etc.) bescheren. Z.B. liegt Anteil der ausländischen Straftäter im Bereich Raub und Erpressung bei 70,1 %, bei (schwere und gefährlicher) Körperverletzung 46,0 und bei Sexuelle Nötigung/ Vergewaltigung 32,2 %.

Quelle:
www.destatis.de

Denken sie nicht auch, dass sie in Anbetracht der Tatsachen und Fakten ihre Multikulti-Position überdenken sollten und endlich begreifen sollten, das diese Einwanderung keine Bereicherung, sondern eine Gefahr ist?
Antwort von Claudia Roth
2Empfehlungen
21.02.2012
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr Schiemann,

die Zusammenfassung der Politik von Bündnis 90/Die Grünen auf dem Feld der Einwanderung- und Asylpolitik, die Sie in Ihre Frage mitliefern, entstellt die wesentlichen Punkte der grünen Programmatik und enthält Unterstellungen, die von der Neonaziszene immer wieder vorgebracht werden. Deutschland ist nicht nur aus unserer Sicht längst ein Einwanderungsland. Weil das so ist, setzen wir uns für eine transparente und geregelte Einwanderung ein. Die Kriterien dazu haben wir in diversen parlamentarischen Initiativen klar formuliert und als Anträge eingebracht. Politische Kräfte, die jahrelang mit der Lebenslüge gelebt haben, Deutschland sei kein Einwanderungsland, mussten und müssen sich immer Scheibchenwiese bewegen, wenn die Realität sich nicht mehr leugnen lässt.

Bei der Asylpolitik sind wir für mehr Ehrlichkeit und Redlichkeit im Umgang mit Flüchtlingen und Schutzsuchenden. Wir sind für die Einhaltung der humanitären Verpflichtungen, die Deutschland aufgrund internationaler Abkommen eingegangen ist. Humanitäre Aufgaben im Bereich Flüchtlingsschutz zu übernehmen, sollte vom internationalen Gewicht Deutschlands abgeleitet werden und dem entsprechen. Die meisten Flüchtlinge und Schutzsuchende dieser Welt sind in den ärmsten Regionen der Welt untergebracht und nicht im superreichen Deutschland. Mehr Realitätssinn im Umgang mit Flüchtlingen zu zeigen und angesichts der weltweiten dramatischen Fluchtbewegungen mehr Verantwortung zu übernehmen, stünde Deutschland gut zu Gesicht.

Selbstverständlich sind wir für eine Erleichterung von Einbürgerungen, weil das eine Möglichkeit für die betroffenen Menschen ist, sich demokratisch zu beteiligen und mitzuentscheiden. Es ist ein echtes Demokratiedefizit, wenn Menschen Jahrzehnte lang in einem Land leben, ohne die Möglichkeit zu haben, mit zu entscheiden. Das ist eine Frage von grundlegenden demokratischen Rechten.

Zum Thema Kriminalität können wir auf unsere frühere Antwort hinweisen. Kriminalität hat mehr mit sozialen Problemen und sozialer Herkunft zu tun, und nicht mit ethnischer und religiöser Herkunft. Wozu das führt, wenn politische Kräfte, Behörden oder auch Personen versuchen, Kriminalität mit Herkunft der Menschen in Verbindung zu bringen und die Herkunft als ihre Wurzel zu definieren, haben wir beim Netzwerk des Neonaziterrors NSU gesehen.

Mit freundlichen Grüßen

Das Mitarbeiter-Team im Bundestagsbüro
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
22.02.2012
Von:

Sehr geehrte Frau Roth,

Joachim Gauck hat in einen NZZ-Interview seine Sicht der Freiheit erläutert und sich ausführlich zu Themen wie Sarrazin, Islam, Überfremdung, Hartz 4, Abbau des Sozialstaats und Kommunismus geäußert.
www.nzz.ch

Was ist Ihnen an seinen Thesen besonders sympathisch und welche passen am Besten zur Programmatik der Grünen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Claudia Roth
bisher keineEmpfehlungen
19.03.2012
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr ,

wir sind nie der Meinung gewesen, dass der Bundespräsident oder der Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten unsere Standpunkte und Ansichten zu vertreten hätte. Viel wichtiger sind uns solche Eigenschaften wie persönliche Integrität und die Fähigkeit, unparteiisch zu sein und für den Zusammenhalt der Gesellschaft einzutreten. Bei Herrn Gauck sind diese Voraussetzungen nach mehreren Begegnung und anhand seiner Wirkung in den letzten Jahrzehnten gegeben.

Mit freundlichen Grüßen

Das Mitarbeiter-Team im Bundestagsbüro
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Frage zum Thema Integration
23.02.2012
Von:

Sehr geehrte Frau Roth,

Ob aus der Neonaziszene diese "Unterstellung" kommen oder nicht ist völlig belanglos, denn ich halte es in dieser Hinsicht wie Sarrazin: "Wenn ein Arschloch sagt, die Erde ist eine Kugel, dann werde ich ihm nicht widersprechen, aber trotzdem sagen, dass er ein Arschloch ist". Die Verwendung der Nazi-Keule an dieser Stelle ist einfach unangebracht, denn es sind keine Unterstellungen, sondern Tatsachen: Die Grünen haben sich gegen Sprachtests beim Ehegattennachzug eingesetzt, sie haben sich vehement dafür eingesetzt, das irakische Flüchtlinge aufgenommen werden, immer wenn für einen Ausländer eine Abschiebung droht organisieren sie eine Initiative um diese zu verhindern. Dies ist zunächst nicht wertend gemeint, sondern einfach nur eine Feststellung, die sie nicht leugnen sollten. Das wäre ungefähr so, als ob die FDP leugnen würde eine neoliberale Partei zu sein.

Ob Deutschland ein Einwanderungsland ist oder nicht steht doch hier überhaupt nicht zur Debatte. Meine Frage war, ob ihre einwanderungsfreundliche Politik kontraproduktiv für Deutschland ist.

Mehr Realitätssinn im Umgang mit Flüchtlingen zu zeigen sollten lieber die Grünen. Armut darf kein Asylgrund sein, den dann müssten wir Milliarden Flüchtlinge aufnehmen.

Niemand bestreitet, das Kriminalität auch soziale Ursachen haben. Jedoch halte ich es für höchst gefährlich, wenn wir Menschen aus einem anderen Kulturkreis aufnehmen und diese dann überproportional kriminell werden (aus welchen Gründen auch immer), denn solch eine Politik ist ein Steigbügelhalter für Fremdenfeindlichkeit und Rassismus (NPD). Sollten sie nicht gerade aus diesem Grund für eine vernünftige Einwanderungspolitik plädieren, die strengere Kriterien auferlegt und möglichst kriminelle Ausländer ohne wenn und aber (wie in der Schweiz) abschiebt, damit nicht Ressentiments verstärkt werden und die anständigen Ausländer nicht darunter leiden müssen?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Claudia Roth
bisher keineEmpfehlungen
15.05.2012
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr Schiemann,

unsere einwanderungspolitischen Konzepte sind vernünftig und realitätsbezogen. Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit , dass bei der Erarbeitung dieser Konzepte unsere Verfassung und ihre Werte eine Leuchtturmfunktion haben. In diesen Konzepten sprechen wir uns für eine geregelte und gesteuerte Einwanderung von allen einwanderungswilligen Menschen aus, die den erarbeiteten Anforderungen entsprechen. Der Bereich der Flüchtlingspolitik berührt zwar die faktische Einwanderung, für ihn müssen aber andere Maßstäbe gesetzt werden, insbesondere müssen die Bestimmungen zwingend den humanitären Verpflichtungen und Schutzanforderungen gerecht werden.

Die These, dass manche Menschen bzw. Menschengruppen aufgrund ihrer Herkunft oder Abstammung häufiger kriminell werden, ist im Kern eine rassistische These. Allein die Tatsache, dass es Kriminelle aus den Nicht-Einwanderer-Familien gibt, reicht aus, solche Thesen als widerlegt zu betrachten.


Mit freundlichen Grüßen
Das Mitarbeiter-Team im Bundestagsbüro
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Frage zum Thema Umwelt
24.02.2012
Von:

Hallo Frau Roth,

rhetorische Fragen:
wie gedenken Sie meinen Arbeitsplatz und den der anderen 70.000 Kollegen der deutschen Solarbranche zu retten? Wie gedenken Sie die Hörigkeit der verantwortlichen Politiker gegenüber den 4 machtbesessenen Stromkonzernen endlich mal öffentlich zu machen? Was benötigen Sie denn um der Öffentlichkeit bewusst zu machen dass Sie hier angelogen wird?

Meine direkte Frage an Sie:
Wann stehen Sie als "Grüne" endlich auf?

Mit freundlichen Grüßen,


PS: Bitte entschuldigen Sie meine leicht unhöflich wirkende Art. Über ein Jobangebot als Projektentwickler /Projektleiter würde ich mich dennoch sehr freuen.
Antwort von Claudia Roth
bisher keineEmpfehlungen
19.03.2012
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr ,

auf Ihre rhetorischen Fragen möchten wir eher nicht rhetorisch antworten: Wir setzen alle parlamentarischen und außerparlamentarischen Hebel in Gang, um die schwarz-gelbe Bundesregierung von einer zukunftsfähigen Förderpolitik zu überzeugen, damit die Chancen für eine erfolgreiche Energiewende nicht verspielt werden. Die Auseinandersetzungen finden im Bundestag, im Bundesrat und auf allen öffentlichen Veranstaltungen und gesellschaftlichen Foren statt.

Was Ihre Bewerbung angeht, so danken wir Ihnen für Ihr Interesse. Es ist aber immer sinnvoll, sich zu bewerben, wenn eine Stelle ausgeschrieben worden ist. Aktuell haben wir keine entsprechenden Stellen, die zu besetzen wären.

Mit freundlichen Grüßen

Das Mitarbeiter-Team im Bundestagsbüro
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Frage zum Thema Atomausstieg bis 2022
26.02.2012
Von:
Max

Sehr geehrte Frau Roth,

Mit Entsetzen musste ich am Sonntag, den 26.02.2012 im ZDF Text lesen das RWE Strom aus russischen AKW beziehen möchte.

Vor ca. fünf Wochen stand in unserer Zeitung das Herr Zeil, Bay. Wirtschaftminister gesagt hat das Bayern Strom vom AKW Themelin benötigt.

Sehr geehrte Frau Roth wieso steigt Deutschland aus der Kernenergie aus, wenn dann Strom von anderen Reakoren sogar aus Kriesenrektoren aus dem Ausland eingeführt werden soll.

Mit freundlichen Grüßen
Max
Antwort von Claudia Roth
bisher keineEmpfehlungen
19.03.2012
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr ,

solche Äußerungen, sollten sie tatsächlich gemacht worden sein, zeugen von der Orientierungslosigkeit der betroffenen Verantwortlichen. Der Hintergrund solcher Überlegungen ist, dass weder die bayerische Landesregierung noch die schwarz-gelbe Bundesregierung überzeugende und realistische Konzepte für eine zukunftsfähige Energiewende haben. Dass Teile der großen Energiekonzerne versuchen, die Energiewende zu sabotieren, ist nichts Neues.

Mit freundlichen Grüßen

Das Mitarbeiter-Team im Bundestagsbüro
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