Bettina Hagedorn (SPD)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Bettina Hagedorn
Jahrgang
1955
Berufliche Qualifikation
Goldschmiedin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Ostholstein
Landeslistenplatz
2, Schleswig-Holstein
weitere Profile
(...) Innenminister Schäuble ist in der Vergangenheit wiederholt durch Alleingänge in den Medien hervorgetreten, die ihm außer der Kritik der Opposition auch stets die Kritik des Koalitionspartners einbrachten und die ausdrücklich auch von Bundespräsident Horst Köhler geteilt wird. Als Sozialdemokratin sehe ich diese Vorstöße äußerst kritisch, zumal Wolfgang Schäuble damit teilweise klare Regelungen des Koalitionsvertrags verletzt, beziehungsweise die geltende Verfassung und die darin definierten Grundrechte missachtet. Als Bundesinnenminister ist es meiner Auffassung nach seine Pflicht, die Verfassung zu wahren und zu verteidigen, anstatt sie in Frage zu stellen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Gesundheit
08.12.2006
Von:

Sehr geehrte Frau Hagedorn ,
ich verstehe weder das Gezänk um die Reform , noch die Reform selbst.
Ein 2-Klassen System haben wir schon seit vielen Jahren. Wer Geld hat , kann alles notwendige bekommen und darf daher wahrscheinlich auch länger leben. Die anderen werden nach dem System "warm,satt,sauber"
behandelt. Wirtschaftich(das billigste),ausreichend(unterste Gesundheitstechnik),vernünftig(wer entscheidet?).
Beispiel: Zahnarzt und Kieferchirurg sagen , ein Implantat muß her , damit der Ersatz langfristig hält. Gesetz und Kasse sagen , herausnehmbar reicht,auch wenn weitere Zähne geschädigt werden.
Beispiel: Beta-Blocker , die meiner Frau helfen und ihr bekommen, werden abgesetzt und gegen preiswertere getauscht. Diese bekommen nicht und helfen nachweisbar nicht. Die alten werden nicht mehr aus Kostengründen verschrieben,
So könnte wahrscheinlich jeder Bürger etwas berichten.
Nackter Unsinn das alles.
Zu meiner Person:
Ich bin Ingenieur , meine Frau Bankkauffrau und Übersetzerin.
Ich bin seit über 30 Jahren freiwilliges Mitglied in der TK , also Höchstbeitragzahler. Nach den jetzigen Erfahrungen habe ich zu b ereuen,das ich nicht vor 30 Jahren in die PKV gegangen bin.

Nun meine eigentliche Frage:

Ist es denn unmöglich, den heutigen Ist-Zustand und den zukünftigen Soll-Zustand in einer dem Bürger geläufigen Sprache darzustellen ?
Kann denn wirklich nicht offen dargelegt werden, welche Leistungen die gesetzlichen Leistungen sind ? ( einsehbarer Katalog )
Darf denn keine Kasse Ihren Mitgliedern sagen , welche Leistungen sie außerhalb der gestzlich vorgeschriebenen anbietet ?
Kann denn nicht für jeden überschaubar und einsehbar die Mittelverwendung dargestellt werden ?
Behandlung, Krankenhaus , Medikamente , Reha ,Provilaxe , Früherkennung etc.

Über eine nachvollziehbare Antwort würde ich mich freuen.
Normales Deutsch , kein blumiges Poliker - Gerede a la
Talkshow. Wahrheit und kein Wunschdenken.

Mit bestem Gruß
Peter Wenzke
Antwort von Bettina Hagedorn
13Empfehlungen
21.12.2006
Bettina Hagedorn
Sehr geehrter Herr Wenzke,

Ihre Bitte um eine nachvollziehbare Darstellung des heutigen IST-Zustand mit dem angestrebten SOLL-Zustand durch die Gesundheitsreform verstehe ich so, dass es Ihnen darum geht, zu erfahren, warum überhaupt eine weitere Reform im Gesundheitswesen notwendig ist.

Zwei Entwicklungen wirken schon heute und in Zukunft noch stärker auf unser soziales Krankenversicherungssystem:


a) eine glücklicherweise immer älter werdende Gesellschaft und die medizinische Entwicklung ebnet den Weg zu einem langen Leben. Wir wissen auch, dass die letzten drei Lebensjahre eines Menschen für die Krankenversicherung am teuersten sind. Insofern stehen wir vor einer demografischen Kostenexplosion, wenn wir ein würdevolles Altern mit medizinisch guter Versorgung gewähren wollen. Die SPD will das. In einigen Jahren werden aber auch grundlegend andere Verhältnisse am Arbeitsmarkt herrschen. Das Erwerbspersonenpotential wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten insbesondere aufgrund der anstehenden Verrentung der geburtenstarken Jahrgänge dramatisch abnehmen. In der Folge wird es auch weniger arbeitende Beitragszahler geben, mit gleichzeitig weiter steigender Zahl von älteren Menschen.

b) Der Technikfortschritt in der Medizin schreitet weiter voran. Das ist für alle kranken Menschen in unserem Land ein Segen – gleichzeitig dürfen wir aber nicht verschweigen, dass damit auch stetig steigende Behandlungskosten einhergehen. Mit diesem Wissen im Hinterkopf, stehen wir heute vor der Herausforderung unser Gesundheitssystem für die Zukunft zu rüsten. Dabei gibt es drei Möglichkeiten:
· entweder die Beitragssätze steigen in utopische Höhen, um die Finanzierung zu sichern
· oder alternativ müssen massiv Leistungen abgebaut werden, um mit den vorhandenen Beiträgen, die durch die abnehmende Zahl der Arbeitnehmer sinken, zu wirtschaften. Beide Wege möchte die SPD vermeiden! Denn wir sind stolz auf die gesetzliche Krankenversicherung, die das Herzstück unseres sozialen Sicherungssystems ist. Sie sorgt bisher dafür, dass die medizinisch notwendige Versorgung bei Bedarf für alle Versicherten zur Verfügung steht. Schließlich kann Krankheit alle Menschen treffen. Wer krank wird, hat unabhängig von Alter, Geschlecht oder Einkommen einen Anspruch auf eine angemessene Behandlung. Um diesen guten Zugang zu medizinischen Leistungen und die hohe Qualität unserer Gesundheitsversorgung werden wir von vielen anderen Ländern beneidet. Dies zeigt sich auch regelmäßig im direkten Vergleich mit anderen europäischen Gesundheitssystemen. Daran wollen wir festhalten.

Vor diesem Hintergrund haben wir uns aus unserer Sicht für die einzig richtige Möglichkeit entschieden:
· wir wollen strukturelle Veränderungen und Verwaltungsabbau bei den Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen ebenso wie Kostendeckelung im Bereich der Pharmaindustrie, soweit das in einer Großen Koalition konsensfähig ist. Bei diesem Weg hat man naturgemäß als Politiker alle Lobbyverbände gegen sich. Trotzdem verlieren wir unser Ziel, bei den Leistungen für die Versicherten möglichst wenig abzuspecken, nicht aus den Augen. Natürlich sind trotzdem Leistungsabsenkungen, wie z.B. bei Erkrankungen nach einem Piercing o.ä. notwendig. Wir wollen in der SPD keine Diskussionen a la Phillip Missfelder (Junge Unionsvorsitzender, der 2003 Öffentlich in Frage stellte, ob Hüftoperationen bei älteren Menschen überhaupt noch finanziell vertretbar sind). Jeder soll würdig und gleichberechtigt behandelt werden – das ist sozialdemokratischer Grundsatz und gehört in die Wertedebatte jeder Partei. Dazu benötigen wir aber Kostensenkungsinstrumente, wie z.B. auch die Umstellung für viele Ärzte und Patienten auf sogenannte Generika. Dass sind billige Medikamente mit demselben Wirkstoff wie Originalpräparate. Trotzdem haben die Ärzte weiterhin die Möglichkeit bei erwiesener besserer Wirksamkeit oder bei Unverträglichkeit die teureren Medikamente zu verschreiben. Bezogen auf Ihr Beispiel mit den Betablockern bedeutet das, dass Sie das mit Ihrem Arzt besprechen müssen und der Arzt in seinem Handeln nicht eingeschränkt ist, wenn es im Einzelfall dafür unabweisbare Gründe gibt. Einen einsehbaren Leistungskatalog der Krankenkassen haben viele Krankenkassen im Internet online gestellt. Sie können aber auch bei Ihrer Krankenkasse anrufen und sich – entweder schriftlich oder telefonisch – informieren lassen. Die Kassen haben eine Informationspflicht gegenüber ihren Versicherten. Viele Krankenkassen stellen auch Statistiken über ihre Wirtschaftlichkeit ins Internet bzw. informieren darüber in den Mitgliedsinformationen, welchen Ausgabenanteil der Beiträge z.B. für Krankenhausaufenthalte, wie viel für Arzneimittel oder die ambulante Versorgung verwendet werden. Auch hier kann Ihre Krankenkasse Sie sicherlich informieren.

Mit freundlichen Grüßen
Bettina Hagedorn, MdB
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Frage zum Thema Soziales
10.12.2006
Von:

Beschreiben Sie bitte, wie Abgeordnete Ihrer Meinung nach der Rechenschaftspflicht gegenueber dem Souveraen nachkommen sollten. Die berechtigte Frage von Herrn Wenzke haben Sie bislang unbeantwortet gelassen.

Beschreiben Sie bitte, welche Vorstellungen Sie haben, um aus bittstellenden Empfaengern staatlicher Zuwendungen selbstverantwortliche, wagnisbereite, zuversichtliche Buerger zu machen. Es koennen ja nicht alle, so wie ich, in die USA auswandern, um der Regulierungswut, der reflexhaften Ablehnung gegenueber wagnisbereitem unternehmerischen Denken, der selbstgerechten Zufriedenheit mit dem Aufbauen von Anspruechen gegenueber dem Staat, und der Knechtschaft der Beamtenschmarotzer zu entgehen. Hier steht es mir frei, zu entscheiden, ob und wie ich mich versichere. Es steht mir hier frei, zu entscheiden, wie ich in meine Zukunft und meine Alterssicherung investiere. Es steht mir hier frei, unternehmerisch taetig zu werden, und notfalls zu scheitern (ohne fuer´s Leben stigmatisiert zu bleiben), aber auch die Fruechte des Risikos zu geniessen, ohne dass ich aus vorgeschobenen, pseudomoralischen Zwaengen heraus automatisch einen grossen Teil des unter Risiko erwirtschafteten Einkommens mit abertausenden risikoscheuen Beamten, Arbeitslosen, und Sozialhilfebetruegern teilen muss. Mein Wahlkreisabgeordneter hier steht alle 2 Jahre Rede und Antwort, und zwar hautnah und zum Anfassen. Da in Deutschland die Mehrheit der Abgeordneten Beamte sind, die noch nie in ihrem Leben einen Sinn fuer Kostenbewusstsein entwickeln mussten, ist es deren ganz natuerlicher Reflex, wenn sie das Begehren nach Rechenschaftspflicht als Zumutung empfinden. Bitte erklaeren Sie, was Sie tun, um das zu aendern. Erlaeutern Sie ferner Ihre Vorstellungen, wie Sie den Waehlern in Ihrem Wahlkreis vermitteln koennten, als Abgabenleistende ernst genommen zu werden, und was Sie tun, damit die Steuern niedriger, und nicht hoeher, werden.

Mit bestem Gruss
Antwort von Bettina Hagedorn
11Empfehlungen
21.12.2006
Bettina Hagedorn
Sehr geehrter Herr ,

ich habe Ihre Frage über Abgeordnetenwatch.de erhalten und werde Ihnen dazu gern antworten. Da ich in meinem Büro derzeit zwei Krankheitsfälle habe und mein Büro erst wieder im Neuen Jahr besetzt sein wird, bitte ich um Verständnis, dass die Antwort erst Anfang Januar erfolgen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Bettina Hagedorn
Ergänzung vom 18.01.2007
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Fragen zum Thema Umverteilung und soziale Gerechtigkeit. Aufgrund mehrerer Krankheitsfälle in meinem Büro komme ich leider erst jetzt dazu, Ihnen zu antworten. Ich bitte Sie dies zu entschuldigen.

In Ihrem Beitrag werfen sie den deutschen Politikern vor, wagnisbereites unternehmerisches Denken abzulehnen und den Aufbau von Ansprüchen gegenüber dem Staat zu fördern. Diesen Pauschalvorwurf lehne ich ab. Als Sozialdemokratin bestimmen die Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität mein politisches Handeln. Wichtig ist uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten dabei, dass keines dieser Prinzipien über den anderen steht. So sind wir stolz auf die sozialen Sicherungssysteme in der Bundesrepublik. Sie sorgen dafür, dass kein Mensch aus unserer Gesellschaft ausgeschlossen wird. Wenn Menschen unverschuldet in Notsituationen wie Krankheit oder Arbeitslosigkeit geraten, bewahren die sozialen Sicherungssysteme die Menschen vor dem Absturz und geben Hilfestellung, damit sie wieder aus eigener Kraft ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Mit der geplanten Gesundheitsreform werden beispielsweise zum ersten Mal alle Menschen in Deutschland einen Krankenversicherungsschutz erhalten. Ein, wie ich finde, erstrebenswertes Ziel. In den USA gibt es derzeit etwa 45 Millionen Menschen ohne Krankenversicherungsschutz. Eine erschreckende Zahl, die mir vor Augen führt, wie wichtig die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland sind. In unserer Gesellschaft sollen die starken Schultern die Schwachen tragen, damit keiner zurückbleibt.

Gleichzeitig soll auch jeder den gerechten Lohn für seine Arbeit und das von ihm eingegangene unternehmerische Risiko erhalten. So unterstützen wir selbstverantwortliches unternehmerisches Handeln zum Beispiel, indem wir mittelständische Unternehmen gezielt fördern.

In Ihrer Anfrage sprechen Sie sich für Steuersenkungen aus. Seit 2002 bin ich Mitglied im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages. Eines unserer vorrangigen Ziele dort ist, die Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen. Dazu ist es notwendig, den Ausgaben auch entsprechende Einnahmen gegenüberzustellen. Unsere Zielsetzung ist dabei, die Ausgaben auf das Notwendige zu beschränken, um unangemessene Steuerbelastungen zu verhindern und die Neuverschuldung einzudämmen. Dieser Auftrag wird uns unter anderem durch unsere Verfassung und den Vertrag von Maastricht vorgegeben. Steuereinnahmen sind, sofern sie sinnvoll verausgabt werden, nötig und richtig. Gerade die USA haben in Punkto Staatsverschuldung übrigens ein enormes Problem.

In Ihrem Beitrag bezeichnen Sie die deutschen Staatsdiener als "Beamtenschmarotzer". Das finde ich unzutreffend und unangemessen. Der Großteil der Beamten leistet Tag für Tag gute Arbeit, um das Funktionieren von Staat und Gesellschaft zu gewährleisten. Ich habe Respekt vor den Beamten, welche die oftmals schwierigen Aufgaben unter zum Teil hoher Belastungen erfüllen.

Den Bürgerinnen und Bürgern in meinem Wahlkreis lege ich regelmäßig Rechenschaft über meine Tätigkeit und mein Einkommen ab. Jährlich berichte ich unter dem Titel "Die gläserne Abgeordnete" über meine Einkünfte, etwa 8-10mal pro Jahr informiere ich in meinem "Bericht aus Berlin" über meine politische Arbeit. Auf meiner Homepage www.bettina-hagedorn.de können Sie diese Dokumente einsehen. Zudem beantworte ich jährlich etwa 300 Briefe und Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern aus meinem Wahlkreis.

Ich kenne die USA aus eigener Erfahrung. Ein halbes Jahr meiner Schulzeit habe ich in San Francisco verbracht. In dieser für mich sehr prägenden Zeit habe ich das Land kennen und schätzen gelernt. Wie Sie bereits schreiben, werden dem Einen enorme Chancen geboten, auf der Gegenseite stehen für den Anderen enorme Risiken. Einen Ausgleich zu finden sollte unser Ziel sein.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Bettina Hagedorn
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
10.12.2006
Von:

Sehr geehrte Frau Hagedorn,

es geht um den Datenschutz, um die Ankoppelung der Kirchensteuer an die Abgeltungssteuer und den Abzug durch die Banken.

Laut Reuters erklärte Minister Steinbrück nach der Sitzung der Arbeitsgruppe: Wir haben eine Lösung für die Kirchensteuer. Alle Steuerpflichtigen müssen den Banken eine Bescheinigung über ihre konfessionelle Bindung von ihrer Gemeinde oder ihrem Finanzamt vorlegen.

Was passiert, wenn Personen ohne Kirchensteuerpflicht die Bescheinigung nicht vorlegen? Wird - wie bei den Kirchensteuerpflichtigen - die Kirchensteuer von den Banken abgezogen? Falls ja: Personen, die nicht den Kirchensteuerkirchen angehören, dürfen nicht zur Offenbarung ihrer Weltanschauung gezwungen werden. Diese Forderung des Grundgesetzes hat hier Vorrang, weil es andere Möglichkeiten für die Erhebung der nichtstaatlichen Kirchensteuer gibt. Wenn es trotzdem zu der von Minister Steinbrück gewollten rechtswidrigen Regelung kommt und die Banken diese Regelung trotz der offensichtlichen Rechtswidrigkeit anwenden, muss über den Ausgang von Schadenersatzklagen(Zinsverluste) nicht spekuliert werden.

Bevor Sie von einer Einzelmeinung ausgehen, empfehle ich eine Anfrage beim Bund der Steuerzahler(NRW).

Wenn man eine rechtswidrige Regelung verhindern will, muss dies sehr frühzeitig geschehen.
Was werden Sie wann tun?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Bettina Hagedorn
11Empfehlungen
21.12.2006
Bettina Hagedorn
Sehr geehrter Herr ,

ich habe Ihre Frage über Abgeordnetenwatch.de erhalten und werde Ihnen dazu gern antworten. Da ich in meinem Büro derzeit zwei Krankheitsfälle habe und mein Büro erst wieder im Neuen Jahr besetzt sein wird, bitte ich um Verständnis, dass die Antwort erst Anfang Januar erfolgen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Bettina Hagedorn
Ergänzung vom 18.01.2007
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zum Thema Erhebung der Kirchensteuer auf die geplante Abgeltungssteuer für Kapitalerträge. Aufgrund mehrerer Krankheitsfälle in meinem Büro komme ich leider erst jetzt dazu, Ihnen zu antworten. Ich bitte Sie dies zu entschuldigen. Oberste Rechtsquelle für das Kirchensteuerrecht bildet Artikel 140 Grundgesetz in Verbindung mit dem nach dieser Vorschrift weiter geltenden Artikel 137 Abs. 6 und 8 der Weimarer Reichsverfassung. Damit wird durch unsere Verfassung allen Religionsgemeinschaften, die als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannt werden, eine Steuerhoheit zugewiesen, welche die Kirchen berechtigt, aufgrund der bürgerlichen Steuerlisten nach Maßgabe der landesrechtlichen Bestimmungen Abgaben von ihren Mitgliedern zu erheben. Das so durch das Grundgesetz verliehene Recht der Steuererhebung schließt die Verpflichtung des Staates ein, die Vorraussetzung für die Steuererhebung durch den Erlass von Landesgesetzen zu schaffen. Hierzu gibt es in jedem Bundesland ein Kirchensteuergesetz, welches den Rahmen für die Erhebung der Kirchensteuer bildet. Durch Bezug auf § 51a des Einkommenssteuergesetzes wird in den Kirchensteuergesetzen der Länder die Erhebung der Kirchensteuergesetze in Abhängigkeit von der Höhe der Einkommenssteuer ermöglicht. Auf diesem Weg fließen bereits jetzt Einkünfte aus Kapitalvermögen über die veranlagte Einkommenssteuer in die Bemessungsgrundlage für die Kirchensteuer ein. Nach Einführung einer Abgeltungssteuer auf Kapitaleinkünfte würden diese Einkünfte sich nicht mehr auf die festzusetzende Einkommenssteuer und damit auf die Bemessungsgrundlage für die Kirchensteuer auswirken. Die Steuerhoheit der Kirchen würde beschnitten. Es gilt nun einen Weg zu finden, der zusammen mit den Kirchensteuergesetzen der Länder über eine Öffnung des § 51a des Einkommenssteuergesetzes die Erhebung der Kirchensteuer nach landesrechtlichen Vorschriften auf die Abgeltungssteuer ermöglicht. Die hierzu möglichen Ausgestaltungen werden zurzeit vorbehaltlos geprüft. Die Bundesregierung strebt an, die Ergebnisse dieser Prüfung in einem Gesetzentwurf zur Unternehmenssteuerreform einzubetten. Sobald die Bundesregierung ihre Vorstellungen in einem solchen Entwurf konkret vorlegt, werden sie in den parlamentarischen Beratungen ausführlich von den Mitgliedern des Deutschen Bundestages erörtert und geprüft werden können. Für weitergehende Informationen zu meiner politischen Arbeit und meinen Arbeitsschwerpunkten möchte ich Sie noch auf meine Homepage www.bettina-hagedorn.de aufmerksam machen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Bettina Hagedorn
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Frage zum Thema Soziales
21.01.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Hagedorn,

beziehen Sie mal Stellung zu dem Artikel des Internationalen Institut für Politik und Wirtschaft, Haus Rissen Hamburg, den ich leider Ihnen hiermit nur auszugweise zusenden kann, weil nicht mehr Zeichen in Ihren Postings möglich sind.

Im Einparteienstaat oder Demokratie als Fassade, (11.11.2005)

Wem verdanken wir den Kollaps der Sozialsysteme? Wer hat Schuld an der Explosion der Staatsschulden? Auf wessen Konto geht die Umwandlung des Arbeitsmarktes in ein Tarifkartell? In den letzten dreißig Jahren haben die beiden großen Volksparteien diese Probleme nicht erkennen wollen. Sie nährten immer weiter die Illusion, daß schmerzhafte Änderungen der Institutionen und Einstellungen nicht nötig seien. Der Sozialstaat wurde munter ausgebaut und der Arbeitsmarkt durch Regulierungen zerstört. Niemand kann ernsthaft erwarten, daß die Verursacher der Krise des deutschen Wirtschaftssystems, die Kraft finden, grundlegende Reformen einzuleiten.

Der mangelnde Wille der beiden Volksparteien zu Veränderungen hat einen einzigen Grund. Sie profitieren von der jetzigen Ordnung durch Privilegien, Posten, Geld und Prestige. Sie sind mit den öffentlichen Bürokratien so sehr verflochten, daß sie ihr eigenes Interesse mit dem des Staates und des Volkes gleich setzen. Was in den letzen drei Jahrzehnten nur wirklich Eingeweihten offensichtlich war, ist nun für alle erkennbar: Es gibt ein Machtkartell der Volksparteien, die unter sich die Pfründe des politischen Systems aufteilen. Machtwechsel und Koalitionen ändern im Prinzip nichts am Herrschaftsmechanismus "Volkspartei". Und so weiter und sofort....

Der gesamte Artikel ist nachzulesen unter dem Link:
archiv.hausrissen.org
Antwort von Bettina Hagedorn
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19.02.2007
Bettina Hagedorn
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 21.01.2007. Darin bitten Sie mich, zu dem Artikel "Im Einparteienstaat oder Demokratie als Fassade" Stellung zu beziehen.

In seinem Artikel stellt der Autor wichtige und interessante Fragen: Wie kam es zur derzeitigen Lage der Sozialsysteme? Wie kam es zur hohen Staatsverschuldung und dem Wandel des Arbeitsmarktes? Leider verfehlt der Autor die Beantwortung dieser Fragen. Ohne die Gründe dieser Entwicklung genauer zu analysieren, findet er schnell die "Volksparteien" als Sündenböcke.

Ich hätte mir gewünscht, dass der Autor sich etwas näher mit der historischen Entwicklung der finanziellen Schieflage der sozialen Systeme befasst hätte. Wahrscheinlich wäre er dann auch auf die Ursachen dieser Entwicklung gestoßen, ohne falsche Schlüsse zu ziehen.

Trotz mancher Einschnitte für die Rentner in den letzten Jahren ist der steuerfinanzierte Rentenzuschuss aus dem Bundeshaushalt von gut 50 Milliarden Euro 1998 auf knapp 80 Milliarden Euro 2003 gestiegen. Durch zahlreiche unpopuläre Maßnahmen konnten wir den Steuerzuschuss immerhin auf dem Niveau von 2003 stabilisieren. Seitdem ich 2002 in den Bundestag gewählt wurde, ist es eines der wesentlichen Ziele der SPD-Bundestagsfraktion sich in Verantwortung vor künftigen Generationen für die Begrenzung der Steuerzuschüsse zur Rentenkasse einzusetzen. Immerhin macht dieser Steuerzuschuss ein knappes Drittel des Gesamthaushalts aus. Grund für den starken Anstieg der Steuerzuschüsse bis 2003 war vor allem, dass die Anzahl der Rentner und die Bezugsdauer der Rente so enorm gestiegen sind. Diese Tendenz setzt sich fort. Insofern ist es schon ein ehrgeiziges Ziel, den Steuerfinanzierungsanteil an der Rente nicht weiter steigen zu lassen. Erfreulicherweise werden die Menschen heute immer älter, doch auch die Rentenbezugsdauer ist damit gestiegen. Während sie in den 60er Jahren noch knapp 10 Jahre betrug, liegt sie heute schon bei 17 Jahren. Angesichts der guten Lebensqualität und der steigenden Lebensdauer, bedeutet diese steigende Rentenbezugsdauer enorme Kosten. Deshalb schließe ich mich dem Ziel von Bundesarbeitsminister Müntefering an, das Renteneintrittsalter zu erhöhen. Als Mitglied im Haushaltsausschuss habe ich jahrelang für die Begrenzung der Altersteilzeit für Bundesbedienstete gekämpft, was die große Koalition 2006 auch endgültig beschlossen hat. Die Altersteilzeit ist nicht nur teuer für den Steuerzahler sondern auch das falsche Signal, weil wir die Arbeitsleistung und das Know-how der älteren Mitarbeiter dringend brauchen.

Seit 1998 reformiert die SPD die sozialen Sicherungssysteme, um auch in Zukunft eine hohe Leistungsfähigkeit zu erhalten. Am oben erwähnten Beispiel der Rentenversicherung möchte ich Ihnen unser Engagement für eine nachhaltige Entwicklung unserer Sicherungssysteme gerne erläutern. Den schon erwähnten starken Anstieg des Bundeszuschusses zur Rentenversicherung konnten wir durch die Einführung der Ökosteuer abfangen. Hätte man den Zuschuss einfach gekürzt, hätte dies eine Kürzung der Renten um 4,4% bzw. durchschnittlich 52 € bedeutet. Durch die Einführung eines Nachhaltigkeitsfaktors, der die Rentner an den Lasten der demographischen Entwicklung beteiligt, konnten wir zudem den Anstieg der Rentenbeiträge dämpfen. Durch das Aussetzen der Rentenanpassung 2004, der Absenkung der Mindestnachhaltigkeitsrücklage, der Verschiebung des Auszahlungstermins der Renten, dem Vorziehen des Fälligkeitstermins der Sozialversicherungsbeiträge, sowie der Übernahme der Beiträge zur Pflegeversicherung durch die Rentner haben wir viel getan, um den Ausgleich konjunkturbedingter geringerer Beitragseinnahmen zu erreichen. All diese Maßnahmen waren unpopulär und politisch manchmal bei starkem Druck von Medien und Lobbyisten schwer auszuhalten. Die SPD hat es in den letzten Jahren häufig schwer gehabt Zustimmung für diese unvermeidbaren Reformen zu erhalten – dabei hätte ich mir mitunter gerade von den Medien mehr Aufklärung und eine mutigere Positionierung gewünscht. Ich werde mich auch in Zukunft für eine solide Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme einsetzen, weshalb ich der aktuell diskutierten Verlängerung des Altersteilzeit-Programms sehr kritisch gegenüberstehe.

Den Eindruck, dass die Parteien die Probleme nicht erkannt hätten und die Illusion nährten, dass schmerzhafte Änderungen nicht nötig seien, wie der Autor des von Ihnen zitierten Artikels schreibt, ist für mich nicht nachvollziehbar.

Zum Thema Staatsverschuldung: Seit der Nachkriegszeit wurden bis 1982 in der Bundesrepublik 160 Milliarden Euro Schulden angehäuft. In den 16 Regierungsjahren von Helmut Kohl kamen 580 Milliarden Euro dazu!!! Insofern betrug die Verschuldung 1998 beim Regierungsantritt Gerhard Schröders ca. 740 Milliarden Euro. Von 1998 bis 2005 stieg diese Verschuldung um weitere 130 Milliarden Euro, was einerseits mit einer jährlichen Zinsbelastung von mittlerweile fast 40 Milliarden Euro zu tun hat und andererseits der schwachen Wirtschaft, der hohen Arbeitslosigkeit und der Unterfinanzierung der sozialen Sicherungssysteme, wie dem Rentenzuschuss, geschuldet war. Fakt ist, dass gerade jetzt bei besserer konjunktureller Lage und sprudelnden Steuerquellen alles getan werden muss, um aus dieser Verschuldungsspirale herauszukommen.

Der letzte ausgeglichene Bundeshaushalt wurde 1969 vorgelegt. Seitdem waren alle demokratischen Parteien daran beteiligt, fast 40 Jahre lang in ununterbrochener Folge mehr auszugeben als eingenommen wurde – ich stimme ihnen zu, dass das unverantwortlich war. In der Regierung war die SPD 22 mal für diese Haushalte verantwortlich, die CDU trug 18 mal Verantwortung, die Grünen waren 7 mal beteiligt und die FDP 29 mal. Deutlich wird dabei, dass nicht nur die beiden großen Volksparteien die Verschuldung zu verantworten haben, sondern auch jene die heute als Oppositionsparteien sich gerne als "öffentliche Chefankläger" aufspielen. In Wahrheit "sitzen wir alle in einem Boot" und müssen gemeinsam "die Suppe auslöffeln", die die Politik sich in knapp vier Jahrzehnten eingebrockt hat. Das Thema Generationengerechtigkeit liegt mir seit Beginn meiner politischen Tätigkeit 1986 sehr am Herzen, deshalb engagiere ich mich in Berlin auch im Haushaltsausschuss. Der einzige aber gewichtige Grund, warum ich z.B. der Gesundheitsreform nicht zugestimmt habe ist deshalb auch der, dass ich es gegenüber der nachfolgenden Generation nicht verantworten kann, die Gegenfinanzierung für diese Reform im zweistelligen Milliardenbereich offen zu lassen.

Unbestritten gibt es Probleme bei der Finanzierung unserer Sozialsysteme und der Staatsverschuldung. Mir als Haushälterin ist es besonders wichtig, diese Probleme in den Griff zu bekommen. Mein Ziel ist dabei, die notwendigen sozialen Errungenschaften zu erhalten, ohne den nachfolgenden Generationen eine übermäßige Schuldenlast aufzubürden, was ohne Einschnitte nicht möglich ist. Für die schlechte Haushaltssituation gibt es eine Vielzahl von Gründen: die demographische Entwicklung und eine relativ hohe Arbeitslosigkeit, die falsche Finanzierung der Wiedervereinigung über eine Belastung der sozialen Sicherungssysteme und ausbleibende Reformen während der Regierungszeit Helmut Kohls.

Der Artikel bezeichnet weiter die bundesrepublikanische Demokratie als ein "Machtkartell", demokratische Wahlen würden dazu dienen, das Mitentscheiden zu suggerieren, und Parteienfinanzierung und Fünfprozenthürde würden dazu dienen, die Parteien vor Konkurrenz zu sichern.

Diese Ansicht lehne ich ab. Offensichtlich verkennt der Autor den Wert unserer Demokratie und ihrer Institutionen. Demokratie und die Freiheiten, die wir durch sie genießen, sind nicht selbstverständlich, wie wir aus unserer leidvollen Geschichte wissen. Unser Regierungssystem wird heute in der Weltgemeinschaft geachtet und geschätzt. Umso erstaunter macht es mich, wie der Autor zu seiner Auffassung gelangt.

Angesichts der zahlreichen friedlichen Machtwechsel aufgrund demokratischer Wahlen seit 1949 und der Etablierung neuer Parteien, wie den Grünen, kann man keineswegs von einem "Machtkartell" sprechen. Die Wahlen sind allgemein, frei, gleich und geheim. Sie suggerieren nicht Mitbestimmung, sie sind Element von Mitbestimmung! Das Grundgesetz macht die Parteien zu einem unverzichtbaren Akteur, dessen Aufgabe es ist, an der politischen Willensbildung maßgeblich mitzuwirken. Um ihnen diese Aufgabe wirtschaftlich zu ermöglichen, erhalten sie eine staatliche Parteienfinanzierung. Hierdurch soll auch die Abhängigkeit von Großspenden oder dem Wohlwollen der Regierung reduziert werden. Die 5-Prozent-Hürde dient dazu stabile Mehrheiten zu fördern und tragfähige Regierungskoalitionen zu ermöglichen. Die instabilen Regierungen der Weimarer Republik mit ihren Koalitionen aus zahlreichen Kleinstparteien dienten hier als Negativbeispiel.

Ich hoffe, dass ich Ihnen durch meine Antwort meinen Standpunkt verdeutlichen konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Bettina Hagedorn
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Frage zum Thema Finanzen
24.01.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Hagedorn,

Sie habem in Ihrer Mail vom 18.1.07 an Herrn Reth leider auf keine der ganz konkreten Fragen geantwortet (trotz Ihrer langen Ausführungen)

Sie erweckten darin den Eindruck, als ob es zur Ankoppelung der Kirchensteuer an die Abgeltungssteuer keine Alternative gebe.

Darum meine Frage:
Warum kann nach Ihrer Auffassung bei der Kirchensteuer auf Kapitalerträge nicht das bisherige Verfahren über die Steuererklärung beibehalten werden?
Die Notwendigkeit dieser Frage wird deutlich, wenn Sie unter www.kirchensteuern.de die Beiträge unter der Überschrift Abgeltungssteuer gelesen haben.

Zweite Frage: Sind Sie wirklich bereit, einen erneuten Verstoß gegen die Religionsfreiheit hinzunehmen, nur damit die Kirchen an ihr Geld kommen?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Bettina Hagedorn
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12.02.2007
Bettina Hagedorn
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihren Beitrag vom 25.01.2006, in dem Sie mich, mit Bezug auf die Anfrage von Herrn Reth, zum Verhältnis von Abgeltungssteuer und Datenschutz befragen. In Ihrer Mail schreiben Sie, dass ich mit meiner Antwort den Eindruck erwecken würde, dass es zu einer Ankopplung der Kirchensteuer an die Abgeltungssteuer keine Alternative gäbe. Dadurch sehen Sie Ihre Rechte in Gefahr.

Der Gesetzesvorschlag befindet sich derzeit noch in der Beratungsphase. Wie ich bereits Herrn Reth geschildert habe, wird zurzeit ein Weg gesucht, die Erhebung der Kirchensteuer nach landesrechtlichen Vorschriften auf die Abgeltungssteuer zu ermöglichen. Dazu werden alle Ausgestaltungen vorbehaltlos geprüft. Maßgabe ist dabei natürlich, die Kirchensteuergesetze der Länder, das Einkommenssteuergesetz und den Datenschutz in Einklang zu bringen. Herr Reth schilderte ein Szenario, nach dem der Bürger gezwungen sein könnte, seinem Banksachbearbeiter darüber zu informieren, ob er Mitglied in einer der beiden Kirchen ist, die Kirchensteuern beziehen, wodurch der Datenschutz verletzt würde. Das von Herrn Reth geschilderte Problem wurde bei den Beratungen zum Gesetz erkannt und geäußert. Deshalb werden zurzeit Lösungen erarbeitet, die eine freiwillige Angabe vorsehen.

Die Form der Abgeltungssteuer wurde gewählt, da sie im Vergleich zur Veranlagung über die Einkommenssteuererklärung zwei Vorteile birgt. Zum einen ist sie eine enorme Steuervereinfachung. Ein enormer Bürokratieaufwand kann so im Sinne des Bürgers vermieden und Steuergelder gespart werden. Zum anderen wird die Abgeltungssteuer, die nur im Zusammenhang mit der geplanten Reform der Unternehmenssteuer zu sehen ist, den Finanz- und Wirtschaftsstandort Deutschland attraktiver machen und die Steuerabwanderung ins Ausland vermindern. In den meisten unserer Nachbarländer ist die Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge bereits Gesetz.

Da erst seit dem 2. Februar 2007 ein Referentenentwurf für das Gesetz vorliegt und die parlamentarischen Beratungen noch bevorstehen, ist es nicht möglich zu sagen, wie das Gesetz in seiner konkreten Form aussehen wird. Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass dieses Gesetz Ihre Grundrechte nicht antasten wird.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meiner Antwort weiterhelfen konnte und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Ihre Bettina Hagedorn
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