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Sehr geehrte Frau Zypries,
das Thema Massenabmahnungen bzgl. Internettauschbörsen hat einen neuen, traurigen Höhepunkt erreicht. Die gesetzgeberischen Änderungen scheinen ins Leere zu laufen. Seit Dez. 2008 praktiziert eine Kanzlei aus Karlsruhe eine neue Form des Abmahnwesens. Sie verschickt über die Inkassofirma Infoscore massenhaft Forderungen und droht unverhohlen mit einem Schufaeintrag. Selbst nach ordnungsgemäßem schriftlichen Widerspruch werden die Betroffenen weiter belästigt und die Forderung durch zusätzliche Bearbeitungsgebühren und Beauftragung eines weiteren Anwalts künstlich erhöht, durchschnittlich stolze 50% vom Forderungsbetrag. Dieser Anwalt erwirkt nun entsprechende Mahnbescheide, die aber nach Widerspruch bisher nicht eingeklagt werden.
Augenscheinlich handelt es sich hierbei um eine weitere Drohkulisse, die allerdings Wirkung zeigt, da vermehrt Betroffene berichten, dass sie nun aber "richtig die Hosen voll" hätten und nun doch bereit wären, die Forderung zu bezahlen, obwohl sie sich keiner Schuld bewusst sind. Andere Betroffene, die "ihren" Mahnbescheid noch nicht erhalten haben, sagen, dass "ihr Vater sie umbringen wird", wenn Post vom Gericht kommt.
Viele Betroffene hatten zuvor noch nicht einmal eine Abmahnung erhalten, sondern werden gleich mit der Inkassoforderung oder einem Mahnbescheid konfrontiert. Diese perfide Vorgehensweise beweist eindeutig, dass es der fordernden Kanzlei, in keinster Weise um den Schutz der Rechteinhaber geht, sondern einzig darum, Geld zu verdienen. Sonst hätten sie längst einen Prozess angestrengt.
Seit 2005 sind alle Internetnutzer zur reinen Gelddruckmaschine für skrupellose Anwälte verkommen und das Ansehen des ganzen Berufsstands der Rechtsanwälte wird nachhaltig beschädigt. Die Rechtsanwaltskammern scheinen damit überfordert oder nicht bereit zu sein, die schwarzen Schafe aus ihren Reihen auszusondern.
Ich frage Sie, wie lange müssen sich die Bürger noch drangsalieren lassen?