Claudia Bögel (FDP)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Geburtstag
15.09.1961
Berufliche Qualifikation
Kauffrau, IT-Projektmanagerin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Steinfurt
Wahlkreis
Steinfurt I - Borken I
Ergebnis
12,4%
Landeslistenplatz
17, Nordrhein-Westfalen
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(...) Die Bestandsaufnahme des derzeitigen Systems frühkindlicher Bildung zeigt erhebliche Schwächen. Das deutsche System der vorschulischen Bildung, Erziehung und Betreuung ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern erheblich unterfinanziert. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
21.09.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Bögel,

auf der Homepage der FDP sowie auf dem facebook-Auftritt der FDP findet man heute einen Artikel zum Thema Bürokratieabbau, in welchem Sie eine erreichte Einsparungssumme von 10,5 Mrd. Euro nennen.

Wo kann man denn nachlesen, welche konkreten Maßnahmen zum Thema Bürokratie-Abbau zu den angeblich 10,5 Mrd. Euro Einsparungen geführt haben und wie sich diese zusammensetzen?

Sie vermischen in Ihrem Artikel zwei Aussagen, die genau betrachtet absolut nicht gleichzusetzen sind:

"Wir Liberale halten an dem Ziel fest, noch dieses Jahr, die Informationspflichten der Wirtschaft im Vergleich zu 2006 um netto 25 Prozent zu reduzieren."

Das gesetzte Ziel ist aber nicht der Abbau der Informationspflichten um 25%, sondern Reduzierung der entstehenden Kosten um 25 %, wie Sie etwas später ja selbst feststellen:

"Das Ziel ist es, die Bürokratiekosten der Wirtschaft bis Ende 2011 um 25 Prozent zu reduzieren."

Dies ist ja nicht zwangsläufig das Gleiche. Sie können evtl. viele wenig kostenintesive Informationspflichten streichen und damit ihre 25% gesenkte Informationspflichten erreichen, damit hätten Sie aber keine 25% Kostensenkung erreicht.

Ich bitte auch hier um Stellungnahme.

MfG
Antwort von Claudia Bögel
1Empfehlung
14.12.2011
Claudia Bögel
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihr Schreiben. Sie fragen nach konkreten Beispielen für den Bürokratieabbau und aus welchen Komponenten sich die jährliche Einsparungssumme von 10,5 Milliarden Euro zusammensetzt.

Auf der Homepage des Nationalen Normenkontrollrates finden Sie hierzu den Jahresbericht 2011 mit dem Titel "5 Jahre Bürokratieabbau - Der Weg nach vorn!".

LINK: www.normenkontrollrat.bund.de

Dort sind sämtliche erfolgreiche Maßnahmen zum Bürokratieabbau der Bundesregierung inklusive deren Entlastungsvolumen aufgelistet.

Beispiele:
  • Verfahrensvereinfachung im Vergaberecht (Januar 2010) - Entlastungsvolumen: 250 Mio. Euro
  • Erleichterung bei Wirtschaftsstatistikpflichten (Juli 2011) – Entlastungsvolumen: 470.000 Euro.

Der Bericht macht deutlich, dass die Bundesregierung beim Bürokratieabbau mehr erreicht hat als alle bisher dagewesenen Initiativen.

Vielen Dank auch für Ihren Hinweis auf die entsprechende Textpassage. Sie haben recht, dass diese missverständlich formuliert ist. Ziel ist es nicht, die Informationspflichten zu reduzieren, sondern die Bürokratiebelastung der Wirtschaft aus Informationspflichten zu senken.


Mit freundlichen Grüßen

Claudia Bögel MdB
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
27.10.2011
Von:
Uwe

Sehr geehrte Frau Bögel,

haben Sie das heute wirklich ernst gemeint?
"Wir dürfen hier nicht die Zwangsbeglückung eines jeden mit schnellem Internet fordern, das ist falsch. Wenn der Staat Bandbreiten für das Internet diktiert, dann diktiert er auch die Bedürfnisse seiner Bürger."

Ich nehme an, daß Sie nicht aus eigener Erfahrung beschreiben können, wie gemütlich ein ISDN-Anschluß sein kann. Auf Ihrer eigenen Web-Site kann man sich Videos anschauen, vorausgesetzt, der verwendete Zugang ist ein Breitbandzugang. Ich und tausende Andere können dies und vieles andere nicht. Das mit der Zwangsbeglückung sollten Sie sich noch einmal überlegen, es ist eine schallende Ohrfeige für all diejenigen, die seit Jahren warten, vertröstet werden und wieder warten. Bitte nicht auch noch Zynismus.
Es geht überhaupt nicht um Zwangsbeglückung. Es geht darum, für schnelle Internetzugänge zu sorgen. Für alle und möglichst rasch. Das haben Sie sich und viele andere Politiker auf die Fahnen geschrieben, die man sich u.a. auch im Internet angucken kann, wenn man kann.
Denken Sie an diese Fahnen, reden Sie nicht so krudes Zeug daher und helfen Sie einfach mit, daß das Theme schneller Internetzugang so schnell wie ein DSL-Zugang vom Tisch kommt.
Falls es Ihnen hilft: Ich lade Sie gern zu mit nach Hause ein, dann können Sie sich von hier aus von den Vorzügen langsamer oder nicht vorhandener Kommunikation im Netz selbst überzeugen.
Vielleicht hilft das auch für die Wortwahl bei einem der nächsten Themen.

Mit freundlichen Grüßen

Ein enttäuschter
Uwe
Antwort von Claudia Bögel
bisher keineEmpfehlungen
15.12.2011
Claudia Bögel
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 27.10 zum Thema Breitbandausbau.

Ihnen missfällt der von mir verwendete Begriff der Zwangsbeglückung. Außerdem fordern Sie schnelle Internetzugänge. Letzteres ist vorrangiges Ziel der FDP-Bundestagsfraktion. Die FDP unterstützt das Ziel der Bundesregierung, den Aufbau hochleistungsfähiger Breitbandnetze mit dem Ziel in Angriff zu nehmen, möglichst 50 MBit Übertragungsrate für 75% der Bevölkerung bis 2014 und flächendeckend bis 2018 verfügbar zu machen. Was wir nicht wollen, ist ein staatlicher Ausbau.

Die FDP-Bundestagsfraktion hat den Universaldienst verhindert, da sonst ein abrupter Abbruch aller laufenden und angekündigten Investitionen zum Breitbandausbau gedroht hätte. Stattdessen haben wir Regelungen unterstützt, die den Ausbau eines Breitbandnetzes in der Fläche unter Nutzung vorhandener Infrastruktur verbilligen und die Rechtssicherheit für Investoren verbessern. Ein Ausbau der Netze ohne Rücksicht auf die Marktnachfrage wäre teuer (ca. 90 Mrd. Euro) und ineffizient (keine Sicherheit über Nachfrage und Auslastung).

Das Telekommunikationsgesetz ist von seiner Grundintention ein Gesetz, das auf die Herstellung von Wettbewerb gerichtet ist. Die Funktion der Wettbewerbsförderung gilt es weiterzuführen und einen investitionsfreundlichen Rahmen für den Aufbau hochleistungsfähiger Netze zu schaffen. Nicht nur für die Telekom, sondern insbesondere für die mittelständischen Unternehmen, die zahlreich in diesem Bereich vertreten sind. Bis zu 10.000 Arbeitsplätze können so gesichert werden.

Aus meiner Sicht werden die Unternehmen der Telekommunikationsbranche das Land schneller, kostengünstiger und flächendeckender mit leistungsfähigem Internet versorgen können, als dies mit einer planwirtschaftlichen Ausbauverpflichtung in Form eines Breitband-Universaldienstes möglich wäre.

Wie aus Ihrem Schreiben hervorgeht, haben Sie leider noch nicht die Möglichkeit von Breitband zu profitieren. Nach dem Breitbandatlas der Bundesregierung ( www.zukunft-breitband.de ) ist es tatsächlich so, dass in Polz noch kein leitungsgebundener Ausbau stattgefunden hat. Das ist sehr bedauerlich.

Um die Durchdringung des ländlichen und strukturarmen Raums, wie z.B. Polz, mit schnellem Internet weiter voran zu treiben, dürfen wir daher nicht allein auf die Installation der teuersten Zukunftstechnologie, der Glasfaser, setzen. Schnelle mobile Funktechnologien (LTE) und Fortschritte in der Satellitentechnologie werden in relativ kurzer Zeit für viele Anwendungen eine Alternative von ausreichender Versorgungsqualität zur Festnetzversorgung bieten. Und der LTE-Ausbau in Deutschland ist erfolgreich. So erreicht Vodafone mit der neuen Mobilfunktechnik bereits 7,5 Millionen Haushalte.

Für die Regionen, in denen keine Erschließung durch den Markt erfolgt, können Kommunen auf verschiedene Förderprogramme der Länder und des Bundes zugreifen. Mehr als 150 Mio. Euro stehen durch die Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) und die Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) zur Verfügung.

Über welche Finanz-und Fördermöglichkeiten Polz verfügt, können Sie bei den Ansprechpartnern der regionalen Kompetenzzentren in Erfahrung bringen. Bitte wenden Sie sich dazu an Bernd Holter (Tel.: 0385/773347 - 20 ) oder Mohammed al Mashni (0385/773347 – 21) vom Zweckverband "Elektronische Verwaltung in Mecklenburg-Vorpommern". Link: www.ego-mv.de

Mit freundlichen Grüßen

Claudia Bögel MdB
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