Björn Sänger (FDP)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Björn Sänger
© FDP-Bundestagsfraktion
Geburtstag
10.04.1975
Berufliche Qualifikation
Diplom-Ökonom
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Ahnatal
Wahlkreis
Waldeck
Ergebnis
9,6%
Landeslistenplatz
7, Hessen
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(...) Sie äußern in Ihrer Frage Ihre Bedenken darüber, dass bei einem Vertrag über den Europäischen Stabilitätsmechanimus, EU - Funktionäre Zugriff auf unseren Haushalt bekommen könnten. Diese Befürchtung teile ich nicht und möchte das gerne erläutern. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Berufliche Tätigkeit vor der Mitgliedschaft im Deutschen Bundestag
  • Geschäftsleitungsreferent, Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), Frankfurt/Main
  • Inhaber, Goldschmiedewerkstadt Regina Schuchardt, Ahnatal
  • Unternehmensberater, Ahnatal
Entgeltliche Tätigkeiten neben dem Mandat
  • Goldschmiedewerkstadt Regina Schuchardt, Ahnatal, Inhaber (bis 30.06.2011)
  • Sänger, Schwartz & Partner Unternehmensberater, Ahnatal, Unternehmensberater
Funktionen in Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts
  • Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Bonn, Stellv. Mitglied des Verwaltungsrates, ehrenamtlich
  • Gemeinde Ahnatal, Ahnatal, Mitglied der Gemeindevertretung, ehrenamtlich (bis 02.05.2011)
  • Zweckverband Kasseler Sparkasse, Kassel, Mitglied der Zweckverbandsversammlung, ehrenamtlich
Funktionen in Vereinen, Verbänden und Stiftungen
  • Ring Politischer Jugendorganisationen, Wiesbaden, Mitglied des Vorstandes, ehrenamtlich (bis Dezember 2009)
  • Verein für freiheitliche Jugendbildung e.V., Frankfurt/Main, Vorsitzender, ehrenamtlich (bis 07.05.2011) Beisitzer, ehrenamtlich
Beteiligungen an Kapital- oder Personengesellschaften
  • Sänger, Schwartz & Partner Unternehmensberater, Ahnatal
Erläuterungen
  • Grundlage für die Angabe der oben aufgeführten Nebentätigkeiten und Einkünften bilden die "Verhaltensregeln für Mitglieder des Deutschen Bundestags"
  • Einkünfte sind nur anzugeben, wenn diese im Monat den Betrag von 1000€ oder im Jahr den Betrag von 10.000€ für eine einzelne Tätigkeit übersteigen
  • Die Höhe der Einkünfte werden lediglich in Stufen angegeben: Stufe 1: 1000 - 3500€, Stufe 2: 3500 - 7000€ und Stufe 3: über 7000€
  • Quelle der Daten: www.bundestag.de
Fragen an Björn Sänger
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Frage zum Thema Finanzen
06.09.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Sänger,

haben Sie vielen Dank für die schnelle und ehrliche Antwort.
Ich muss dann aber auch noch mal nachfragen, was Sie unter "temporäre Lösung in einer Extremsituation" verstehen. Die Griechen werden ihren Haushalt und ihre Wirtschaft in absehbarer Zeit nicht in den Griff bekommen. Zeus sinkt und auf seinem Rücken Europa ebenfalls. Die Extremsituation, von der Sie schreiben, wäre beendet, wenn beide abgesoffen sind. Und mit Ihnen das deutsche Geld.

Oder um konkret zu fragen: Wann findet die griechische Tragödie ihr Ende? Welches wird das sein? Was wird es Europa und Deutschland kosten? Und finden Sie dies wirklich vertretbar?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Björn Sänger
bisher keineEmpfehlungen
09.09.2011
Björn Sänger
Sehr geehrter Herr ,

temporär bedeutet, dass wir auf Schirme verzichten können, wenn wir die regulatorische Schieflage, die uns die Probleme bereitet, beseitigt haben.

Im Kern bezieht sich die Angst auf das Übergreifen des Zusammenbruchs des Finanz(Banken-)Systems eines Staates auf weitere Staaten. Hier gilt es, wie es die christlich-liberale Bundesregierung z.B. mit dem Bankenrestrukturierungsgesetz bereits getan hat, Regeln einzuziehen, die diese Gefahr eindämmen. Dies kann relativ schnell umgesetzt werden.

Wann die Probleme ihr Ende finden und ob und ggf. in welcher Höhe Kosten entstehen, kann ich an dieser Stelle und zu diesem Zeitpunkt schlicht nicht sagen. Tatsache ist aber: es gibt jetzt keine gute Lösung mehr. Die Probleme haben mit der Gründung der Währungsunion begonnen, sind durch die Entscheidungen der damaligen Rot-Grünen Bundesregierung zur Aufweichung der Stabilitätskriterien und der Aufnahme Griechenlands verschärft worden und stehen nun zur Lösung an. Und da halte ich den derzeit eingeschlagenen Weg, wenn man sich bereits Gedanken über die Post-Krisenzeit macht, für das geringste Übel und daher auch für vertretbar.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Sänger
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Frage zum Thema Finanzen
07.09.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Sänger,

wo ist das sogenannte liberale Sparbuch? Wo sind ihre Pläne zur Sanierung des Haushaltes? Und wie wollen Sie aus diesem Haushalt, bei dem Sie nicht ernsthaft sparen, auch noch auf Einnahmen verzichten?

MfG
B.
Antwort von Björn Sänger
bisher keineEmpfehlungen
13.09.2011
Björn Sänger
Sehr geehrte Frau ,

Sie fragen in Ihrer E-Mail nach dem Liberalen Sparbuch. Gerne möchte ich darauf eingehen.

Aus der Opposition heraus hatten wir konkrete Kürzungsanträge für den Haushalt gemacht und im Liberalen Sparbuch dokumentiert. Nun stehen wir in Regierungsverantwortung, haben aber das Liberale Sparbuch durchaus nicht vergessen.

Bitte bedenken Sie, dass die hohe Neuverschuldung auch eine Folge der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrise der Nachkriegsgeschichte ist.

In der letzten Woche hat der Bundestag in erster Lesung den Etat 2012 beraten. Der Kurs der christlich-liberalen Koalition der erfolgreichen Haushaltskonsolidierung wird unverändert beibehalten. Mittelfristiges Ziel ist ein ausgeglichener Haushalt, um dann den Abbau des angehäuften Schuldenberges anzugehen. Insbesondere dank des stabilen Aufschwungs und des im vergangenen Jahr umgesetzten Zukunftspakets wird die Neuverschuldung nach den Plänen der Bundesregierung im Jahr 2012 mit rund 27 Milliarden Euro um rund 13 Milliarden Euro geringer ausfallen als in der bisherigen Finanzplanung vorgesehen war.

Auch wenn wir nicht mehr über das Liberale Sparbuch sprechen, so lebt doch sein Geist auch im neuen Bundeshaushalt weiter.


Mit freundlichen Grüßen

Björn Sänger
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Frage zum Thema Finanzen
21.09.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Sänger,

Bundesfinanzminister Schäuble hat gestern weitere Finanzmarktreformen angemahnt. In diesem Zusammenhang sprach er davon, dass wir uns weiter in einem Krisenmodus befinden. Als Bürger ihrer Wahlkreises, der mal große Hoffnungen hatte als er der FDP seine Stimme gab, muss dem Finanzminister Recht geben. Sie haben in den letzten zwei Jahren wenig bis nichts auf die Beine stellen können, was den Krisenmodus beendet und weitere verhindert. Sie diskutieren über eine Finanztransaktionsteuer ohne wirkliche Rezepte zu entwerfen oder gar umzusetzen.

Deshalb meine Fragen: Was konkret planen Sie mit dem Bundesfinanzminister? Bis wann soll dies in Kraft treten? Was versprechen Sie sich davon (eine volle sozialistische Kontrolle können Sie als Liberaler ja nicht ernsthaft anstreben).

Mit freundlichen Grüßen
B.
Antwort von Björn Sänger
bisher keineEmpfehlungen
23.09.2011
Björn Sänger
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich Ihnen gern beantworte.

Nachdem in den Jahren 1998 bis 2005 sehr viele Vorschriften für die Finanzmärkte gelockert wurden, hat die christlich-liberale Bundesregierung und die sie tragenden Fraktionen die Herausforderung, die Finanzmärkte neu zu ordnen, angenommen. Viele der Regelungen erfordern eine hohe internationale Abstimmung, um effektiv wirken zu können. Leider ist dies mit einer teilweise erheblichen Zeitverzögerung infolge zahlreicher Abstimmungsgespräche verbunden. In einigen Fällen, z.B. bei der Regelung der Kreditverbriefungen, die ja, wie Sie wissen, krisenursächlich waren, haben wir einen nationalen Alleingang vollzogen. Dies werden wir in Zukunft verstärkt tun.

Einen Überblick über die bislang verabschiedeten Regelungen erhalten Sie im Antrag "Effektive Regulierung der Finanzmärkte nach der Finanzkrise" den Sie sich dipbt.bundestag.de herunterladen können. Dieser gibt Ihnen auch einen Ausblick auf die anstehenden Themen.

Ich hoffe, Ihre Frage zur Zufriedenheit beantwortet zu haben. Sofern Sie weitere Fragen haben, können Sie gern auf mich zukommen.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Sänger
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Frage zum Thema Finanzen
13.10.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Sänger,

Kontostände sind nichts anderes als Zahlungsversprechen, von denen bereits im Voraus feststeht, dass sie nicht eingehalten werden können. Vom praktischen Standpunkt her gesehen könnte man es als ungedeckten (bzw. kaum gedeckten) Scheck sehen. Wenn Sie als Privatperson einen ungedeckten Scheck ausstellen, dann fällt das unter (schweren) Betrug (StGB §147 Abs. 1). Banken machen das mit jeder Kreditgewährung. Banken haben somit das Recht zum schweren Betrug ohne Rechtsfolgen. Prof. Franz Hörmann drückt es so aus: "Es gibt ein systemisches Betrugsmodell einer Institution, der in unserem Wirtschaftssystem das Monopol zur Geldschöpfung über Kredite eingeräumt wird."

Prof. Franz Hörmann: "Wenn man Geld aus Luft erfindet und das, was vorher noch nicht existiert hat, verzinst weitergibt und dinglich absichern lässt, dann ist das, wenn das Geschäftsmodell schief geht, in Wahrheit ein Enteignungsmodell. Das ist auch der Hintergrund des Bankgeheimnisses. Banken können überhaupt nicht offen legen, wo beispielsweise die Zinsen für Sparbücher, Bausparverträge oder Sonstiges herkommen. Denn wenn sie das täten, müssten sie zugeben, dass das alles in Wirklichkeit verkettete Pyramidenspiele sind."

Wieso ist das in unserem Land möglich?
Mfg.
P.
Antwort von Björn Sänger
1Empfehlung
02.11.2011
Björn Sänger
Sehr geehrter Herr ,

ehrlich gesagt kann ich Ihren Ausführungen nicht folgen. Ich glaube nicht, dass das Bankgeheimnis dazu dient, verkettete Pyramidenspiele zu decken. Ich bin der Meinung, dass wir durchaus ein gut funktionierendes Banken- und Kreditwesen in Deutschland haben. Die Bankenaufsicht wird in Deutschland auf Grundlage verschiedener Gesetze wie dem Kreditwesengesetz und dem Bundesbankgesetz sicher gestellt.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Sänger
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