Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen
Der Bundestag hat sich mehrheitlich für die Straffreiheit bei der Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen ausgesprochen.
Hintergrundinformationen
Der Entwurf der Bundesregierung sieht vor, die Beschneidung von Jungen künftig auch dann zu ermöglichen, wenn diese aus medizinischen Gründen nicht notwendig ist. Im Bürgerlichen Gesetzbuch wird fortan festgeschrieben, "dass die Personensorge der Eltern grundsätzlich auch das Recht umfasst, bei Einhaltung bestimmter Anforderungen in eine nicht medizinisch indizierte Beschneidung ihres nicht einsichts- und urteilsfähigen Sohnes einzuwilligen." In den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Sohnes dürfen laut Regierungsentwurf auch von einer Religionsgesellschaft dazu vorgesehene Personen die Beschneidung vornehmen, wenn sie dafür besonders ausgebildet und für die Durchführung der Beschneidung einer Ärztin oder einem Arzt vergleichbar befähigt sind.

Die gesetzliche Klarstellung ist eine Reaktion auf ein Urteil des Landgerichts Köln aus dem Mai 2012, das die Auffassung vertrat, bei der religiösen Beschneidung eines vierjährigen Jungen habe es sich um eine rechtswidrige Körperverletzung gehandelt.

Ein alternativer Antrag von 66 Oppositionspolitikern, wonach die Beschneidung unter Berufung auf das Recht des Kindes erst ab dem 14. Lebensjahr erlaubt sein soll, fand keine Mehrheit.
Kommentare von Besuchern zur Abstimmung
Kommentar #164
Kinder sind toll und wunderbar. Einfach so.
von: )
am: 12.12.2014 22:53
Kommentar #163
ich muss leider mal den Schwachsinn von "Pro Beschneidung" kommentieren:
Argument 1,2,3: Ja, was du schreibst ist vollkommen richtig und ich stimme den vollkommen zu. Aber: Die Eltern (nicht nur die Mutter) hat das Kindeswohl zu berücksichtigen. Dazu zählt auch und vor allem die gesundheitliche Unversehrtheit. Ansonsten können wir ja auch wieder die Prügelstrafe oder das Einsperren eines Kindes in dunklen Kellern erlauben.
Argument 4: Die Aussage ist absolut FALSCH!!!! Jeder operative Eingriff birgt, auch bei absolut professioneller Durchführung, Risiken. Oder warum meinst du, muss man vor Operationen oder anderen ärztlichen Eingriffen ein Aufklärungsgespräch führen und die Einwilligung zum Eingriff unterschreiben. Hinzu kommt, je jünger das Kind, je gefährlicher ist es. Vielleicht auch ein Grund warum Wunsch-Operationen ohne medizinische Indikation im Regelfall bei Kindern und Jugendlichen nicht erlaubt sind.
Argument 5: FALSCH!!! Auch hier gilt: Ereignisse im Kindesalter (auch bei Säuglingen) sind prägend!! Dazu gibt es unendlich viele Studien.

Aber: Wo ich dir insgesamt aber Recht geben muss, ist dass man hier wirklich eine Diskussion eröffnen sollte und nicht alles nur Schwarz oder Weiß sehen darf.
von: Unschlüssiger
am: 06.03.2014 13:46
Kommentar #162
Einer der wenig vernünftigen Entscheidungen des deutschen Bundestages in letzter Zeit.
Schade nur, dass die Kleingeister in Deutschland, die ja so gerne ungefragt anderen erzählen, was gut und richtig ist, ständig auf Standardparolen zurückgreifen um ihre ideologisch gefärbte, aktionistische Politik durchzusetzen, siehe Kommentare meiner Vorgänger.

Hier mal ein paar Argument für eine Freiheit von Beschneidung.

1.) Die Eltern haben das Kind bekommen, nicht die staatliche Gemeinschaft. Den Eltern steht das Erziehungsrecht bereits auf natürlicher Basis her zu und keine Mutter interesiert, wenn es hart auf hart kommt, was ein Gesetz darüber sagt.

2.) Massenhysterien und Paniken, die auf Schwachsinn basieren, haben schon häufig zu Verboten und Einschränkungen geführt, die mehr als fragwürdig sind (Patriot Act).

3.) Keine religiöse Familie würde sich für ein vom Bundestag verabschiedetes Beschneidungsverbot interessieren. Genauso wie jeder Leser schon einmal bei rot über die Ampel gegangen ist, obwohl es doch (und jetzt fühlen sich bestimmt schon die ersten ganz doll schuldig), ACHTUNG, G E S E T Z E S W I D R I G ist.
Für Eltern, die an die Beschneidung als ein Gebot des Schöpfer glauben, gilt diese Bestimmung und sie werden mit Sicherheit nicht irgendwelchen anderen Bestimmungen, diesem Gebot Vorrang geben.
(Das ist eine Sache, die man sich erstmal bewusst machen sollte, bevor man völlig emotional und mit der Faust erhoben, die "Kinderrechte" durchsetzen will.)

4.) Beschneidung hat sehr viele positive Effekte und wenn richtig durchgeführt (ein Umstand der in einer Illegalität eher nicht mehr gegeben wäre) keine negativen. Das Argument der sexuellen Unempfindsamkeit ist ja wohl totaler Käse, da ja wohl keine der Religionsgemeinschaften, die ihre Kinder beschneiden, irgendein Interesse an einer sexuellen Disfunktion der Söhne (und der Töchter) hat, da erster ja den Familiennamen weitertragen sollen und die Aufgabe haben, die Zukunft der Familie zu sichern. Außerdem wird in den Religionen die Beschneidung bei Jungen durchführen, Sexualität grundsätzlich als etwas Positives und Notwendiges angesehen und wie im Hohelied der Liebe, als ein Genuss.

5.) Die Beschneidung der Jungen am achten Tag, wie in der Torah vorgesehen, hat nicht nur den Vorteil, das Verletzungen zu diesem Zeitpunkt, am schnellsten und besten Abheilen, sondern auch, dass das Kind sich später nicht mehr an den Prozess erinnern wird, anders als ein Erwachsener, der gezwungenermaßen, z.B. aufgrund eines gesetzlichen Verbotes, nicht im Kindesalter beschnitten wurde und sich nun im Mannesalter beschneiden lassen muss, was natürlich dann eine zeitlang Unannehmlichkeiten bereiten wird.
Ich z.B. wäre gerne als Kind am achten Tag beschnitten worden, denn jetzt muss/will/darf ich es nachziehen und werde dadurch eine Nachteil haben.

Ich bin übrigens weder Jude noch Muslim.
von: Pro Beschneidung
am: 06.02.2014 12:52
Kommentar #161
Ich hoffe,daß in der neu zu bildenden Regierungsmannschaft einige Mitglieder den Mut aufbringen gegen das menschenverachtende Gemetzel an neugeborenen Jungen,mit dem Grundgesetz im Rücken,vorzugehen.
Wenn verschiedene Glaubensgemeinschaften meinen hier nicht leben zu können sollen sie in das sogenannte"Gelobte Land"übersiedeln.
von: hegubir
am: 08.12.2013 13:08
Kommentar #160
Wie rechtschaffen ist es eigentlich, wenn jemand im Zusammenhang mit einer solchen Behandlung eines so kleinen, hilflosen, göttlichen Wesens von einem "Recht" spricht?
von: Karlheinz Schmidt
am: 16.10.2013 22:23
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