Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen
Der Bundestag hat sich mehrheitlich für die Straffreiheit bei der Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen ausgesprochen.
Hintergrundinformationen
Der Entwurf der Bundesregierung sieht vor, die Beschneidung von Jungen künftig auch dann zu ermöglichen, wenn diese aus medizinischen Gründen nicht notwendig ist. Im Bürgerlichen Gesetzbuch wird fortan festgeschrieben, "dass die Personensorge der Eltern grundsätzlich auch das Recht umfasst, bei Einhaltung bestimmter Anforderungen in eine nicht medizinisch indizierte Beschneidung ihres nicht einsichts- und urteilsfähigen Sohnes einzuwilligen." In den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Sohnes dürfen laut Regierungsentwurf auch von einer Religionsgesellschaft dazu vorgesehene Personen die Beschneidung vornehmen, wenn sie dafür besonders ausgebildet und für die Durchführung der Beschneidung einer Ärztin oder einem Arzt vergleichbar befähigt sind.

Die gesetzliche Klarstellung ist eine Reaktion auf ein Urteil des Landgerichts Köln aus dem Mai 2012, das die Auffassung vertrat, bei der religiösen Beschneidung eines vierjährigen Jungen habe es sich um eine rechtswidrige Körperverletzung gehandelt.

Ein alternativer Antrag von 66 Oppositionspolitikern, wonach die Beschneidung unter Berufung auf das Recht des Kindes erst ab dem 14. Lebensjahr erlaubt sein soll, fand keine Mehrheit.
Kommentare von Besuchern zur Abstimmung
Kommentar #173
Ich bin beschnitten und ja es hat teilweise schmerzhafte Nachteile.
Beim Radfahren treten leicht wunde Stellen an der Eichel auf, das ist extrem unangenehm.
Und ja, beim Sex kann es große Nachteile haben, wenn die Eichel aufgrund häufiger Druck- und Reibbelastung unempfindlich geworden ist.
Und nein, ich bin kein Einzelfall.
So zu tun, als ob es keine Komplikationen oder dauerhafte Nachteile haben würde/könnte ist gelinde gesagt eine Frechheit. Weitere Kommentare zu obigen Verharmlosungen verkneife ich mir besser.
Es ist eine Verletzung aus irrationalem religiösem Wahn, nur, dass es Jungen angetan wird und nicht Mädchen.
von: Schaden sehr wohl
am: 19.04.2016 00:44
Kommentar #172
Als kommentar zu einem gewissen Herren weiter oben:
Bei Kleinkindern ist die Beschneidung keinessfalls bestialisch. Die Kinder werden sich vermutlich nicht mal daran erinnern können.
Schmerzhaft ist eher eine nicht entdeckte Phimose bei Kindern weshalb Beschneidung aus religiösen Gründen dieser sogar vorbeugen könnte.
von: aus mediz. Gründen beschnitten
am: 19.01.2016 22:32
Kommentar #171
hat meine volle Unterstützung...
Kurzes Statement abseits der Politik:
Beschneidungen (sofern diese korrekt bzw von Medizinern ausgeführt werden) schaden einem Kind keinesfalls und beugen je nachdem sogar unentdeckter Phimose bei Kleinkindern vor.
Natürlich kann man hier auch gegen-argumentieren das dies einem aufgezwungenen Tattoo bzw unfreiwilliger Körperveränderung gleichkommt.

Zur politischen Entscheidung:
Falls diese anders ausgefallen wäre, wären vermutlich alle religiösen Gründe durch vorgetäuschte medizinische ersetzt worden.

Daher ist das Ganze meiner Meinung nach völlig in Ordnung und verhindert eher das die Beschneidungen unter schlechten Bedingungen und illegal durchgeführt werden.
von: aus mediz. Gründen beschnitten
am: 18.01.2016 01:08
Kommentar #170
Eine dunkle Stunde für die deutsche Demokratie. Ein Sieg der Klerus über den säkularen Humanismus. Diese Abstimmung war weit mehr als die Bevorzugung kleiner Bevölkerungsgruppen oder Minderheitenschutz. Das war der Kniefall der Demokratie vor Lobbyismus und Irrationalität. Wer die Gesundheit von Kindern der Religion opfert, opfert sie auch gewissenlos wirtschaftlichen Interessen. Kinder sind unsere Zukunft. Wer sie nicht bedingungslos schützt - hat keine (verdient).
von: Lothar Irrgang
am: 05.09.2015 09:52
Kommentar #169
Am 12.12.2012 stellten die Abgeordneten des Deutschen Bundestags das im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankerte Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit zur Disposition. Auf solche "Vertreter" braucht, glaube ich, niemand stolz zu sein.
von: Tsag
am: 01.08.2015 18:01
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