Bodo Ramelow (DIE LINKE)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Bodo Ramelow
Jahrgang
1956
Berufliche Qualifikation
Kaufmann
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Gera - Jena - Saale-Holzland-Kreis
Landeslistenplatz
1, über Liste eingezogen, Thüringen
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(...) Ich lasse zur Zeit meine Teilnahme durch mein Büro prüfen. Ich möchte Ihnen auf diesem Wege aber auch noch einmal versichern, dass ich den Kampf gegen die NPD als sehr wichtiges Thema empfinde und jede Bürgerin und jeden Bürger dazu aufrufe, sich an gewaltfreien Aktionen gegen die NPD zu beteiligen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Bodo Ramelow
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Frage zum Thema Sicherheit
27.12.2006
Von:

sehr geeherter herr ramelow,

warum haben sie sich an der abstimmung zur verlängerung des anti-terrorgesetzes nicht beteilgt

mfg
m.e.
Antwort von Bodo Ramelow
4Empfehlungen
08.01.2007
Bodo Ramelow
Sehr geehrter Herr Eilenstein,

leider ist es für Bundestagsabgeordnete nicht immer möglich an allen Abstimmungen im Deutschen Bundestag teilzunehmen. Dies war bei mir so der Fall, als es um die Verlängerung des Anti-Terrorgesetzes ging.

Hochachtungsvoll Ihr
Bodo Ramelow
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
16.01.2007
Von:

Warum ist es Ihnen als Abgeordneten nicht möglich an allen Abstimmungen/Sitzungen teilzunehmen?
Als normaler Bürger und wenn man Glück hat Arbeitnehmer muss man doch auch an jedem Arbeitstag zur Arbeit erscheinen, oder sollte mir da etwas abgesehen vom BUrlG entgangen sein?

mfg
Antwort von Bodo Ramelow
5Empfehlungen
19.01.2007
Bodo Ramelow
Sehr geehrte Herr ,

Sie verlangen zu Recht, dass ich - wie jeder andere Bürger - auch an meinem Arbeitsplatz erscheinen muss. Mein Arbeitsplatz ist aber nicht nur der Plenarsaal. Viele Bürger sind verwundert, wenn der Plenarsaal bei Fernsehübertragungen halb leer ist. Leider ist es so, dass während der Plenarsitzungen und Abstimmungen gleichzeitig Ausschuss-Sitzungen des Deutschen Bundestages stattfinden, Treffen mit Parlamentarieren anderer Länder oder Beratungen anderer Gremien. Die Hauptarbeit des Bundestages findet nicht im Plenarsaal statt, sondern in den Ausschüssen und Gremien. Daher ist es nicht immer möglich, sich an allen Abstimmungen zu beteiligen.

Hochachtungsvoll

Bodo Ramelow
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Frage zum Thema Umwelt
31.01.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Ramelow,

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Umweltschutz und die Reduzierung des CO2-Ausstoßes ganz oben auf die Agenda der deutschen EU-Ratspräsidentschaft gesetzt. Bitte erklären Sie mir, warum die Bundesregierung sich jetzt so vehement gegen die Idee von Umweltkommissar Stavros Dimas stellt, der die Autohersteller nun per Gesetz zur Produktion von umweltfreundlichen Motoren bewegen will. Das erscheint mir unlogisch.

Ich weiß natürlich, dass die Autoindustrie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Deutschland ist. Dennoch ist es kurzsichtig, weiterhin auf die emissionsstarken Motoren zu setzen. Einerseits, weil das Erdöl in absehbarer Zeit zur Neige geht. Andererseits, weil ein Porsche einem auch nichts mehr nutzt, wenn der Planet am Ende ist. Das klingt vielleicht pathetisch und sehr grün, aber ist es nicht so ?

Ich finde einfach, die Bundesregierung sollte zu ihren angekündigten Vorhaben stehen -- vor allem, wenn so klar erkennbar ist, dass die zuvor beschlossene Linie der freiwilligen Emissionsreduktion ihre Ziele verfehlt hat. Denken Sie nicht, dass die Autohersteller dann die Konsequenzen tragen und sich mit einer gesetzlichen Regelung arrangieren müssten?

Ich bedanke mich vorab für Ihre Antwort und Ihre Zeit und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

Antwort von Bodo Ramelow
7Empfehlungen
12.03.2007
Bodo Ramelow
Liebe Frau ,

entschuldigen Sie zunächst meine verspätete Antwort. Wir teilen Ihre Position, dass das Handeln von Bundeskanzlerin Merkel in Sachen Klimaschutz nicht sehr glaubwürdig ist. International als Klimakanzlerin aufzutreten, national bzw. innerhalb der EU aber die Umsetzung von Maßnahmen im Verkehrs- und Energiesektor zu blockieren, zeugt in der Tat nicht davon, der Klima-Problematik ernsthaft begegnen zu wollen.

Der vor einem Monat veröffentlichte UN-Klimabericht hat die Dringlichkeit des Handelns nochmal unterstrichen. DIE LINKE. im Bundestag hat daher zum Thema "Klimaschutz im Verkehr" einen eigenen Antrag in den Bundestag gebracht, in dem wir von der Bundesregierung ein breites und sozial ausgewogenes Maßnahmenbündel zur CO2-Minderung einfordern. Darin sprechen wir uns auch für eine Obergrenze für den CO2-Ausstoß von Neuwagen von 120 Gramm pro Kilometer ab dem Jahr 2012 aus. Da die europäische Autoindustrie ihre freiwillige Selbstverpflichtung zur Senkung der CO2-Emissionen ihrer Neuwagen nicht einhält, müssen jetzt verbindliche Vorgaben in Brüssel gesetzt werden.

Weitere Forderungen unserer Fraktion sind die Einführung eines Tempolimits auf Autobahnen sowie eine verbesserte Förderung des öffentlichen Nahverkehrs. Den vollständigen Maßnahmenkatalog können Sie in unserem Antrag "Trendwende beim Klimaschutz im Verkehr - nachhaltige Mobilität für alle ermöglichen" nachlesen, den ich dieser Email angehängt habe.

Sollten Sie Interesse an regelmäßigen Informationen zu den Verkehrs- und Umweltaktivitäten der Fraktion haben, können Sie unter www.linksfraktion.de/newsletter.php Email-Newsletter zu "Umwelt & Energie" bzw. "Verkehr" abonnieren.

Mit freundlichen Grüßen,

Bodo Ramelow
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
02.03.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Abgeordneter.

Das nachfolgende Zitit stammt von Frau Birthler:
"Besonders große Herausforderungen stellen sich für uns ebenso wie für andere Aufarbeitungsinstitutionen angesichts der Tatsache, dass es nach wie vor starke Tendenzen gibt, die DDR zu verharmlosen, und dass es an Kenntnissen über wie auch an Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur mangelt. Dies gilt im Osten unseres Landes ebenso wie im Westen. Dass seitens des Bundestages bisher darauf verzichtet wird, diese Aufarbeitung in eigener Sache zu leisten, ist bedauerlich. Ich hoffe sehr, dass in dieser Angelegenheit das letzte Wort noch nicht gesprochen ist."
( www.bstu.bund.de )

Wie steht Ihre Partei zu dem o.g. Verzicht des Bundestages?
Antwort von Bodo Ramelow
8Empfehlungen
05.03.2007
Bodo Ramelow
Sehr geehrter Herr ,

da dies meine erste Legislatur im Bundestag ist, bin ich mir nicht sicher, ob ich der richtige Adressat für Ihre Frage bin. Meines Wissens hat sich der Bundestag und auch die Vertreter der PDS in zurückliegenden Wahlperioden durchaus mit dem Thema der Aufarbeitung der DDR und dem Verhalten der SED beschäftigt. Ich halte dies auch weiterhin für notwendig, um zukünftige Generationen vor demokratie- und menschenrechtsfeindlichem Verhalten zu bewahren. Dies gilt aber nicht nur für den Bundestag.

Hochachtungsvoll
Bodo Ramelow
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
11.04.2007
Von:

Lieber Herr Ramelow,

einerseits freue ich mich ja sehr über ihren alternativen Gesetzentwurf zum 3. SED-Unrechtsbereinigungsgesetz, in der sie "mehr Wiedergutmachung" fordern.
Andererseits finde ich es etwas durchsichtig, einfach die doppelte Höhe der Entschädigung zu fordern- was aber nicht weiter schlimm ist, da man als Opposition auch nicht in die Verlegenheit kommt, eher utopische Forderungen einlösen zu müssen.
Oder, um auf den kleinen Beigeschmack ihres Alternativvorschlages hinzuweisen- finden SIE es nicht etwas dreist, als Nachfolge-Partei (nicht so sehr im politischen, aber im finanziellen Sinne!!!) der SED nun Entschädigung für deren ("ihr") System zu fordern?
Sie als Rechtsnachfolger haben ja schließlich, ein nicht unbeträchtliches Parteivermögen, übernommen. Hatten Sie vielleicht gedacht, einen Teil ihres Parteivermögens in eine Stiftung zugunsten der SED-Opfer einzurichten?

In gespannter Erwartung auf Ihre Antwort,

Grüsse,

Antwort von Bodo Ramelow
14Empfehlungen
23.05.2007
Bodo Ramelow
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Mail vom 12. April. Ich freue mich, dass Sie unseren Gesetzesentwurf zum 3. SED-Unrechtsbereinigungsgesetz begrüßen. Gerne werde ich aber auch auf Ihre kritischen Anmerkungen eingehen:

Unserer Gesetzesentwurf unterscheidet sich von dem der Regierung nicht nur dahingehend, dass wir schlichtweg die doppelte Höhe der Entschädigung fordern, sondern er weist gravierende inhaltliche Differenzen auf. Wir verlangen, dass jeder politisch Verfolgte pauschal ohne Bedürftigkeitsprüfung 511 Euro monatliche Opferrente ab dem ersten Hafttag erhält und nicht, wie von der Koalition vorgesehen, erst nach sechs Monaten Inhaftierung. Des Weiteren fordert meine Fraktion die Einbeziehung aller Verfolgtengruppen, die bisher von den gesetzlichen Regelungen ausgeschlossen oder durch diese benachteiligt wurden, wie Zivilumgesiedelten, verfolgte Schülerinnen und Schüler und Opfer von Zersetzungsmaßnahmen.

Hinzu kommt, dass unsere Vorschläge bereits in früheren Gesetzesentwürfen von der CDU, FDP und den Grünen Gegenstand parlamentarischer Beratungen waren. So fordern alle drei Parteien mindestens 500 bzw. 511 Euro monatliche Opferpensionen. Zudem werden die von der Bundesregierung vorgesehenen 250 Euro nur bei "wirtschaftlicher Bedürftigkeit", die zudem alle sechs Monate neu zu Prüfen ist, geleistet. Diese entwürdigende Bedürftigkeitsprüfung aller Hartz IV sieht unser Gesetzesentwurf nicht vor. Schon allein aus diesem Grund kann von einer bloßen Verdoppelung des Betrages nicht die Rede sein. Sie ist auch nicht durchsichtig. Im Gegenteil: Unser Gesetzesentwurf steht in Übereinstimmung mit den Forderungen vieler Betroffener und Teilen der Opferverbände.

Die CDU/CSU hat jedoch ihr altes Versprechen einer eigenständigen Opferrente gebrochen. Stattdessen "verschwindet" die Opferrente nun als Ergänzung der bereits bestehenden Rehabilitierungsgesetze. Die Regierungskoalition hatte zunächst vollmundig angekündigt, mit der Schaffung einer Opferrente den Einsatz für Demokratie und Freiheit zu würdigen und Unrecht, Verfolgung und Behördenwillkür auf arbeiten zu wollen. Bei dem, was aber jetzt vorgelegt wird, kann das Fazit nur lauten, dass sich der mit hohem persönlichen Risiko einhergehende, mutige Einsatz für eine rechtsstaatliche und freiheitliche Ordnung nicht rentiert hat. Die Betroffenen müssen sich im Nachhinein fragen, ob es nicht besser gewesen wäre, im Strom mit geschwommen zu sein. Nun zu Ihrer zweiten Frage. Sie haben völlig recht, dass die PDS als Rechtsnachfolger der SED einen großen Teil des übernommenen Parteivermögens zur Entschädigung von politisch Verfolgten einzusetzen habe. Deswegen sind die von uns rund 1,6 Milliarden Euro, die an die unabhängige Kommission Parteivermögen abgeführt wurden, vorwiegend für gemeinnützige Zwecke in den Neuen Bundesländern zur Verfügung gestellt worden, insbesondere für die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Wir haben konsequent an der Aufarbeitung unserer Vergangenheit gearbeitet und werden das auch in der neuen Partei tun. Genau deshalb streiten wir hier auch im Bewusstsein unserer besonderen Verantwortung dafür, dass die Opfer politischer Verfolgung eine Würdigung und Wertschätzung erfahren, die ihrer historischen Rolle entspricht. Ich frage Sie deshalb: Welchen Eindruck hätte es auf die Betroffenen und die Öffentlichkeit gemacht, wenn wir keine Vorschläge gemacht hätten. Wäre dann nicht der Vorwurf an uns herangetragen worden, dass sich die Linkspartei.PDS nicht getraut, sich ihrer Verantwortung zu stellen?

Sollten Sie weitere Fragen haben, können Sie sich jederzeit an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen
Bodo Ramelow
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