Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen
Der Bundestag hat sich mehrheitlich für die Straffreiheit bei der Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen ausgesprochen.
Hintergrundinformationen
Der Entwurf der Bundesregierung sieht vor, die Beschneidung von Jungen künftig auch dann zu ermöglichen, wenn diese aus medizinischen Gründen nicht notwendig ist. Im Bürgerlichen Gesetzbuch wird fortan festgeschrieben, "dass die Personensorge der Eltern grundsätzlich auch das Recht umfasst, bei Einhaltung bestimmter Anforderungen in eine nicht medizinisch indizierte Beschneidung ihres nicht einsichts- und urteilsfähigen Sohnes einzuwilligen." In den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Sohnes dürfen laut Regierungsentwurf auch von einer Religionsgesellschaft dazu vorgesehene Personen die Beschneidung vornehmen, wenn sie dafür besonders ausgebildet und für die Durchführung der Beschneidung einer Ärztin oder einem Arzt vergleichbar befähigt sind.

Die gesetzliche Klarstellung ist eine Reaktion auf ein Urteil des Landgerichts Köln aus dem Mai 2012, das die Auffassung vertrat, bei der religiösen Beschneidung eines vierjährigen Jungen habe es sich um eine rechtswidrige Körperverletzung gehandelt.

Ein alternativer Antrag von 66 Oppositionspolitikern, wonach die Beschneidung unter Berufung auf das Recht des Kindes erst ab dem 14. Lebensjahr erlaubt sein soll, fand keine Mehrheit.
Kommentare von Besuchern zur Abstimmung
Kommentar #170
Eine dunkle Stunde für die deutsche Demokratie. Ein Sieg der Klerus über den säkularen Humanismus. Diese Abstimmung war weit mehr als die Bevorzugung kleiner Bevölkerungsgruppen oder Minderheitenschutz. Das war der Kniefall der Demokratie vor Lobbyismus und Irrationalität. Wer die Gesundheit von Kindern der Religion opfert, opfert sie auch gewissenlos wirtschaftlichen Interessen. Kinder sind unsere Zukunft. Wer sie nicht bedingungslos schützt - hat keine (verdient).
von: Lothar Irrgang
am: 05.09.2015 09:52
Kommentar #169
Am 12.12.2012 stellten die Abgeordneten des Deutschen Bundestags das im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankerte Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit zur Disposition. Auf solche "Vertreter" braucht, glaube ich, niemand stolz zu sein.
von: Tsag
am: 01.08.2015 18:01
Kommentar #168
Vorzeitliches Zwangsritual gilt mehr als Verstand und Menschlichkeit.
von: Mensch
am: 29.03.2015 19:51
Kommentar #167
Da wundert man sich über PEGIDA!
Da wird Islam und Judentum über das Grundgesetz gestelt.
Wenn das so weiter geht muss ich hier weg!
von: Heinz
am: 27.02.2015 16:58
Kommentar #166
Ein Schandmal für deutsche Politik und deutschen Opportunismus.
von: Stefan Wagner
am: 27.01.2015 15:52
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