Austritt aus der Kernfusion (ITER)
Die Grünen glauben, dass die Kernfusion in den nächsten 50 Jahren keinen Beitrag leisten kann, die drängenden globalen Energie- und Klimaprobleme zu lösen. Der Bau des Kernfusionsreaktors ITER stelle zudem ein unkalkulierbares Risiko für die öffentlichen Haushalte Deutschlands und der EU dar, heißt es in dem Antrag.
Hintergrundinformationen
ITER ist ein Versuchs-Fusionsreaktor, der sich derzeit in Bau befindet. Er soll die großtechnische Nutzung der kontrollierten Kernfusion zur Stromerzeugung vorbereiten. Der Bau der Anlage in Cadarache (Frankreich) hat 2009 begonnen und soll etwa 10 Jahre in Anspruch nehmen. ITER wird voraussichtlich 2018 in Betrieb genommen werden.

Die Kosten für das ITER-Projekt wurden ursprünglich auf etwa 10 Milliarden Euro veranschlagt. Neben den Betriebskosten von rund 4,5 Milliarden Euro (über geplante 20 Jahre) beinhaltete diese Summe auch etwa 4 Milliarden Euro für Planung und den Bau der Anlage. Im Mai 2010 bezifferte die EU-Kommission die Gesamtkosten mit 15 Mrd. Euro.

Die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen fordert die Bundesregierung in ihrem Antrag auf, das ITER-Abkommen einvernehmlich aufzuheben oder außerordentlich zu kündigen und unverzüglich damit zu beginnen, die Fusionsforschungsmittel aus dem Bundeshaushalt auf die Erforschung erneuerbarer Energien und der Energieeinsparung zu übertragen. Die Regierungskoalition lehnte die Forderung ab.


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Kommentare von Besuchern zur Abstimmung
Kommentar #25
Gott oder wer auch immer hat uns ein ganzes Universum hinterlassen. Die Grünen wollen es uns gerade wieder nehmen.
Kann man Beschränktheit noch besser definieren?
von: Guest
am: 13.09.2013 13:57
Kommentar #24
Die Kernfusion zur Energieversorgung kommt bald - das hören wir seit fünfzig Jahren. Aber etliche Milliarden DM und Euro später glaube ich nicht mehr so recht daran. Vielleicht sollte man sich doch wieder ernsthaft mit der kalten Fusion auseinandersetzen? Derzeit verspottet man lieber die Leute, die weiter an der Idee forschen.
von: Lemming
am: 27.08.2013 22:39
Kommentar #23
Auch wenn der Verbrauch elektrischer Energie in Deutschland sinkt oder stagniert so steigt er global doch immens.

Es sollte auch nicht vergessen werden das nach dem Öl das Wasser in den kommenden Jahren immer wichtiger wird. Trinkwasser kann man aus dem Meer gewinnen leider nur unter hohem Energieverbrauch.

Die Grünen rufen nach der Energiewende. Wenn die Fusion funktioniert das ist dann eine richtige Energiewende und Solarkraft ist leider nicht in der Lage unseren Energiehunger zu decken genauso wie Windkraftwerke.

Leider ist mit dem ITER "nur" das Problem der stat. Energie gelöst. An alle die an Elektroautos denken, die wird es nicht geben mit dem jetzigen Wissenstand. Bis jetzt hat Benzin (bzw Öl) die größte Energiedichte mit Abstand. Es gibt keine Batterie die auch nur annähernd da ran reicht. Man sollte auch nicht vergessen das Batterien Schwermetalle enthalten die alle höchst giftig sind, und deren Entsorgung ein Riesenproblem ist. Ferner sind die Rohstoffe in der Höhe wahrscheinlich gar nicht vorhanden siehe Lithium

Da besteht noch gewaltiger Forschungsbedarf.

Kommentar 17 ist echt kompletter Mist.
von: Francis
am: 30.03.2013 00:28
Kommentar #22
Ich erlebe heute sehr viel physikalisch-technisches Unverständnis. Na und ?
Unser aller deutscher Wohlstand wird nicht durch Juristen, Verwalter, Spekulierer oder Dienstleister erwirtschaftet. Wir haben den Wohlstand heute, weil das in den Generation zuvor anders und besser geachtet war.

Dass es uns in Deutschland materiell gut geht, und wir nur deshalb halbwegs sozial sein können, verdanken wir den fleißigen und peniblen Fachleuten und gutausgebildeten Erfindern.
Diese Hände und Köpfe schaffen beim Bosch, Siemens, Bayer, Daimler usw. und in tausenden kleinen Industriefirmen.
Keine Bank, Versicherung, kein Gericht, Amt oder Parlament und eigentlich auch kein Krankenhaus schafft wirklich handfeste Werte, sondern verteilt und verbraucht diese - mehr oder weniger gut und gerecht.

Heute wollen die jungen Leute nicht mehr Techniker oder Ingenieur werden.
Sie wollen Selbstverwirklicher werden. Manche in Nadelstreifen, manche in der Öko-Chickeria oder überhaupt werden überhaupt nur Quassler ohne Mumm und Belastbarkeit, genau wie es die Schule lehrt.

Die von uns im Stich gelassenen jungen Leute wissen wahrscheinlich nicht was ein Wirkungsgrad ist (Solarstrom !), vielleicht nicht mal was Wirtschaftlichkeit ist.
Eine Note fünf in Mathe, Physik oder Chemie ist einfach hipp, man kann sich dessen sogar im Fernsehen rühmen. Es werden lange Fernsehsendungen über das Energieproblem ausgestrahlt, die Kilowatt und Kilowattstunden dauerhaft verwechslen (ZDF!). Offenbar gehörten die Autoren und die Programmdirektoren zu den vorgenannten "Leistungsträgern."
Tausende demonstrieren gegen irgendwas mit Atom, aber nicht mal
ein Zehntel kann den Begriff Halbwertszeit erklären.

Gibt es denn neben den Computergames keine technische Visionen mehr ? Ich denke zurück an das der Dummheit geschuldete Ende des Transrapid.
Wer Millionen Elektroautos für realistisch hält, der sollte vor dem Iter - der m.E. vergleichsweise mehr Chancen hat - nicht zaudern !
von: Karl
am: 28.10.2012 16:52
Kommentar #21
Die Kommentare hier dokumentieren leider das technische Unverständnis bezgl. dieses Themas. 250 Mio. Grad heisses Plasma benötigt nur wenige Fremdatome im Vakuum des Torus, um zu kollabieren. Beziehe mich dabei auf eine Gastvorlesung des Leiters des Torus-Baus ITER an der Universität Karlsruhe. Wer schreibt "da kann man gleich bei AKWs bleiben" hat nichts, aber auch gar nichts begriffen. Ich selbst bin skeptisch hinsichtlich der wirtschaftlichen Nutzbarkeit der Fusionstechnik und den sich daraus ergebenden zentralisierten Versorgerstrukturen. Aber die Diskussion hier ist — aus technischer Sicht — oberpeinlich. Kommentar #17: Zurück auf die Schulbank!
von: Joe
am: 28.06.2011 08:51
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