Banken-Rettungspaket
Banken-Rettungspaket
Das beispiellose Hilfspaket zur Rettung des Finanzsektors hat den Bundestag passiert. Mit großer Mehrheit stimmte das Parlament für das Eil-Gesetz. Neben den Nein-Stimmen von Linken und Grünen gab es die Enthaltung eines CDU-Abgeordneten.
Hintergrundinformationen
400 Milliarden Euro des beispiellosen Hilfspakets sind für staatliche Bürgschaften vorgesehen, durch die der Geldaustausch unter den Banken wieder in Schwung kommen soll. Durch die Vertrauenskrise auf den Finanzmärkten haben die Banken zuletzt kaum mehr Geld verliehen - zu groß war die Sorge, dieses nicht mehr wiederzusehen. Ohne Kredite der Banken jedoch kommt die Wirtschaft zum erliegen: Private Großanschaffungen werden zurückgestellt, Unternehmen fehlt das Geld für Investitionen. Mit den Milliarden-Bürgschaften garantiert der Staat den Banken nun, dass sie ihr Geld auf jeden Fall zurückerhalten.

In dem instabilen Umfeld ist dies jedoch nicht ohne Risiko. Die Bundesregierung schließt nicht aus, dass 5 Prozent der 400 Milliarden-Bürgschaft, also insgesamt 20 Milliarden Euro, als Verlust abgeschrieben werden könnten. Vorsichtshalber wird dieser evtl. anfallende Fehlbetrag schon jetzt im Haushalt eingeplant.

Neben den Garantien in Form von Bürgschaften stellt der Staat den Finanzinstituten auch Kredite in Höhe von bis zu 80 Milliarden Euro zur Verfügung. So können die Banken beispielsweise ihr Eigenkapital erhöhen, um die Abhängigkeit von anderen Geldinstituten zu verringern. Unternehmen, die Geld aus dem Staatstopf in Anspruch nehmen, gewähren dem Bund jedoch ein Mitspracherecht, etwa wenn es um die Verwendung der Finanzspritze, die Dividendenausschüttung oder die Höhe der Managergehälter geht. Auch die Teilverstaatlichung eines Unternehmens durch den Erwerb von Aktien ist in dem Gesetz vorgesehen. Solche Beteiligungen könnten dann in wirtschaftlich besseren Zeiten mit Gewinn wieder verkauft werden. Allerdings ist der Einstieg des Staates in Privatunternehmen nur dann vorgesehen, "wenn ein wichtiges Interesse des Bundes vorliegt und der vom Bund angestrebte Zweck nicht besser und wirtschaftlicher auf andere Weise" zu erreichen ist.

Ob die Bundesregierung einen für 2011 angestrebten Haushalt ohne Neuverschuldung tatsächlich erreicht, ist alles andere als sicher. Zwar ist es unwahrscheinlich, dass die 400 Milliarden Euro schweren Staatsgarantien ausgezahlt werden müssen. Doch angesichts der Finanzkrise und schlechter Wachstumsaussichten gerät das von der Großen Koalition anvisierte Ziel in Gefahr.

FDP und Grüne sichern der Regeriungskoalition grundsätzliche ihre Unterstützung zu, kritisierten aber vor allem eine fehlende Kontrolle durch das Parlament. Der "Finanzmarkt -Stabilisierungsfonds", der bis zum 31. Dezember 2009 befristet ist, wird vom Bundesfinanzminister verwaltet. In Sachen Dividendenausschüttung und Managervergütung könne die Bundesregierung künftig nach Gutdünken entscheiden, so die Grünen. Sie fordern Einfluss auf die Gegenleistungen der Finanzinstitute und eine Kontrolle, dass diese Gegenleistungen auch erbracht werden. Die Liberalen drängen auf eine Rückzugsstrategie im Fall eines Einstiegs des Staates bei Banken.

Auch nach Ansicht der Linken habe man keine andere Wahl als das Finanzmarktsystem wieder in Gang zu bringen. Allerdings müsse man nun auch entschieden gegen Währungsspekulationen vorgehen und eine verbindliche Regulierung der internationalen Kapitalströme schaffen.

Foto: © michael andre may / pixelio.de


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Kommentare von Besuchern zur Abstimmung
Kommentar #47
Glaubt Ihr tatsache daran das auch nur ein einziger politiker an das wohl der Deutschen Bürger denkt?????
von: Frank
am: 22.11.2009 17:12
Kommentar #46
Wenn die Profitgier der Banker nicht gestoppt einige machen wohl auch nach der Krise weiter es ist dringendst erforderlich denen die Daumenschrauben anzulegen denn sonstig werden die weiterhin zu Risikoreichen Geschäften angestachelt der Dumme ist der kleine Anleger und der Staat wir alle die dann die Zeche zahlen sollen .
Ich denke mir das die Bundeskanzlerin hier zum Wohl der Bürger eingreift
und mit klaren Richtlinien diese Zocker in Ihre Schranken weist .
Wer fette Gewinne macht abkassiert auf Kosten anderer der muß auch bei Verlusten Schadenersatz leisten dem steht nur bei Erfolg eine Bonuszahlung zu ,ein dicker Riegel hier vorzuschieben ist sehr hilfreich damit die Profitgier
endlich mal ein Ende hat .
Viele Anleger werden mit Versprechungen gelockt ohne die Risiken abschätzen zu können erstmal bedienen sich die die das vermitteln und kassieren ab ,der Schaden hatt der,der sich hierauf einlässt, Schluß damit zum Wohl und zum Schutz der Bürger !
Günter Dillikrath
von: Günter Dillikrath
am: 31.08.2009 09:00
Kommentar #45
Das beste Beispiel dafür das diejenigen Parlamentarier die dafür stimmten nicht auf der Seite des Bürgers stehen. Das muss denen klar sein.

"Wir werden helfen, wenn der Nutzen für Alle den Schaden überwiegt", so ähnlich tönte es letztes Jahr von einer Kanzlerin aus Deutschland.

Oder Opel sei nicht "Systemrelevant"

Merkel hat mich zu tiefst enttäuscht, meiner Ansicht nach ist sie ziemlich überfordert mit ihrem Job.
von: Andreas Graefenstein
am: 24.08.2009 01:07
Kommentar #44
Vielen Dank, ihr wälzt die Schulden die irgendwelche Manager verursachen auf uns ab!?
Ihr braucht euch nicht wundern wenn immer mehr Jugendliche weder auf Politik noch auf Deutschland bock haben!
von: 17 Jahre
am: 20.08.2009 03:32
Kommentar #43
Super idee mit dem harten durchgreifen.
Warum tut es nur niemand.
Wie Panorama vor kurzem zeigte bekommen die Manager immer noch Millionen. Gedeckt von unseren Politikern. Die schützend die Hand über die Bänker halten.
von: WeltenWanderer
am: 19.08.2009 22:25
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