Bessere Lebensmittelkennzeichnung
Bessere Lebensmittelkennzeichnung
Das Europäische Parlament hat mit großer Mehrheit für eine verbesserte Kennzeichnung von Lebensmitteln beschlossen. Angaben zum Zucker- und Fettgehalt müssen künftig gut sichtbar angebracht sein, für Fleisch und Fisch muss das Herkunftsland angegeben werden.
Hintergrundinformationen
Der nun vom EU-Parlament in erster Lesung beschlossene Gesetzentwurf sieht folgende Verbesserungen für Verbraucher vor:

  • Die Hersteller müssen nun Angaben zu Energie-, Salz-, Zucker- und Fettgehalt auf der Vorderseite der Verpackung machen.
  • Energie- und Nährstoffmenge sind stets pro 100 g oder 100 ml anzugeben
  • Weiterhin muss die Herkunft von Fleisch, Fisch, Geflügel und Milchprodukten erstmals deklariert werden.
  • Zudem darf Milch, die behandelt wurde, um länger als 7 Tage trinkbar zu machen nicht mehr als Frischmilch gekennzeichnet werden.
  • Ungesunden Transfette, aber auch Appetitanreger und Nanofood (Lebensmittel, die Nanopartikel enthalten), sollen von nun an gekennzeichnet werden.
  • Lebensmittel die Süßstoffe enthalten, müssen auf der Vorderseite der Verpackung angegeben sein.

Insgesamt stimmten 559 Abgeordnete mit ja, 54 mit nein, 32 enthielten sich.

Der vom EU-Parlament beschlossene Gesetzentwurf geht nun in den Ministerrat, eine schnelle Einigung wird jedoch nicht erwartet. Sollte das Parlament das Gesetz dann in zweiter Lesung entgültig beschließen, haben die betroffenen Unternehmen drei Jahre Zeit zur Umsetzung.

Keine Mehrheit gab es dagegen für die Einführung einer Lebensmittel-Ampel (zum Abstimmungsverhalten...).


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Weiterführende Links:

Kommentare von Besuchern zur Abstimmung
Kommentar #6
dies ist eine Mogelpackung um der Ernährungsindustrie Rechtssicherheit zu verschaffen. Außerdem kommen zusätzliche Kosten für den Verbraucher zu laut "Änderungsantrag 4, Vorschlag für eine Verordnung, Erwägung 10"
www.europarl.europa.eu
von: jo
am: 03.11.2011 10:25
Kommentar #5
Es ist bezeichnend, dass man uns per Gesetz vor diesem Fraß schützen muss.

Nanofood ist bestimmt auch richtig gesund.... geht noch schneller ins Blut als Dextro und is noch in der Urne nachweisbar - die machen´s den künftigen Paläontologen aber leicht.

Schönen Tag noch
von: Ihr Name
am: 13.01.2011 22:41
Kommentar #4
Nehme meinen Kommentar (#3) zurück! Nach dieser soeben geposteten Erläuterung seitens foodwatch:

>>foodwatch
Zur Einordnung: Neben der Hauptabstimmung über die Lebensmittelinformationsverordnung, die bei abgeordnetenwatch gelistet ist, gab es verschiedene Änderungsanträge, die nicht bei abgeordnetenwatch aufgeführt sind. Die Einführung der Ampel wurde in einem solchen Änderungsantrag vorgeschlagen. Vor allem Grüne und Linke haben dafür gestimmt, auch viele Sozialdemokraten und Liberale. Vor allem mit den Stimmen der Konservativen wurde der Antrag jedoch abgelehnt.

Wer der Lebensmittelinformationsverordnung zugestimmt hat, wie es detailliert nach Fraktion bei abgeordnetenwatch nachzulesen ist, muss also nicht zwingend gegen die Ampel gestimmt haben. Leider liegt uns bis jetzt auch noch kein namentliches Abstimmungsergebnis zum Votum übder den Ampel-Antrag vor.<<
von: M.K.
am: 17.06.2010 18:43
Kommentar #3
Immerhin gab es in der FDP mehr Gegenstimmen als in der SPD (keine) oder bei den Grünen (keine).. Offiziell wettert man z.B. bei den Grünen gegen die Ampel, welche durch Konservative und Liberale verhindert worden wäre, bei der Abstimmung allerdings stimmte die Fraktion der Grünen geschlossen für das Modell der Industrie. Ich bin kein FDP-Wähler, aber die Liberalen taten mehr für die Ampel als die Grünen.
von: M.K.
am: 17.06.2010 18:03
Kommentar #2
Schon enttäuschend, daß selbst eine SPD Abgeordnete Angst davor hat, Bürgern die Beurteilung von Konsumgütern zu erleichtern.
Und manche von der Linken haben offensichtlich immer noch Angst vor selbst denkenden Bürgern...
Von der wirtschaftsfreundlichen FDP hingegen erwarte ich nichts anderes. Die verstehen unter Freiheit nur die Freiheit der WIrtschaft, die ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen nach eigenem Gutdünken rücksichtslos und auf Kosten anderer auszunutzen... Informierte Verbraucher stören da nur.
von: Petra Kipp
am: 17.06.2010 12:21
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