Andreas Storm (CDU)
Kandidat Bundestagswahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Andreas Storm
Jahrgang
1964
Berufliche Qualifikation
Diplom Volkswirt
Ausgeübte Tätigkeit
MdB, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung
Wohnort
-
Wahlkreis
Darmstadt , über Wahlkreis eingezogen
Ergebnis
35,0%
Landeslistenplatz
5, Hessen
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(...) Das vorrangige Ziel der Union heißt, das hohe Qualitätsniveau im Öffentlichen Personennahverkehr und Schienenpersonennahverkehr mindestens zu erhalten besser noch zu steigern. (...)
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
Überzeugungen mit denen Ihrer Kandidaten vergleichen.
Andreas Storm hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 32 Thesen Position bezogen.
Fragen an Andreas Storm
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Frage zum Thema Energieversorgung
07.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Storm,

das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) belastet aufgrund der stetig damit steigenden Stromkosten insbesondere ältere Leute (Rentner) und generell die Geringverdiener mit ihren Familien. Nur Gutverdiener können sich eine Photovoltaikanlage auf ihrem Haus leisten, die Kredite dafür bedienen und einen finaziellen Gewinn damit erzielen. Auf Kosten der (ärmeren) Allgemeinheit. Das ist die eine Seite. Andererseits kann die unstete Stromgewinnung aus Solarzellen niemals ein einziges Kernkraftwerk ersetzen. Dazu sind nur Kohle- oder Gaskraftwerke in der Lage. Außerdem gibt es in Deutschland bereits über 20.000 Windkraftanlagen mit über 20.000 MW installierter Leistung - mehr als alle deutschen Kernkraftwerke zusammen - und noch kein Kernkraftwerk wurde deswegen abgeschaltet. Die Windkraftanlagen und derzeit hektarweite Freifeld-Photovoltaikanlagen sowie Biomassefelder kommen mit ihren landschaftlichen Beeinträchtigungen nur dazu und nicht anstatt. Vögel und anderen Tieren wird in der solar verspiegelten und energetisch genutzten Landschaft der Lebensraum genommen.
Frage: Werden Sie sich für die umgehende Abschaffung des EEG einsetzen?
Antwort von Andreas Storm
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22.09.2009
Sehr geehrte Frau ,

haben Sie Dank für Ihre Frage über das Internetmedium Angeordnetenwatch zum Thema EEG.

Die Union plant nicht, das Erneuerbare- Energien- Gesetz (EEG)abzuschaffen. Es hat sich zur Markteinführung erneuerbarer Energien absolut bewährt. Durch das EEG sollen die Erneuerbaren Energien ausgebaut und wettbewerbsfähig gemacht werden. Dies macht eine bessere Markt- und Netzintegration unumgänglich. Mit dem novellierten EEG hat die Große Koalition auf Initiative der Unionsfraktion die Möglichkeit geschaffen, dass Betreiber monatsweise zwischen der Vergütung durch das EEG und der Direktvermarktung ihrer erzeugten Strommengen am Markt wählen können. Um die Direktvermarktung nutzen zu können ist es allerdings erforderlich, die hohen Markteintrittsbarrieren für Marktteilnehmer mit erneuerbaren Energien abzubauen und die finanzielle Planungssicherheit, welche der Betreiber aus dem EEG bekommt, am Markt zu sichern. Daher ist die Einführung der optionalen Marktprämie zwingend erforderlich. So tragen EEG-Anlagen einerseits durch das Prämienmodell alle kurzfristig, untertätigen Preischancen und -risiken. Dies führt dazu, dass sie bei Bedarfsorientierung Mehrerlöse erzielen. Andererseits werden die EEG-Anlagen durch das Prämienmodell von langfristigen Schwankungen des Marktpreisniveaus freigestellt und erhalten so Investitionssicherheit. Dadurch entsteht außerdem beim Betreiber von EEG-Erzeugungsanlagen ein unmittelbarer Anreiz zur nachfrageorientierten Einspei-sung, da sich die Strompreise an den Großhandelsmärkten nach Angebot und Nachfrage richten. Dies ermöglicht eine bessere Netzintegration der erneuerbaren Energien. Zusätzlich entstehen neue Energieerzeuger am Strommarkt, daher trägt die Marktprämie zu einer Stärkung des Wettbewerbs auf dem liberalisierten Strommarkt bei.

Heute speisen die Anlagen der regenerativen Energien, hauptsächlich Wind- und Photovoltaikanlagen, ihren Strom unabhängig vom Bedarf mit einer hohen Fluktuation in das Stromnetz ein. Eine der größten Herausforderungen im Bereich der erneuerbaren Energien ist, es diese Einspeisung zu verstetigen. Die langfristigen Chancen von Wind und Photovoltaik hängen daher an der Entwicklung leistungsfähiger und kosteneffizienter Energiespeicher. Aus diesem Grund müssen verstärkt Anreize für Fortschritte bei den Speichertechnologien geschaffen werden. Hierzu werden derzeitig einige Vorschläge diskutiert. Diese gilt es, zügig zu prüfen und umzusetzen.

Wenn dieser Weg, ökonomisch sowie ökologisch sinnvolle Wege zu beschreiten, konsequent fortgesetzt wird, werden sich auch die von Ihnen angesprochenen Schwierigkeiten erheblich mindern.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Storm MdB
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Frage zum Thema Finanzpolitik
08.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Storm,

mit Freude habe ich vernommen, dass maßgebliche Vertreter Ihrer Partei erklärt haben, dass es nach der Wahl nicht nur zu keinen Steuererhöhungen kommt, sondern es auch Steuersenkungen geben wird.
Allein ein Blick in den Haushaltsplan und vor allem in die letzten Ausgaben, die vor allem durch die sogenannte Finanzkrise verursacht wurden, haben bei mir große Zweifel an der Seriosität dieser Aussage entstehen lassen. Deshalb würde ich gerne wissen, auf wessen Kosten diese Steuersenkungen realisiert (wo gestrichen werden soll) und wann sie realisiert werden sollen.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Andreas Storm
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14.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie Dank für Ihre Frage über das Internet-Medium Abgeordnetenwatch zum Thema Steuerentlastungen.

Die CDU will die Bürgerinnen und Bürger und ihre Familien entlasten. Unser Ziel ist es, dass die Menschen mehr Netto von Brutto erhalten. Für das Jahr 2010 sind bereits wichtige und in der Krise auch konjunkturell richtige Steuerentlastungen der Bürgerinnen und Bürger von rund 12 Milliarden Euro durch die volle steuerliche Abzugsfähigkeit bei den Krankenkassen- und Pflegeversicherungskosten in dieser Wahlperiode beschlossen worden. Wir werden folgende weitere Entlastungsmaßnahmen durchsetzen: Wir stehen für eine Tarifreform, die Steuererhöhungen allein aufgrund des Tarifverlaufs mildert. In zwei Schritten wollen wir die Steuerzahler durch die Abflachung des sogenannten "Mittelstandsbauches" und die Senkung des Eingangssteuersatzes auf 12 Prozent weiter spürbar entlasten.

Der Progressionseffekt der Lohn- und Einkommensbesteuerung hat zur Folge, dass das Steueraufkommen ohne Reform weitaus stärker wachsen würde als das Bruttoinlandsprodukt. Dieses über das normale Einkommenswachstums hinausgehende Mehraufkommen wollen wir den Steuerzahlern zurückgeben. Damit würde also lediglich der Zuwachs der Steuereinnahmen begrenzt, so dass bei einer sparsamen Ausgabenpolitik der öffentlichen Haushalte keine Ausgabenkürzungen erforderlich wären.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Storm MdB
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
08.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Storm,

seit Jahren wird uns durch seriöse internationale Studien gezeigt (PISA), dass wir als führende Industrienation im Bildungsbereich einen hinteren Platz einnehmen. Da diese Wiederholungsstudien fast immer zu den gleichen Ergebnissen kommen, frage ich Sie als verantwortlicher Staatsekretär für Bildung und Wissenschaft, welche Initiative Sie entwickeln wollen, um diesen blamablen Zustand zu verändern.

Ich stelle die Frage, obwohl ich weiß, dass Bildung Ländersache ist, vertraue jedoch auf Ihre Innovationskraft und Kreativität, denn wozu haben wir ein Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Andreas Storm
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15.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Zuschrift zur Bildungspolitik.

Bereits die Ergebnisse der ersten PISA-Studie aus dem Jahr 2000 wurden in Deutschland zum Anlaß für umfassende Reformen des Bildungswesens genommen.

Diese Anstrengungen finden ihren Niederschlag in den Bildungsstudien der Folgejahre: Sowohl in den Naturwissenschaften und der Mathematik (PISA 2006) als auch in den Leseleistungen (PIRLS/IGLU 2006 für die Grundschule, PISA 2006 für die 15-Jährigen) zeigen die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in Deutschland einen klaren Aufwärtstrend. So sind etwa die Leseleistungen der Grundschüler sowohl im europäischen Vergleich als auch innerhalb der OECD klar überdurchschnittlich.

Auch die vor wenigen Tagen vorgestellte OECD-Studie "Bildung auf einen Blick" bescheinigt Deutschland kontinuierliche Verbesserungen in wesentlichen Bildungsbereichen. So verfügen in Deutschland 84 Prozent der 25- bis 64-Jährigen mindestens über einen Abschluß im Sekundarbereich II (abgeschlossene Berufsausbildung oder Hochschulreife) - eine Spitzenstellung im internationalen Vergleich. Auch bei den Hochschulabschlüssen und den Studienanfängern hat Deutschland erheblich aufgeholt. Das Ziel von Bund und Ländern, 40 Prozent eines Altersjahrgangs für ein Studium zu gewinnen, ist mit einer Quote von 39 Prozent so gut wie erreicht. Das duale System der beruflichen Aus- und Weiterbildung wird auch international zunehmend als große Stärke des deutschen Bildungswesens anerkannt.

Zu diesen Erfolgen hat die Politik von Bundesbildungsministerin Annette Schavan in den vergangenen Jahren entscheidend beigetragen. Der von ihr initiierte Hochschulpakt schafft bis 2010 rund 90.000 zusätzliche Studienmöglichkeiten für junge Menschen. Im Sommer 2009 wurde der Hochschulpakt mit 275.000 zusätzlichen Studienplätzen bis 2015 verlängert. Das BAföG wurde um 10 Prozent bei den Leistungen und 8 Prozent bei den Freibeträgen erhöht, das Meister-BAföG massiv ausgeweitet und für weitere Berufsgruppen geöffnet. Mit der Einführung des Bildungssparens werden erstmals finanzielle Anreize für die individuelle Weiterbildung gesetzt. Die neu aufgelegten Aufstiegsstipendien ermöglichen bereits 1.500 begabten Fachkräften aus der Berufsbildung ein Hochschulstudium. Als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbildungsministerium habe ich diese Maßnahmen mit konzipiert und erfolgreich im Deutschen Bundestag umgesetzt.

Die von der Bundesregierung erzielten Verbesserungen sind eingebettet in die "Qualifizierungsinitiative für Deutschland", mit der die Regierungschefs von Bund und Ländern im Oktober 2008 ein ganzes Bündel von Initiativen auf den Weg gebracht haben, um Qualität und Reichweite unseres Bildungswesens kontinuierlich zu verbessern und "Aufstieg durch Bildung" zu ermöglichen. Insbesondere das gemeinsam vereinbarte Ziel, die Ausgaben für Bildung und Forschung bis 2015 auf 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern, wird einen erheblichen Schub für weitere Verbesserungen erzeugen.

Neben einer erfolgreichen Fortführung der genannten Maßnahmen ist mir in den kommenden Jahren insbesondere daran gelegen, den Übergang von der Schule in die Ausbildung oder das Studium zu verbessern und dazu in Darmstadt ein flächendeckendes Netz zur Berufs- und Studienorientierung gemeinsam mit Kammern, Unternehmen und Hochschulen aufzubauen. Zudem brauchen wir mehr Durchlässigkeit vom beruflichen in den akademischen Bereich, damit Meister, Techniker und andere erfolgreiche Fachkräfte aus der beruflichen Bildung einen weiteren Qualifikations- und Karriereschritt gehen können. Schließlich setze ich mich für zusätzliche attraktive Angebote zur Bildungsfinanzierung mit einem umfassenden Stipendiensystem der Wirtschaft ein.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Storm MdB
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Frage zum Thema Arbeit
15.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Storm,

Sie sprachen oben in Ihrer Antwort auf die Frage von Hr.Friedl, dass Sie die Bürger steuerlich entlasten wollen. Ich frage mich nur, wie diese wundersame Geldvermehrung funktionieren soll? Wir haben es die letzten Jahre nicht geschafft Staatsschulden abzubauen. Durch die Finanzkriese und die Konjunkturpakete hat sich der Schuldenberg der auf uns Bürgern lastet noch erheblich vergrößert. Wie sollen also künftig all die Belastungen dauerhaft getragen werden können, ohne das Leistungen gekürzt, oder einzelne Bevölkerungsgruppen stärker belastet werden?

Für mich hat soziale Gerechtigkeit zwei Seiten. Die eine ist, schwache Menschen unserer Gesellschaft müssen unterstützt werden. Die andere, die Starken dürfen in Ihren Leistungsanreizen nicht immer weiter beschnitten werden. Mit Letzterem meine ich die ständigen Diskussionen um Reichensteuern und Beitragsbemessungsgrenzen. Wie ist Ihre Meinung hierzu?

Mit freundlichen Grüßen,
H.
Antwort von Andreas Storm
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18.09.2009
Sehr geehrter Herr Maicher, sehr geehrter Herr ,

haben Sie Dank für Ihre Fragen zum Thema Steuerentlastung über das Internetmedium Abgeordnetenwatch. Da beide Fragen das gleiche Thema betreffen, antworte ich Ihnen gemeinsam.

Weniger Steuereinnahmen + erhöhte Bildungsausgaben = Erhöhte Staatsverschuldung? Diese ´Gleichung´ stimmt so nicht. In der abgelaufenen Wahlperiode von 2005 bis 2009 sind die Ausgaben des Bundeshaushaltes insgesamt um 11 % gestiegen (Hinweis: Dabei sind die Effekte der Konjunkturpakete im Jahr 2009 nicht berücksichtigt, da sie einen Sonderfaktor darstellen). Das ist für einen Vier-Jahres-Zeitraum eine sehr moderate Ausgabensteigerung, die deutlich unter dem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts liegt.

Im gleichen Zeitraum wuchs das Bundesbudget für Bildung und Forschung um 35 % an (von rd. 7.5 Mrd. Euro im Jahr 2005 auf mehr als 10 Mrd. Euro in diesem Jahr). Damit wird deutlich: Eine insgesamt sehr moderate Ausgabenentwicklung im Bundeshaushalt kann durchaus mit einer weit überdurchschnittlichen Ausgabendynamik in zukunftsträchtigen Einzelhaushalten übereinstimmen.

Die dargestellte Haushaltspolitik ermöglichte es, die hohe jährliche Neuverschuldung der öffentlichen Haushalte von deutlich mehr als 3 % des BIP unter der rot-grünen Vorgängerregierung auf nahezu Null in den Jahren 2006 und 2007 zu bringen (Hinweis: Der - deutlich reduzierten - Neuverschuldung des Bundeshaushalts standen Einnahmeüberschüsse insbesondere bei den Sozialversicherungskassen gegenüber).

Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen kann eine solide Finanzpolitik in der nächsten Wahlperiode drei Kernelemente vereinen:

1. Die Bundesausgaben müssen deutlich langsamer wachsen als das BIP (nominal).

2. Für wichtige Zukunftsfelder (z.B. Bildung und Forschung) sind deutlich überdurchschnittliche Ausgabensteigerung vorzusehen.

3. Da in dem unterstellten Szenario die Bundesausgaben insgesamt deutlich langsamer wachsen als das BIP, ergibt sich ein erheblicher Finanzierungs-spielraum, der anteilig zum Abbau der Neuverschuldung einerseits und für eine Steuerreform zur Milderung des Progressionseffekts bei der Lohn- und Einkmmensteuer andererseits aufgeteilt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Storm MdB
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Frage zum Thema Finanzpolitik
17.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Storm,

die Frage von Herrn Friedl hinsichtlich der Finanzierung der Steuertarifabflachung empfinde ich im Kontext Ihrer Einlassung zur Erhöhung der Bildungsausgaben auf 10% des BIP (positiv!) als unzureichend beantwortet.

Frage 1: Ist meine Gleichung korrekt? Weniger Steuereinnahmen + erhöhte Bildungsausgaben = Erhöhte Staatsverschuldung?

Frage 2: Was verstehen Sie konkret unter "sparsamer Ausgabenpolitik"?

In der Hoffnung auf eine klare Antwort, verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen

Antwort von Andreas Storm
bisher keineEmpfehlungen
18.09.2009
Sehr geehrter Herr , sehr geehrter Herr Gerbig,

haben Sie Dank für Ihre Fragen zum Thema Steuerentlastung über das Internetmedium Abgeordnetenwatch. Da beide Fragen das gleiche Thema betreffen, antworte ich Ihnen gemeinsam.

Weniger Steuereinnahmen + erhöhte Bildungsausgaben = Erhöhte Staatsverschuldung? Diese ´Gleichung´ stimmt so nicht. In der abgelaufenen Wahlperiode von 2005 bis 2009 sind die Ausgaben des Bundeshaushaltes insgesamt um 11 % gestiegen (Hinweis: Dabei sind die Effekte der Konjunkturpakete im Jahr 2009 nicht berücksichtigt, da sie einen Sonderfaktor darstellen). Das ist für einen Vier-Jahres-Zeitraum eine sehr moderate Ausgabensteigerung, die deutlich unter dem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts liegt.

Im gleichen Zeitraum wuchs das Bundesbudget für Bildung und Forschung um 35 % an (von rd. 7.5 Mrd. Euro im Jahr 2005 auf mehr als 10 Mrd. Euro in diesem Jahr). Damit wird deutlich: Eine insgesamt sehr moderate Ausgabenentwicklung im Bundeshaushalt kann durchaus mit einer weit überdurchschnittlichen Ausgabendynamik in zukunftsträchtigen Einzelhaushalten übereinstimmen.

Die dargestellte Haushaltspolitik ermöglichte es, die hohe jährliche Neuverschuldung der öffentlichen Haushalte von deutlich mehr als 3 % des BIP unter der rot-grünen Vorgängerregierung auf nahezu Null in den Jahren 2006 und 2007 zu bringen (Hinweis: Der - deutlich reduzierten - Neuverschuldung des Bundeshaushalts standen Einnahmeüberschüsse insbesondere bei den Sozialversicherungskassen gegenüber).

Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen kann eine solide Finanzpolitik in der nächsten Wahlperiode drei Kernelemente vereinen:

1. Die Bundesausgaben müssen deutlich langsamer wachsen als das BIP
(nominal).

2. Für wichtige Zukunftsfelder (z.B. Bildung und Forschung) sind deutlich
überdurchschnittliche Ausgabensteigerung vorzusehen.

3. Da in dem unterstellten Szenario die Bundesausgaben insgesamt deutlich
langsamer wachsen als das BIP, ergibt sich ein erheblicher
Finanzierungs-spielraum, der anteilig zum Abbau der Neuverschuldung
einerseits und für eine Steuerreform zur Milderung des Progressionseffekts
bei der Lohn- und Einkmmensteuer andererseits aufgeteilt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Storm MdB
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