Bundeswehr ohne Wehrpflicht
Die Grünen sind mit einem Antrag gescheitert, mit dem die Bundesregierung zur Erarbeitung eines sicherheitspolitischen Konzepts für die Bundeswehr aufgefordert wird. Auch die Wehrpflicht gehöre auf den Prüfstand.
Hintergrundinformationen
Der Entschließungsantrag der Grünen zielt auf einen umfassenden Strukturwandel der Bundeswehr inklusive einer Abschaffung der Wehrpflicht. Nach Ansicht der Grünen gehören Personalstärke, Struktur, Ausrüstung und Oragnisation der Truppe auf den Prüfstand. Deshalb soll die Bundesregierung dem Bundestag bis September 2010 ein "schlüssiges, tragfähiges sicherheitspolitisches Konzept" vorlegen, "mit dem die Bundeswehr ihren Auftrag ohne Rückgriff auf die Wehrpflicht erfüllen kann".

Der Antrag fand keine Mehrheit im Bundestag.


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Kommentare von Besuchern zur Abstimmung
Kommentar #13
Eine Bundeswehr ohne Wehrpflicht würde ja theoretisch nach demselben Konzept ablaufen, wie man es bereits aus Amerika kennt. In der US-Armee gibt es so gesehen nur Soldaten, die sich aus eigenem Antrieb für den Wehrdienst gemeldet haben. Hier muss man jedoch beachten, dass die USA gerade deswegen um einiges mehr für das Militär ausgeben muss, als ein Land mit Wehrpflicht.
Deshalb ist meine Meinung dazu, dass sich eine vollständige Abschaffung der Wehrpflicht nur lohnen würde, wenn die jetzigen Ausgaben fürs Militär (sowohl Wehrdienst als auch Zivildienst) größer wären als die Ausgaben, die man ohne Wehrplicht hätte.
Ein weiterer Punkt ist die Tatsache, dass hier in den Kommentaren davon gesprochen wird, dass jeder Bürger in einer Demokratie seine "Pflicht" für die Gesellschaft (also das Volk) tun sollte. Ich stimme zwar zu, dass man seinen Beitrag für die Gesellschaft machen sollte, dies muss, egal ob Mann oder Frau, jedoch nicht unbedingt im Militär geschehen. Auch die Hilfe in Einrichtungen, wie Caritas, Diakonie, Altenheim, Kindergarten, Krankenhaus, Polizei, etc., ist ein wichtiger Beitrag für die Gesellschaft. Insofern darf man, meiner Meinung nach, den Begriff der "Pflicht" nicht vollkommen generalisieren.
von: Eduard Rajski
am: 02.09.2010 13:16
Kommentar #12
Eine reine Berufsarmee und Abschaffen der Wehrpflicht hört sich gut an, birgt jedoch eine nicht zu unterschätzende Gefahr für ein demokratisches Staatswesen. In kurzer Zeit entwickelt sich eine militärisch ausgebildete Kaste von Waffenträgern, die im Frieden und sorglosen Zeiten von der Öffentlichkeit kaum beachtet werden. Kommt eine Gesellschaft in Bedrängnis (es braucht kein Krieg zu sein, Hyperinflation, Hunger, Armut oder gewaltige Naturkatastrohen genügen) besteht die Gefahr, dass diese Kaste die Macht rücksichtslos an sich reisst. Mir ist eine Wehrpflichtigenarmee mit Bürgern in Uniform auf Zeit lieber als eine kleine uniformierte Elite, die meint, weil sie Waffen trägt, die kräftigeren Argumente zu haben. Im Extremfall gibt es wieder einen Wehrstand, einen Lehrstand und einen ausgenutzten Nährstand.

Wir sollten aus der Vergangenheit lernen: Julius Cäsar schaffte vor 2000 Jahren mit seinem militärischen Potenzial die römische Republik ab. Die Gefahr besteht auch heute, nur ist sie vergessen. Wir werden erst wach, wenn ein militärischer Stratege wieder den Rubicom überschreitet.

Dr. Freiherr zu Guttenberg arbeitet im Moment daran, militärischen Strategen Macht zu geben. Den Generalinspekteur der Bundeswehr den Status eines Staatssekretärs zu verleihen, halte ich für sehr bedenklich und nicht mit Artikel 26 Abs. 1 Grundgesetz vereinbar.

Auffallend ist auch, dass Herr Dr. Freiherr zu Guttenberg in letzter Zeit viel in Uniform zu sehen ist. Das gefällt mir nicht.
von: Bernd Marterer
am: 30.08.2010 19:39
Kommentar #11
Übrigens,
die Bundeswehr hat es aktuell mit äusserst schwierigen, riskanten und
lebensgefährlichen Einsätzen zu tun. Es sind unsere Jungs und Mädchen,
die diesen Dienst verrichten, von politischen Mehrheiten beschlossen.
Sie verdienen unsere Achtung und Beachtung unabhängig der Diskussion
darüber. Also, ein menschlicher, nicht militärischer Akt !?
Lasst uns aber nicht vergessen, unsere "gute alte Wehrpflicht-Armee",
hat auch Opfer und Tote zu beklagen. Sie hat aber einen Krieg mit gewonnen, den "Kalten Krieg" !
Ich war dabei.
von: Rainer Warzecha
am: 12.08.2010 13:50
Kommentar #10
Stimme Herrn Bert Schäfer zu. Eine Forderung, die ich selbst schon seit
Jahren stelle. Jeder sollte seine Pflicht für unsere Gemeinschaft tun. Vorschlag: 12 Monate bei individueller "Wahl der Waffen" wie Bundeswehr, Polizei-Hilfsdienst, Sozial- und Hilfseinsatz, Landwirtschaft, Umwelt usw.
Ein Argument zur Diskussions-Grundlage: Wer Rechte hat, darf sich auch vor den Pflichten nicht drücken (Politische Bildung-Demokratie- 1.Semester)
In jungen Jahren das Hotel "Mama" zu verlassen und mit Gleichaltrigen Dienst zu tun, hat noch keinem/er geschadet !?
Noch eine Bemerkung zur Wehrpflicht: bei allem "Für und Wider" erinnere ich an das Grundgesetz. Jeder Bürger hat ein Recht auf Schutz und Verteidigung !
Dass wir von "Freunden" umgeben sind reicht mir nicht. Die Ereignisse in Jugoslawien, der 11.09.01, eine Vielzahl von Konflikten und ein all gegen-wärtiger Terrorismus verlangen Schutzmassnahmen.
Ich meine, wir Deutsche, die wir noch immer in "Wolkenkuckuksheim" leben, haben verdammt viel zu verteidigen.
Bleiben Sie alle gesund und wachsam !
von: Rainer Warzecha
am: 12.08.2010 13:31
Kommentar #9
Gut ist die Freiwilligkeit: Als ich Jung war ging ich zum Bund weil es dafür einen höheren Sold gab als beim Ersatzdienst und nicht aus Überzeugung.

Im übrigen geht es hier mehr um die Frage, wer die Kosten trägt, insbesondere für ein soziale Jahr als Alternative..
von: Matthias Latteyer
am: 11.08.2010 08:57
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