Christiane Blömeke (GRÜNE)
Abgeordnete Hamburg 2008-2011
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Grunddaten
Christiane Blömeke
Jahrgang
1960
Berufliche Qualifikation
Medizinisch-Technische Assistentin, Referentin für Umweltbildung
Ausgeübte Tätigkeit
selbstständige Referentin für Umweltbildung, MdHB
Wohnort
-
Wahlkreis
Alstertal - Walddörfer , Listenplatz 1
Landeslistenplatz
-
weitere Profile
(...) Die Wahl fiel auf das Altonaer Museum, weil es in seinem Angebot Überschneidungen mit anderen Häusern gibt. Alle drei Schwerpunktthemen des Altonaer Museums sind bereits Schwerpunktthema in anderen Museen. (...)
Parlamentarische Arbeit
Fragen an Christiane Blömeke
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Kultur
28.09.2010
Von:

Liebe Frau Bloemeke,

waren Sie schon einmal im Jungen Schauspielhaus Hamburg? Wissen Sie, welche kulturelle und Bildungsarbeit dort geleistet wird für Kinder, Jugendliche und Erwachsene?
Erschwingliche Kartenpreise, ein kostenloser Theaterjugendclub, zum Teil sehr kontrovers angerende Stücke, die sich mit Kinderarmut, Entscheidung, Auflehnung und damit auseinandersetzt, was die Welt im innersten zusammen hält. Es gibt Projekte, die sich im künstlerischen Rahmen um Politische Dinge drehen (utopia-Zukunftswerkstatt), es gibt einen künstlerischen Leiter dort, der immer wieder neue Initiativen schafft, junge menschen für Theater, Kultur, Politik und Bildung zu begeistern.
Dieses Haus soll geschlossen werden. Warum? Bitte sagen Sie als Begründung nicht die wirtschaftlichen Sparmaßnahmen, sondern beantworten mir die Frage, weshalb diese Sparmaßnahmen nur das Schauspielhaus trifft und das Junge Haus, welches durchweg nur gute Kritiken und Preise gewinnt.
Weshalb haben wir einen Kultursenator, der im Interview sagt, er wolle eine Politik nicht für Intendanten sondern fürs Publikum machen, das Publikum jedoch gar nicht fragt und weshalb haben wir einen Finanzsenator, der allen ernstes fragt, weshalb staatliche Häuser Subventionen brauchen, wo der König der Löwen es doch auch so schafft (1. Nur eine Show, also keine oder geringe Kostüm- und Bühnenbild-Dramturgen etc Kosten; 2. skandalöse Niedrigbezahlung der Mitarbeiter z.B. 6 die Stunde im Vorderhaus, unfreundliche Athosphäse; 3. Alles ist auf konsum und Marketing ausgerichtet, T-Shirts, becher, Flummi etc; die KARTEN kosten für Studenten mit Glück 30 Euro aufwärts). Weshalb werden Kultur, Zusammenarbeit, über 60 Stellen, Tradition (künstlerische, nicht konservative!) und tolles Theater für 1,5 Mio Unterstützung für das Polizeiorchester weggeworfen?
Was passiert da gerade, bitte erklären Sie es mir, Frau Blömeke. Ich bin sehr gespannt.

Liebe Grüße,
Antwort von Christiane Blömeke
1Empfehlung
14.10.2010
Christiane Blömeke
Sehr geehrte Frau ,

haben Sie vielen Dank, dass Sie Ihre Bedenken und Ihre Kritik über Abgeordnetenwatch an mich gesendet haben. Es ist ein aktuelles Thema und viele Zuschriften von BürgerInnen und Bürgern, die über die Kulturpolitik in Hamburg in Sorge sind, erreichen uns derzeit. Ich möchte Ihnen nachfolgend gerne einiges zu den Einsparungen im Kulturbereich erläutern, gleichzeitig aber darauf hinweisen, dass ich nicht die Fachsprecherin für Kulturpolitik bin. Sollte Ihnen meine Antwort inhaltlich nicht ausreichen (obwohl sie sehr ausführlich ist) und Sie möchten weitere Details wissen, dann wäre es sinnvoll, wenn Sie sich mit Eva Gümbel aus meiner Fraktion in Verbindung setzen. Sie ist die zuständige Fachsprecherin für Kultur.

Der Kulturbereich hat für den schwarz-grünen Senat, aber insbesondere für uns Grüne einen hohen Stellenwert- nicht zuletzt deswegen haben wir auf einer Weiterführung einer eigenständigen Kulturbehörde bestanden.

Warum ist es dann trotzdem zu Kürzungen gekommen? Wir stehen vor der mehr als schwierigen Situation 2011 und 2012 jeweils rund 500 Mio Euro einsparen zu müssen, die in der Folge (2013/14) sogar auf die Sparsumme von 1 Mrd jährlich aufwachsen.. Grund ist hierfür nicht nur die schwierige wirtschaftliche Situation, die auch andere Bundesländer zum Sparen zwingt, sondern auch die Festsetzung der Bundesregierung ab 2020 Investitionen nicht mehr über Schulden zu finanzieren ..

500 Mio Euro jährlich- das ist eine gewaltige Summe, die nur erreicht werden kann, wenn jede Behörde Einsparungen vornimmt. Natürlich kann es dabei auch zu politischen Schwerpunktsetzungen kommen und einige Bereich müssen einen größeren Beitrag als andere leisten. Der politischen Schwerpunktsetzung hat es der Kulturbereich in Hamburg zu verdanken, dass Kultur in der ersten Sparrunde im November 2009 zum Schonbereich erklärt wurde und keinen Sparbeitrag leisten musste. Um dennoch das Einsparziel zu erreichen, wurden andere Fachbereiche mehr belastet und es kam zu Einsparungen bzw. Ausgabenbegrenzungen, die ebenfalls sehr schmerzlich waren. Beispielsweise in meinem Fachbereich die Erhöhung der KITA Gebühren oder die Reduzierung der Rechtsansprüche auf Kinderbetreuung. Ich glaube, dass hier deutlich wird, welchen hohen Stellenwert Kultur für die schwarz-grüne Regierung hat.

In dieser aktuellen Sparrunde und bei der Vorgabe 500 Mio Euro einzusparen gab es jetzt keine Möglichkeit mehr den Kulturbereich zu schonen. Dafür gab es - nach den Entscheidungen zur Begrenzung der Ausgaben im KITA Bereich im letzten Jahr- nun für die KITAs keine weiteren Einsparungen, worüber ich sehr froh bin, weil wir sonst die Familienfreundlichkeit dieser Stadt aufgekündigt hätten.

Zur Kultur:
Im Haushalt der Kultur gibt es drei große Zuwendungsempfänger: die staatlichen Bühnen, die Museen und die Bücherhallen. Alle drei mussten einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung leisten. Die Alternative wäre gewesen auch bei den kleinen Zuwendungsempfänger zu kürzen. Wir haben uns aber politisch gegen eine dortige Kürzung ausgesprochen ,weil es dann zu einer ernsthaften Gefährdung der Stadtteilkultur gekommen wäre und viele kleinere Einrichtungen von Schließung betroffen wären. Ebenso hat sich die Kulturbehörde gegen eine Kürzung nach dem Rasenmäherprinzip entschieden (überall wird eine bestimmte Summe gekürzt), sondern die Sparverpflichtung auf die Ihnen bekannten kulturellen Einrichtungen gelegt.

Das Schauspielhaus ist mit einer Einsparsumme von 1,2 Mio Euro betroffen und die Einsparung an dieser Stelle ist uns schwer gefallen. Dennoch halte ich es -vor allem vor dem Hintergrund, dass das Schauspielhaus immer noch 16,5 Mio Euro jährlich erhält- für zumutbar. Es ist übrigens keine Entscheidung des Senats wohlmöglich das Junge Schauspielhaus zu schließen um den Kürzungen Rechnung zu tragen. Wo das Geld eingespart wird, muss das Schauspielhaus selber entscheiden. Zeitgleich möchte ich darauf hinweisen, dass wir uns als Grüne sehr stark machen werden die geplanten zusätzlichen Einnahmen aus der sogenannten Kulturtaxe auch in das Schauspielhaus zu investieren, so dass ggf die Einsparungen hier ausgeglichen werden. Keinesfalls soll mit den Einnahmen aus der Kulturtaxe nur neue Glanz- Eventkultur finanziert werden. Wir wollen, dass die Mittel auch für den Bestand eingesetzt werden. Hier sind wir noch in einem Entscheidungs- und Umsetzungsprozess.

Im Bereich der Zuwendungsempfänger Museen gibt es den Vorschlag des Senats das Altonaer Museum zu schließen und somit Kosten von rund 3,4 Mio Euro jährlich zu erreichen: das Altonaer Museum ist eines von 10 Museen, die in der Stiftung Historische Museen zusammengefasst sind. Alternativ kann man sich auch hier eine Kürzung nach dem Rasenmäherprinzip vorstellen und jedem Museum eine bestimmte Summe an Zuwendung streichen. Der Senat hat sich hier aber für die Schließung eines Standortes ausgesprochen, um so das Überleben der anderen 9 Museen zu sichern.Wir haben als Grüne diesem Verfahren so zugestimmt.
Die Wahl fiel auf das Altonaer Museum, weil es in seinem Angebot Überschneidungen mit anderen Häusern gibt. Alle drei Schwerpunktthemen des Altonaer Museums sind bereits Schwerpunktthema in anderen Museen. Aus diesem Grund wird selbstverständlich die Sammlung auch erhalten bleiben und auf die anderen Einrichtungen verteilt werden. Ich kann die Entscheidung zur Schließung des Altonaer Museums daher nachvollziehen, bin aber dafür in einen Kulturdialog einzutreten, der ggf mit den Museen noch andere Möglichkeiten auslotet das Einsparziel zu erreichen.

Dritte Säule der Zuwendungsempfänger sind die Bücherhallen. Es erstaunt mich zur Zeit, dass der Protest sich fast ausschließlich mit dem Museum oder dem Schauspielhaus beschäftigt. Aus meiner Sicht sind die Kürzungen bei den Bücherhallen - mit dem großen Aufgabenspektrum, das sie bürgernah vertreten- am schmerzlichsten und ich werde mich auf jeden Fall dafür einsetzen auch hier die Verwendung der Gelder aus der Kulturtaxe zum Ausgleich einzusetzen. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass z.Zt. noch die rechtliche Zulässigkeit der Kulturtaxe geprüft wird.

Sehr geehrte Frau , ich hoffe, dass ich Ihnen erläutern konnte, warum es zu Einsparungen im Kulturbereich gekommen ist und warum die drei großen Zuwendungsempfänger nun weniger Geld erhalten. Ich finde Ihren Protest berechtigt, gerade weil Sie ja auch einen persönlichen Bezug zum Schauspielhaus haben.

Gleichzeitig würde ich mich aber freuen, wenn Sie vielleicht einen Blick über das Schauspielhaus hinaus auf die Gesamtsituation der Stadt werfen. Wir kommen an den Einsparungen nicht herum- es steht in der Verantwortung dieser Regierung hier Maßnahmen zu ergreifen und aus diesem Grund sehe ich es auch als berechtigt an auch in der Kultur zu sparen. Jeder Verzicht hier nicht zu sparen, hätte Auswirkungen auf andere Bereiche. Ich muss Ihnen sagen, dass mir auch gerade die sozialen Bereiche unserer Stadt sehr wichtig sind .Hier gibt es viele Menschen, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind- insbesondere auch viele Kinder. Doch diese Menschen haben kaum eine Lobby- jedenfalls habe ich noch nicht erlebt, dass ein Helmut Schmidt (der sich heute für den Erhalt des Altonaer Museums ausgesprochen hat) oder andere Prominente sich für den Erhalt des Blindengeldes, des Sozialtickets, den Mütterberatunsstellen oder der Hilfe zur Pflege einsetzen würden. Hier sehe ich dann auch die Aufgabe der Politik sich für diese Menschen, die keine Lobby haben, einzusetzen und so haben wir es als Grüne auch erreichen können, dass beispielsweise diese Bereiche nicht bespart werden.

Abschließend noch ein Wort zu dem von Ihnen genannten Polizeiorchester. Der Erhalt dieses Orchesters ist nicht in meinem Sinne. Ich war ausdrücklich für die Auflösung und die Verwendung der 1,5 Mio Euro an anderer Stelle. Diese Meinung teilt meine gesamte Fraktion und vor allem die zuständige Fachsprecherin mit mir. Hier hat der Bürgermeister von seiner Richtlinienkompetenz Gebrauch gemacht und die steht höher als jeder Beschluss der Koalition. Ich kann Ihnen in diesem Punkt der Kritik also nur beipflichten.

Freundliche Grüße

Christiane Blömeke
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
07.10.2010
Von:
-

Sehr geehrte Frau Blömeke,
die Volksentscheide sind zu einem scharfen Schwert der Bürger gegen unsinnige und bürgerfeindliche Politikentscheidungen der Regierenden geworden.Dafür sei den Grünen gedankt , auch wenn sie es vermutlich selbst bereits bereuen werden.
Fragen: Wollen die GALier die ungeliebte Stadtbahn,das letzte noch verbliebene Vorzeigeprojekt (neben den roten Leihfahrrädern) auf Biegen und Brechen durchsetzen? Will man dieses finanzielle Fass ohne Boden, den gebeutelten Steuerzahlern gegen ihren mehrheitlichen Willen aufbürden? Wollen sie einen weiteren aufwendigen Volksentscheid herausfordern? Mein Ratschlag als Bürger und Steuerzahler an die Politik: Stellen sie die kostspieligen Planungen ein.Die Stadbahn wird nicht kommen.Sie ist in den Zeiten von gravierenden und einschneidenden Sparprogrammen weder notwendig noch vermittelbar.

Mit freundlichem Gruß
-
Antwort von Christiane Blömeke
2Empfehlungen
16.10.2010
Christiane Blömeke
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre kritische Zuschrift auf die ich gerne antworten möchte um Ihnen meine Meinung zur Stadtbahn darzulegen.

Die Stadtbahn ist aus meiner Sicht kein Prestigeobjekt der Grünen, sondern ein notwendiges innovatives Verkehrsmittel. Sie ist leistungsstark und kann wesentlich mehr Menschen befördern, als die vorhandenen Buslinien, die zunehmend auf vielen Strecken an ihre Beförderungsgrenzen stoßen. Durch die geplante moderne Bauart wird sie leise sein und ein barrierefreier Zugang ist selbstverständlich. Aufgrund der Schienenführung (und damit der Unabhängigkeit von hohem Autoverkehrsaufkommen) erreicht sie wesentlich schneller ihr Ziel, als die Busse. Und nicht zuletzt ist die Stadtbahn das umwelfreundliche Verkehrsmittel schlechthin. Es kommt also nicht von ungefähr, dass bereits viele Großstädte eine moderne Stadtbahn haben. Aus meiner Sicht sind die Argumente für die Einführung der Stadtbahn so überzeugend, dass ich - gemeinsam mit meiner grünen Fraktion- eine Einstellung der Stadtbahnplanungen für falsch halte. Die Stadtbahn ist für mich das optimale Verkehrsmittel der Zukunft und ich halte es für wichtig auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Innovationen zuzulassen und sich nicht nur auf das Stopfen von Löchern (sei es nun Haushaltslöcher oder Straßenlöcher) zu beschränken.

Weil die Stadtbahn so überzeugend ist in ihrer zu erwartenden Wirtschaftsbilanz und Nutzung haben am 18. November 2009 auch alle Fraktionen der Bürgerschaft einstimmig die Einführung der Stadtbahn gefordert. Die erste Strecke zwischen Bramfeld und Altona wird etwa 15 km lang sein und somit endlich Bramfeld auch die lang versprochene bessere Anbindung an die Innenstadt bringen.

Ich gebe Ihnen aber recht, wenn Sie vermuten, dass es bis dahin noch Unwegsamkeiten gibt. Zunächst einmal gilt es meiner Meinung nach mit den kritischen BürgerInnen ins Gespräch zu kommen und die Sorgen und Bedenken, die vor allem in Hinsicht auf Wertverlust der Häuser etc, oder in Hinsicht auf Störungen des Betriebes von Geschäften usw geäußert werden, ernst zu nehmen und Lösungsmöglichkeiten gemeinsam zu entwickeln. Zusätzlich gilt es umfassend über die Vorteile der Stadtbahn zu informieren. Aus diesem Grund hat die GAL auch bereits einige Diskussions- und Informationsveranstaltungen durchgeführt.

Es ist meines Wissens übrigens nicht die Mehrheit der Hamburger, die sich gegen die Stadtbahn aussprechen. Letzte Umfragen ergaben hier einen Gleichstand aus Befürwortern und Gegnern und, sehr geehrter Herr , natürlich sind die BürgerInnen frei auch das Mittel des Volksentscheides zu nutzen und möglicherweise kommt es bei der Stadtbahn auch dazu. Die GAL steht auch weiterhin zu der Einführung und der Verbindlichkeit von Volksentscheiden - auch, wenn es politisch manchmal unbequem ist. Allerdings muss man bei den jüngsten Initiativen zu den Volksentscheiden auch kritisch hinterfragen, ob Volksabstimmungen wirklich die Mehrheitsmeinung aller BürgerInnen wieder spiegeln. Ich sehe es als sehr bedenklich an, dass sich insbesondere gerade Menschen aus benachteiligten Lebenssituationen - laut Analysen- nur selten an Volksabstimmungen beteiligen.

In Hinsicht auf die Finanzen möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass der größte Teil der benötigten Gelder sogeannte Investitionskosten sind und zu dem überwiegendem Anteil vom Bund kommen. Die genaue Verteilung der Gelder kann Ihnen gerne auch das zuständige Verkehrsressort bei uns erläutern, das von Martina Gregersen geleitet wird. Sie können sich auch gerne an meine Kollegin Gregersen wenden, wenn Sie noch weitere Detailfragen zur Stadtbahn haben.

Ich hoffe, dass ich Ihnen darlegen konnte, warum ich persönlich von der Stadtbahn überzeugt bin und mich für die Umwetzung in die Realität einsetzen werde. In diesem Sinne hoffe ich auch, dass sich die Politik, die Fachleute und alle die seitens der Planung an der Stadtbahn beteiligt sind, in einem guten und fairen Diskursprozess mit den jetzigen Gegnern der Stadtbahn einigen können.

Freundliche Grüße von

Christiane Blömeke
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Finanzen
25.11.2010
Von:
Ute

Sehr geehrte Frau Blömeke,

mit Wut und Empörung habe ich erfahren, dass der Senat schnellstmöglichst die geplante Kürzung bzw. Streichung der Sonderzahlung für die Beamten umsetzen will.

Zu meiner Person möchte ich Ihnen folgende Angaben machen:

ich wurde vor 59 Jahren in Hamburg geboren und bin seit 40 Jahren in der Hamburger Steuerverwaltung tätig und somit zu alt, um in die freie Wirtschaft zu gehen. Ich lebe gerne in Hamburg, obwohl ich mir das bald kaum noch leisten kann. Mein Mann ist vor fünf Jahren verstorben und ich muss sehen, dass ich mit meinen Bezügen noch alles finanzieren kann. Die Kosten halbieren sich ja nicht. Im Gegenteil Strom, Wasser, Gas, Miete, HVV und nicht zuletzt die private Krankenkasse werden immer teuerer. Meine jungen Kollegen sind auch total demotiviert. Viele sind aus Hamburg weggezogen, weil es im Umland billiger ist bzw. sie in Hamburg kaum über die Runden kommen. Die Abgeordneten in Brüssel bekommen 3,7 % mehr und in Hamburg wollen Sie den Beamten 5 % wegnehmen. Wie stehen Sie zu dieser Einkommenskürzung? Wollen Sie die Verantwortung übernehmen, wenn hochqualifizierte Steuerbeamte in die freie Wirtschaft gehen, wo sie oft das Zehnfache ihrer Beamtenbezüge verdienen? Von den Polizisten ganz zu schweigen, die sich den Kopf einschlagen lassen müssen für ein Ei und ein Butterbrot. Ich bin gespannt auf Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Christiane Blömeke
bisher keineEmpfehlungen
30.11.2010
Christiane Blömeke
Sehr geehrte Frau ,

aufgrund der von uns in der Zwischenzeit getroffenen Entscheidung, die Koalition mit der CDU vorzeitig zu beenden, wird der Doppelhaushalt 2011/12 nicht mehr in dieser Legislatur verabschiedet werden. Ein neuer Senat wird im kommenden Jahr einen neuen Haushalt in die Bürgerschaft einbringen müssen. Ob dann Einsparungen im Personalbereich vorgenommen werden, kann ich Ihnen aus heutiger Sicht nicht beantworten. Sicher ist nur, dass die Notwendigkeit zur Konsolidierung der Finanzen der Stadt unabhängig von der politischen Konstellation, die diese Stadt regieren wird, bestehen bleibt.

Mit freundlichen Grüßen
Christiane Blömeke
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Christiane Blömeke
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.