Ansgar Heveling (CDU)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Ansgar Heveling
© Ansgar Heveling
Geburtstag
03.07.1972
Berufliche Qualifikation
Referent und stellvertretender Leiter im Ministerbüro des Finanzministeriums NRW
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Korschenbroich
Wahlkreis
Krefeld I - Neuss II , über Wahlkreis eingezogen
Ergebnis
42,3%
Landeslistenplatz
-, Nordrhein-Westfalen
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(...) Ich befürworte daher ebenso wie meine Fraktion eine Sonderabgabe für Banken, die der Finanzsektor bezahlt, nicht nur systemrelevante Banken. Es erscheint mir sinnvoll, all jene Teilnehmer des Finanzsektors zu einer Sonderabgabe zu verpflichten, die auch das Finanzmarktstabilisierungsgesetz - die SoFFin-Maßnahmen also – in Anspruch nehmen können. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
29.08.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Heveling,

im Bundestag soll am 29. September über das Euro-Rettungspaket abgestimmt werden.
Einzig Frank Schäffler von der FDP scheint erkannt zu haben das das ein Fass ohne Boden ist.

Wie stehen Sie zu der Geldvernichtung, die ja wieder mal eine getarnte Bankenrettung ist und sonst nichts!

Viele Grüße
B.
Antwort von Ansgar Heveling
1Empfehlung
21.09.2011
Ansgar Heveling
Sehr geehrter Herr ,


für Ihr Schreiben im Zusammenhang mit den anstehenden Entscheidungen des Deutschen Bundestages bezüglich der Euro-Stabilisierungsinstrumente bedanke ich mich sehr herzlich. Gerne nehme ich Ihnen gegenüber zu meiner Position in dieser Frage Stellung.

Bitte sehen Sie mir nach, dass ich hierzu etwas weiter aushole und einen über die aktuelle Krise hinausreichenden Kontext wähle. Ich bin der Auffassung, dass die jetzige Situation nur im Zusammenhang mit Entscheidungen und Entwicklungen der letzten Jahre und Jahrzehnte beurteilt werden kann. Dementsprechend müssen tragfähige Konzepte für die Zukunft des Euro, die über kurzfristige Krisenbewältigung hinaus gehen, auf den Lehren aus den (Fehl-)Entwicklungen bis heute basieren.

Zunächst ist zu sagen: Die gegenwärtige Krise ist im Kern eine Staatsschuldenkrise und keine Währungskrise bzw. nur eine daraus abgeleitete Währungskrise. Sie hat sich nicht kurzfristig ergeben, sondern über einen langen Zeitraum aufgebaut. Die Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten Jahre mag der entscheidende Zündfunke gewesen sein. Die grundlegenden Ursachen stammen allerdings aus einer früheren Zeit. Und die Bundesrepublik ist dabei kein Musterbeispiel. 1969, also vor mehr als vierzig Jahren, wurde der letzte ausgeglichene Bundeshaushalt verabschiedet. Seitdem arbeiten alle staatlichen Ebenen "auf Pump". Warnende Stimmen, dass eine ausufernde Staatsverschuldung nicht folgenlos bleiben wird, hat es bereits seit den 90er Jahren gegeben. Sie wurden indessen weltweit wenig beachtet. Die europäischen Länder haben ebenso wie die USA fleißig weiter Schulden aufgehäuft. Einige wenige Länder haben ab den 90er Jahren mit der Konsolidierung der öffentlichen Haushalte Ernst gemacht und eine nachhaltige Haushaltspolitik etabliert. Hierzu gehört unter anderem Schweden, das ab Anfang der 90er Jahre unter einem sozialdemokratischen Premierminister den Weg der Konsolidierung eingeschlagen hat. Sein damaliges Leitmotto lautete: "Wer Schulden hat, der ist nicht frei." Heute müssen wir erleben, wie Recht er damit schon vor zwanzig Jahren hatte. Summa summarum bekommen wir heute – salopp gesagt – die Rechnung für die ungedeckten Wechsel präsentiert, die von allen europäischen Staaten und den USA seit einer Generation ausgestellt wurden.

Des Weiteren ist die Bundesrepublik Deutschland unter den Euroländern der Staat, der als erstes mit schlechtem Beispiel voran gegangen ist. Das sollten wir bei der Abwägung zu den jetzt anstehenden Entscheidungen nicht vergessen. Fundamentales Element des Euro war der seinerzeit unter Bundeskanzler Kohl, Außenminister Genscher und Finanzminister Waigel ausgehandelte Stabilitätspakt. Das erste Land, das den Stabilitätspakt gebrochen und gleichzeitig dafür gesorgt hat, wegen dieses Bruchs nicht zur Verantwortung gezogen zu werden, war die Bundesrepublik Deutschland – zu Zeiten der rot-grünen Bundesregierung unter Bundeskanzler Schröder. Wir haben es mithin den anderen Ländern vorgemacht, dass das Zuwiderhandeln gegen den Stabilitätspakt folgenlos bleibt. Was wir heute erleben, ist mithin der Fluch der bösen Tat.

Außerdem sind in der Vergangenheit ohne Frage Fehlentscheidungen bezüglich der Aufnahme von Mitgliedern in die Euro-Gemeinschaft getroffen worden. Griechenland war schon zum Zeitpunkt des Eintritts in den Euro nicht reif für die Mitgliedschaft.

Gleichwohl halte ich den Euro insgesamt für eine Erfolgsgeschichte. Der Euro ist eine stabile Währung nach innen und außen. Er ist wertbeständig und hat sich in den Jahren seit seiner Einführung positiv entwickelt. Die Inflationsentwicklung ist niedriger als zu Zeiten der D-Mark. Ich bin auch der Auffassung, dass uns in der Bundesrepublik der Euro mehr geholfen hat, erfolgreich aus der Krise zu kommen, als es mit der Deutschen Mark möglich gewesen wäre. Als exportabhängiges Land hätten wir wahrscheinlich mit der Bürde einer extrem starken D-Mark nach der Krise zu tun gehabt. Dies hätte der Konjunktur höchst wahrscheinlich geschadet. An den währungspolitischen Entscheidungen der Schweiz sehen wir jetzt, wie schnell sich eine starke Währung zu einem Problem entwickeln kann. Unabhängig von der Frage, welche systemischen Effekte ein Austritt Deutschlands aus dem Euro mit sich brächte, halte ich eine Rückkehr zur Deutschen Mark daher nicht für sinnvoll und ausgeschlossen.

Ich bin auch der Auffassung, dass derzeit die Anstrengung unternommen werden muss, den Euroraum zu erhalten. Wie bereits ausgeführt, halte ich einige der in der Vergangenheit getroffenen Entscheidungen unter Beteiligung der Bundesrepublik für falsch: die Aufnahme Griechenlands in die Euro-Gemeinschaft, den Bruch des Stabilitätspakts ohne Sanktion. Sie sind aber nun einmal getroffen worden, und haben den Währungsraum so entstehen lassen, wie wir ihn heute kennen. Die derzeitigen Spekulationen gegen einzelne Euroländer zielen gerade darauf ab, einige Länder aus dem Euro herauszubrechen. Nach den Erfahrungen mit der Lehman-Pleite halte ich zum einen die vielfach geäußerte Sorge vor unkontrollierbaren Dominoeffekten für durchaus plausibel.

Die nicht kalkulierbaren Folgen bei einem Auseinanderbrechen der Eurozone oder dem Ausfall eines Staates durch Zweit- und Drittrundeneffekte würden die finanzielle und wirtschaftliche Stabilität aller europäischen Staaten und darüber hinaus der gesamten Weltwirtschaft gefährden. In der jetzigen ohnedies fragilen Situation wäre ein solches Experiment unverantwortlich. Zum anderen halte ich es für nicht vertretbar, den Spekulanten durch politisches Mittun auch noch in die Hände zu spielen.

Letzteres ist ein wichtiger Punkt für die Zukunft: Marktverhalten ist notwendig und richtig. Und Märkte brauchen auch Freiräume. Das steht für mich außer Frage. Aber Finanz- und Währungsmärkte, auch Rohstoffmärkte, dürfen sich nicht so von der Realwirtschaft abkoppeln, dass nur noch abstrahierte und – in schwindelerregende Höhen – abgeleitete "Produkte" das Marktgeschehen beherrschen. Hier brauchen wir einen klaren Ordnungsrahmen. Ich sehe bedauerlicherweise, dass an den Finanzmärkten vielfach keine wirklichen Lehren aus den Geschehnissen der letzten Jahre gezogen wurden. Hier müssen wir uns auch klar von anglo-amerikanischen Sichtweisen abgrenzen. Gerade die Bundesrepublik ist derzeit ein Musterbeispiel: Der Weg aus der Krise basiert auf der Realwirtschaft. Mit der sozialen Marktwirtschaft haben wir auch eine Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung, die einen tragfähigen Ordnungsrahmen bereit hält: keine strangulierenden Fesseln für den Markt, aber auch keine entfesselten Märkte.

Das von den Staats- und Regierungschefs im Juli dieses Jahres beschlossene umfassende Maßnahmenpaket geht aus meiner Sicht einen tragfähigen Weg zur Lösung der Krise. Es besteht aus vier Teilen: Erstens weiteren Konsolidierungsanstrengungen Griechenlands und Maßnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung, zweitens einer Erhöhung und Verlängerung des griechischen Kreditrahmens durch die Eurostaaten und den IWF, drittens der Verringerung der griechischen Schuldenlast durch Beteiligung des Privatsektors und viertens der Flexibilisierung der Instrumente des Rettungsschirms, zum vorbeugenden Einsatz bei drohenden Ansteckungsgefahren für andere Länder der Eurozone. Der Eurozonengipfel hat damit ein klares Signal gesetzt, damit Griechenland zu nachhaltigem Wachstum und tragfähiger öffentlicher Verschuldung finden kann. Selbstverständlich ist unabdingbar, dass Griechenland und andere gefährdete Länder verbindlich Stabilisierungsmaßnahmen einleiten, so wie Portugal und Spanien es bereits getan haben.

Was leitet sich daraus nun für die bevorstehenden Entscheidungen ab?
Ich bin der Überzeugung, dass wir die Krise nicht lösen, wenn wir den Euro aufgeben. Genauso wenig ist die Lösung, andere Euro-Länder fallen zu lassen. Die Verflechtungen sind so eng, dass die Folgen nicht absehbar wären. Bedauerlicherweise sind bisher aus der gesamten Wissenschaft hierzu auch keine plausiblen Beurteilungen erfolgt. Mein Eindruck ist, dass die Experten außerhalb der Politik ebenso verunsichert sind wie die Politik selbst. Das Unwohlsein in der Bevölkerung kann ich daher verstehen.

Natürlich ist eine durch Garantien abgesicherte Euro-Stabilisierung auch mit vielen Risiken versehen. Davor möchte ich gar nicht die Augen verschließen. In der Abwägung erscheint mir der durch die Bundesregierung eingeschlagene Kurs aber so tragfähig zu sein, dass ich ihn auch politisch mittragen kann – jedenfalls dann, wenn für die Zukunft auch weitere stabilisierende Maßnahmen der Euroländer verpflichtend und sanktionsbewehrt festgelegt werden. Hierzu zählen beispielsweise die Einführung von Schuldenbremsen in den Verfassungen der Mitgliedstaaten. Hier haben wir in sehr kurzer Zeit auch schon einiges erreicht.

Bei allen Stabilisierungsmechanismen ist es für mich schließlich unabdingbar, dass eine ausreichende Parlamentsbeteiligung sichergestellt ist, so wie es das Bundesverfassungsgericht auch gerade bestätigt hat. Das ist nicht einfach, da gegebenenfalls sehr kurzfristig weit reichende Entscheidungen getroffen werden müssen. Hier sehe ich aber durchaus Möglichkeiten: Wir in der christlich-liberalen Koalition diskutieren derzeit ein Stufenmodell, um eine angemessene Beteiligung sicher zu stellen. Auch wenn wir Parlamentarier uns bei den Entscheidungen sicherlich ebenso unwohl fühlen wie die Bevölkerung, ist es unabdingbar, dass wir die Verantwortung weiter unmittelbar in Händen halten und nicht substantiell weiter delegieren. Sonst droht nach der Wirtschafts- und Finanzkrise und der Staatsschuldenkrise die Legitimations- und Demokratiekrise. Hier sind wir aber auf dem richtigen Weg.

Deshalb ist auch klar, dass Eurobonds nicht die Lösung der Probleme im Euro-Währungsraum sind. Wir werden auch weiterhin dafür einsetzen, dass aus der Währungs- keine "Transferunion" entsteht. Denn der Euro ist Grundlage unseres eigenen Wohlstands. Die Antwort auf die Fehler von gestern kann nicht eine Rückabwicklung der europäischen Integration, sondern nur eine Anpassung und Fortentwicklung der Integration sein. Ich bin davon überzeugt, dass Deutschlands Zukunft sich nicht zuletzt an seiner Einbettung in ein funktionierendes Europa entscheidet.

Abschließend ist zu sagen: Anfang der zwanziger Jahre zur Zeit der Hyperinflation in Deutschland sowie Ende der zwanziger Jahre mit der großen Weltwirtschaftskrise hat es an aufeinander abgestimmtem Handeln der Staaten gemangelt– mit den allseits bekannten Folgen. Die Finanzkrise der letzten Jahre hat uns jedoch gezeigt, dass die Politik durch aufeinander abgestimmtes Handeln der Staaten eine Krise in den Griff bekommen kann. Auch mit Blick auf die Euro-Stabilisierung lässt sich das erkennen. Bei aller Sorge und bei allem Unwohlsein bezüglich der weiteren Entwicklung zeigt mir der Vergleich mit der Geschichte, dass wir, dass Europa, dass die gesamte Welt aus der Vergangenheit einiges gelernt hat.

Ich hoffe, Ihr Anliegen hiermit ausreichend beantwortet zu haben. Bei Bedarf sende ich Ihnen zur Klärung weiterer möglicher Fragen gerne eine ausführliche Information des Bundesfinanzministeriums zur Euro-Stabilisierung nach.

Mit freundlichen Grüßen


Ansgar Heveling
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
04.01.2012
Von:

Sehr geehrter Hr.Heveling,

es ist ja fakt das man erst mit 67 das Rentenalter erreicht.Das bedeutet für viele bei Körperlich
schwerer Arbeit eine Rentenkürtzung.Da sie nicht bis 67 durchhalten werden.Anderseits gibt es Ämter die nach kurtzer Amtszeit niedergelegt weden können und wo der lohn bis zum Lebensende Weitergezahlt wird.Das ist für mein Demokratieverständniss nur schwer zu verstehen,vieleicht können sie mir ja weiterhelfen??.

Mit Freundlichen Grüssen

Antwort von Ansgar Heveling
1Empfehlung
18.01.2012
Ansgar Heveling
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zum Eintrittsalter in die gesetzliche Rentenversicherung vom 04. Januar 2012, die ich mit Interesse zur Kenntnis genommen habe.

Seit Jahren verbessert sich durch die rasante Entwicklung der medizinischen Forschung die durchschnittliche Gesundheit aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stetig und die durchschnittliche Lebensdauer steigt kontinuierlich. Dies ist bei der Gestaltung einer den gesellschaftlichen Entwicklungen angemessenen Arbeits- und Sozialpolitik entsprechend zu berücksichtigen. Der Deutsche Bundestag hat daher im Jahr 2007 unter Zustimmung des Bundesrates die stufenweise Anhebung der Regelaltersgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung auf 67 Jahre ab dem Jahr 2012 beschlossen.

Die gesetzliche Rentenversicherung ist Teil unseres solidarischen Sozialsystems, das auf einer gleichmäßigen Umverteilung zur Wohlstandssicherung aller Bürgerinnen und Bürger gründet. Deshalb ist die einheitliche Anhebung der Regelaltersgrenzen in allen Berufsgruppen gerecht. Durch die Anhebung des Renteneintrittsalters ergibt sich auch keine Rentenkürzung, da der Rentenwert selbst nicht gemindert wird.
Für einige Berufsgruppen, in denen etwa schwere körperliche Arbeit erforderlich ist, müssen durch die angehobene Regelaltersgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung noch verstärkt Möglichkeiten für einen Berufs- und Tätigkeitswechsel in späten Phasen der Erwerbstätigkeit geschaffen werden. Dies bleibt auch in Zukunft eine wichtige Aufgabe.

Ich hoffe, Ihre Fragen hiermit ausreichend beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Ansgar Heveling MdB
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Frage zum Thema Wirtschaft
26.01.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Heveling,

gerade las ich auf heise.de einen Artikel, der von Ihrer Stellungnahme zum US-Gesetzesvorschlag SOPA (Stop Online Piracy Act) und PIPA (Protect IP Act) berichtet.

In Ihrer Stellungnahme schreiben Sie, dass wir "einen klaren Rechtsrahmen im Internet brauchen". Meines Wissens nach ist das "Raubkopieren", für das Sie einen "klaren Rechtsrahmen" fordern, bereits nicht legal. Wollen Sie es NOCH illegaler machen? Wie soll das gehen?

Weiter schreiben Sie, dass Sie erstaunt darüber sind, dass es Proteste gegen SOPA und PIPA gibt. Ich frage Sie: Hat die Verhaftung des "geldgierigen Internetkriminellen" in Neuseeland nicht stattgefunden? Wieso begrüßen Sie die Gesetzesvorlagen, wenn das Verhaften von deutschen Staatsbürgern in Neuseeland durch die US-Bundespolizei bereits offenbar tadellos funktioniert? Die Ermittlungsbehörden hatten offenbar bereits genug Werkzeuge zur Hand, um die Verhaftungen durchzuführen.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Ansgar Heveling
1Empfehlung
02.03.2012
Ansgar Heveling
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich mit Interesse gelesen habe.

Natürlich ist das Internet kein rechtsfreier Raum. Es gelten die gleichen Gesetze wie in der analogen Welt. Das Problem ist aber, dass diese Gesetze oftmals nicht wie in der analogen Welt durchgesetzt werden können.

Am Beispiel der Ermittlungen im Fall "Megaupload" weise ich in meiner Pressemitteilung vom 25. Januar dieses Jahres darauf hin, dass die Mittel der Strafverfolgungsbehörden eben nicht ausreichen, die wie in diesem Fall lange andauernden Urheberrechtsverletzungen schnell und nachhaltig zu beenden. So ist in vielen Jahren ein Schaden von mehreren hundert Millionen Euro entstanden, der mit den richtigen Instrumenten hätte vermieden werden können.

Wir alle sind uns einig, dass einzelne Regelungen bei SOPA und PIPA unverhältnismäßig sind. Google und Wikipedia haben mit ihren Protesten jedoch den falschen Eindruck erweckt, man müsse sich zwischen Internetfreiheit und der Durchsetzung von Urheberrechten entscheiden. Diese Polarisierung dient nicht der konstruktiven Kritik, sondern ist letztendlich Lobbyismus in eigener Sache.

Meine Haltung zu den neuen Medien, zum Internet und die Auswirkungen auf unsere Gesellschaft ist übrigens äußerst positiv. Als Nutzer freue ich mich über die vielen neuen Möglichkeiten. Als Politiker will ich aber auch darauf achten, dass wir uns im Internet an gewisse Spielregeln halten, ganz wie im realen Leben auch. Denn wenn Verstöße gegen unsere gemeinsamen Spielregeln nicht geahndet werden können, ist die uns allen sehr wertvolle Freiheit im Internet in Gefahr.

Mit freundlichen Grüßen

Ansgar Heveling
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
26.01.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Heveling,

aufgrund der Berichterstattung in verschiedenen Onlinemedien richte ich meine Frage an Sie, was Sie zu Ihrer Haltung gegenüber den US-Gesetzesvorschlägen SOPA und PIPA bewägt, wenn Sie einen "klaren Rechtsrahmen" fordern.

Wird das aktuelle Strafrecht korrekt angewendet, bedarf es meiner Meinung nach keinerlei Veränderung der geltenden Gesetze. Insbesondere im Hinblick auf die freie und gemeinnützige Wissensverbreitung durch das Medium Internet sollten solche von Medienlobbyisten geprägten Forderungen zur Verschärfung der Rechtslage eindeutig zurück gewiesen werden. Wie ist Ihre Haltung zu dem Thema Wikipedia und dem Erhalt der freien Wissensaneignung?

Mit freundlichen Grüßen

M.
Antwort von Ansgar Heveling
bisher keineEmpfehlungen
02.03.2012
Ansgar Heveling
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich mit Interesse gelesen habe.

Wir alle sind uns einig, dass einzelne Regelungen bei SOPA und PIPA unverhältnismäßig sind – das habe ich in meiner Pressemitteilung vom 25. Januar dieses Jahres betont. Darin weise ich am Beispiel der Ermittlungen im Fall "Megaupload" auch darauf hin, dass die Mittel der Strafverfolgungsbehörden eben nicht ausreichen, die wie in diesem Fall lange andauernden Urheberrechtsverletzungen schnell und nachhaltig zu beenden. So ist in vielen Jahren ein Schaden von mehreren hundert Millionen Euro entstanden, der mit den richtigen Instrumenten hätte vermieden werden können.

Meine Haltung zu den neuen Medien, zum Internet und die Auswirkungen auf unsere Gesellschaft ist übrigens äußerst positiv. Als Nutzer freue ich mich über die vielen neuen Möglichkeiten. Als Politiker will ich aber auch darauf achten, dass wir uns im Internet an gewisse Spielregeln halten, ganz wie im realen Leben auch. Denn wenn Verstöße gegen unsere gemeinsamen Spielregeln nicht geahndet werden können, ist die uns allen sehr wertvolle Freiheit im Internet in Gefahr.

Mit freundlichen Grüßen

Ansgar Heveling
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
30.01.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Heveling,

ihr Artikel im Handelsblatt hat mich doch sehr irritiert. Ein blutiger Umsturz, Robespierre, Marat und Danton als Vorbild für unsere Gesellschaft? Die Freiheit der Guillotine, um denn den Citoyen neu zu erschaffen? Na ja - der Citoyen hatte dann Napoleon zur Folge, und der hat kein virtuelles Blut vergossen.
Und an Copyrightbestrebungen von Danton kann ich mich aus meinem Geschichtsunterricht beim besten Willen nicht erinnern,
Geistige Leibeigenschaft - das ist doch das, was SOPA und PIPA erst schaffen. Vorsorgliche Blockwarte ,die vorab mißliebige Meinungen aussortieren, ohne Gerichtsverhandlung, denn, wir haben da erst mal eine Vermutung.. das ist doch SOPA und PIPA.
Sie mögen argumentieren -und da haben Sie ja recht- daß die Mehrzahl der Menschen keinen ungehinderten Zugang zum Internet haben. Aber warum wollen Sie denen, die ihn denn schon haben, die Tür auch noch zuschlagen?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Ansgar Heveling
bisher keineEmpfehlungen
01.03.2012
Ansgar Heveling
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage vom 30. Januar 2012, die ich mit Interesse gelesen habe.

In der französischen Revolution des Jahres 1789 wurde das geistige Eigentum als Grundlage unserer demokratischen Rechte- und Werteordnung geschaffen. Aus der Revolution heraus entstand die bürgerliche Gesellschaft, wie wir sie heute kennen. Ein Eckpfeiler dieser Gesellschaft ist neben der sozialen Marktwirtschaft das Urheberrecht, welches das geistige Eigentum schützt und unsere breite und vielfältige Kulturlandschaft erst möglich macht.

Im Gegensatz zum angelsächsischen Kulturraum ist im kontinentaleuropäischen Raum das Urheberrecht ein Persönlichkeitsrecht. Das bedeutet, dass die Schöpfung eines Urhebers Teil seiner eigenen Persönlichkeit ist und bleibt. Es ist unsere Aufgabe, dieses Prinzip auch in Zeiten des Internets zu erhalten.

Ohne Zweifel profitieren wir alle von den digitalen Entwicklungen und dem großen Nutzen des Internets. Doch unsere bürgerliche Werteordnung wird auch im digitalen Zeitalter weiterhin gelten und fortbestehen.

Mit freundlichen Grüßen

Ansgar Heveling
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