Angelica Dullinger (SPD)
Kandidatin Bundestagswahl 2005
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Angelica Dullinger
Jahrgang
1960
Berufliche Qualifikation
Finanzwirtin
Ausgeübte Tätigkeit
k.A.
Wohnort
-
Wahlkreis
Weilheim
Ergebnis
21,4%
Landeslistenplatz
40, Bayern
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Frage zum Thema Gesundheit
03.09.2005
Von:

Sehr verehrte Angela,

Ich bin selbst Hühnerhalter, und durch die teils reißerische aktuelle Berichterstattung zur Vogelgrippe sehr verunsichert.
Muss ich befürchten, dass mir mein Federvieh "gekeult" wird?
Die Sinnlosigkeit dieser Massenmorde an Tieren sollte doch im Zuge der BSE-Krise deutlich geworden sein.

Viele liebe Grüße,

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Frage zum Thema Umwelt
08.09.2005
Von:

Sehr geehrte Frau Dullinger,

Mich würde interessieren, welche Position Sie als Kandidatin zu für mich wichtigen Fragen haben.


RATIFIZIERUNG DER ILO-KONVENTION NR. 169

Durch ihre Mitwirkung in internationalen Institutionen, bei Entwicklungsprojekten und über den Bezug unzähliger Rohstoffe trägt die BRD Mitverantwortung für die Auswirkung auf die indigenen Völker. Durch eine Ratifizierung der ILO-Konvention Nr. 169 könnte die BRD Maßstäbe für eine neue Partnerschaft mit den Ureinwohnern im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit setzen und dieses einzige verbindliche Vertragswerk, das einen ganzen Katalog von Grundrechten der indigenen Völker festschreibt, stärken.

Weitere Information: www.ilo169.de


Meine Frage: Unterstützen Sie die Ratifizierung der ILO-Konvention Nr. 169 durch die Bundesrepublik?



(UR)WALDSCHUTZGESETZ

Obwohl die Bedrohungen für die Wälder und ihre biologische Vielfalt allgemein bekannt sind, setzt sich der globale Waldverlust nahezu ungebremst fort. Eine wesentliche Ursache ist der illegale Holzeinschlag. Zum Ausmaß des illegalen Einschlags gibt es nur Schätzungen. Diese machen aber die Dramatik der Situation deutlich. Danach beträgt der illegale Holzeinschlag in den drei für Deutschland wichtigsten Importländern Brasilien 80 Prozent, für Indonesien 73 Prozent und Russland 20-30 Prozent des geschlagenen Holzes.

Der Entwurf eines (Ur)waldschutzgesetzes schlägt vor, Besitz und Vermarktung von Holz und Holzprodukten zu verbieten, wenn das Holz in (Ur)wäldern illegal eingeschlagen wurde. Das zunächst auf nationaler Ebene wirksame Gesetz soll in ähnlicher Form auch in anderen EU-Staaten realisiert werden.


Meine Frage: Sind Sie der Meinung, daß der Raubbau an den globalen Waldsystemen gesetzliche Maßnahmen in Deutschland oder/und in der EU erfordert und werden Sie ein (Ur)waldschutzgesetz unterstützen?
Antwort von Angelica Dullinger
bisher keineEmpfehlungen
09.09.2005
Angelica Dullinger
Sehr geehrte Frau ,
vielen Dank für Ihre Anfragen, mit denen Sie bei mir offene Türen "einrennen"!

Bereits vor einigen Jahren habe ich eine Heimatveranstaltung zum Thema Textilproduktion "Der Stoff aus dem die Kleidung ist" organisiert. Das Thema internationale Arbeitsorganisation, Arbeitsschutz, Kinderarbeit standen im Mittelpunkt der Diskussion. Eine SPD-Europaabgeordnete hat daran teilgenommen, weil es um die Kenntnisse und Wirksamkeit internationaler Verträge ging.
Also: Ich bin dafür, dass derartige Abkommen wie die ILO 169 unterzeichnet werden und kann mich aus eigener Überzeugung dafür einsetzen.

Zur Frage bezüglich des Waldschutzes:
Im vergangenen Jahr hatten wir ein Volksbegehren zum Erhalt des heimischen Waldes und der staatlichen Bewirtschaftung. Das habe ich mit Veranstaltungen, Plakaten etc. als Sozialdemokratin aktiv unterstützt und konnte einen österreichischen Abgeordneten (Nationalrat R. Wimmer) dafür gewinnen. Leider kamen nicht genügend Stimmen für das Volksbegehren zusammen. Jetzt wird der bayerische Wald privatisiert, mit allen schlimmen Folgen, die Sie mit Blick auf internationale Rodungen zugunsten der Konzerne und Profitgier kritisieren.
Hier sind nationale und internationale Schutzgesetze erforderlich, damit eine marktwirtschaftlichen Nutzung nur mit Rücksicht auf den Erhalt (Nachhaltigkeit) und die ansässigen Menschen erfolgen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Angelica Dullinger
Bundestagskandidatin
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Frage zum Thema Umwelt
08.09.2005
Von:

SOLIDARITÄT FÜR NEUE ARBEITSPLÄTZE

Die Diskussion zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit drehen sich aus meiner Sicht bevorzugt darum, wie man den Druck auf Arbeitslose erhöhen oder es Unternehmern genehm machen kann, zusätzliche Leute anzustellen (ohne zu fragen, ob diese Unternehmen Sinnvolles produzieren). Den kurzfristigen wirtschaftl. Zwangsbedingungen werden Kriterien der sozialen oder ökologischen Nachhaltigkeit meist untergeordnet. Verbleibende Arbeit soll eher von weniger Menschen geleistet, denn solidarisch auf mehrere Schulter verteilt zu werden. Insbesondere im Bereich globaler Umweltschutz und Entwicklung sind Stellenkürzungen zu beobachten, welche die dringend gebotene Verstärkung der Aktivitäten in diesem Bereich (Ressourcenschutz, Klimawandel, Erossionsvermeidung, Waldzerstörung, etc) verhindern.
Als Beitrag zur Minderung der Arbeitslosigkeit und gleichzeitig der fortschreitenden globalen Umweltzerstörung will das Projekt ´Spenden für Jobs´ symbolhaft und solidarisch Zeichen setzen für Bewusstsein und Aufbruch.

Weitere Information: www.wald.org

Meine Frage: Ist Ihnen die Schaffung eines neuen Arbeitsplatzes (und Finanzierung für 2 Jahre) im Bereich globaler Umweltschutz/nachhaltige Entwicklung eine Solidar-Spende in Höhe von EUR 250 wert?

RECYCLING-PAPIER

Der Papierverbrauch in Deutschland trägt mit ca 230 kg pro Kopf im Jahr zur Zerstörung von Waldökosystemen und sozialen Spannungen weltweit bei und stellt in keinster Weise ein nachahmenswertes Beispiel für ärmere Länder mit Nachholbedarf dar. Ein als global nachhaltig zu bezeichnender Prokopfpapierverbrauch sollte unter 150 kg pro Jahr betragen. Ein wirksamer Schritt in diese Richtung ist die Verwendung von Recyclingpapier, da dadurch der Einsatz von Primärfaser reduziert wird.

Meine Frage: Ist Ihnen diese Problematik so wichtig, dass in Ihrer Arbeit und Privatleben Recycling-Papier den Vorzug geben, solange dies aus technischen Gründen möglich ist?

MfG
Antwort von Angelica Dullinger
1Empfehlung
09.09.2005
Angelica Dullinger
Sehr geehrte Frau ,

nachdem ich einen großen Teil meines Gehalts seit 20 Jahren für das Ehrenamt investiere, nämlich Gewerkschaftsarbeit, Politik vor Ort und Kinoverein für das Programmkino in Kochel (www.kinoinkochel.de), kann ich keine Spende von 250 € überweisen.

Die Massenarbeitlosigkeit möchte ich politisch ändern, indem ich im Bundestag über Investitionen mitbestimmen kann.
Außerdem arbeite ich als Finanzbeamtin beim Freistaat Bayern seit diesem Jahr 9/10, da wir die 42-Stunden-Woche zulasten von Arbeitsplätzen von Ministerpräsident Stoiber verordnet abkommen haben. Die von mir gewählte Arbeitszeitverkürzung bezahlte ich mit monatlich 220€ selbst, damit ich Luft zum Leben habe und andere einen Arbeitsplatz!

Natürlich nutze ich Recycling-Papier im Alltag, habe die Öko-Kiste abbonniert, bin keine Vegetarierin, esse aber eher selten Fleisch. Ein Auto habe ich nur für den Wahlkampf gekauft und fahre ansonsten mit dem Zug nach München zur Arbeit (70km einfach, 3 Stunden hin- und zurück).

Für weitere Fragen schauen Sie doch mal auf meine homepage:
www.angelica-dullinger.de.

Schönen Dank,
mit freundlichen Grüßen
Angelica Dullinger
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Frage zum Thema Sicherheit
16.09.2005
Von:

Guten Tag Frau Dullinger!

Mich interessiert eine Frage ganz besonders und diese bezieht sich dirket auf ein Problem im Wahlkreis: Wie gehen Sie mit dem Thema Rechtsextremismus in unserem Wahlkreis um? Was würden Sie als Direktkandidatin dieses Wahlkreises im Falle einer Wahl dagegen unternehmen? Das Rechtsextremismus nicht ein fernes Problem ist, von dem man hier nicht betroffen ist, habe ich schon des Öfteren bemerkt! Haben Sie dazu konkrete Ansätze?

Mit freundlichsten Grüßen,

Antwort von Angelica Dullinger
1Empfehlung
17.09.2005
Angelica Dullinger
Sehr geehrter Herr ,

danke für Ihre Anfrage. Die rechtsextreme Szene organisiert sich seit Jahren immer besser. In Kochel fand ein Jahr lang fast unbemerkt ein Treffen statt, bis die Kripo die Treffen "auflöste". Die Gruppe hatte in den gemieteten Geschäftsräumen daraufhin im Schaufenster ein Pamphlet mit rechtsextremen Inhalten verbreitet. Auf meinen Ansuchen im Gemeinderat, dagegen etwas zu unternehmen, ist nichts passiert. Daraufhin habe ich Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Sie ist inzwischen von der Staatsanwaltschaft II in München abgewendet worden...

Dann wurde ein Aushang von den Nazis öffentlich gemacht, in dem ich übel beschimpft wurde. Auch dagegen habe ich Anzeige erstattet. Die Person wurde ermittelt. Dieses Verfahren ist anhängig. Mehr darüber erfahren Sie auf der homepage des SPD-Ortsvereins Kochel am See: www.spd-kochel.de.

Im Mai war in Murnau eine Demonstration und Kundgebung gegen die Gründung der NPD in Garmisch-Partenkirchen. Natürlich war ich zusammen mit ein paar anderen Kochlern und SPD´ler/innen dabei. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel hat auf der Kundgebung gesprochen.

Im vergangenen Jahr habe ich eine Lesung mit dem Krimiautor Friedrich Ani organisiert. In dem Roman "Gottes Tochter" thematisiert er Probleme in familiären Beziehungen und rechtsextreme Gewalt bei jungen Erwachsenen.

Soviel zu den Beispielen meiner Arbeit und Betroffenheit. Der Bundestag muss zur Aufklärung und Bekämpfung rechtsextremer Menschen und Gruppen deutlich mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, Forschungen und Bildungsarbeit (Schulen) unterstützen.

Mit guten Grüßen
Angelica Dullinger
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