Andrea Wicklein (SPD)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Andrea Wicklein
Jahrgang
1958
Berufliche Qualifikation
Diplom Ökonomin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Potsdam - Potsdam-Mittelmark II - Teltow-Fläming II
Landeslistenplatz
4, Brandenburg
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(...) Der Vertrag von Lissabon eröffnet mehr Chancen für den sozialen Fortschritt, ein zentrales Ziel der EU ist die soziale Marktwirtschaft, die auf Vollbeschäftigung und sozialen Fortschritt abzielt. Durch eine bessere Zuordnung, was gemeinsame Ziele, wie etwa den sozialen Fortschritt und was dessen Instrumente sind, wie etwa der Wettbewerb, ist klargestellt, wonach die Union strebt und welche Mittel sie einsetzen kann, wenn sie diese Ziele verwirklichen will, zudem wird durch den Vertrag von Lissabon erstmals eine Grundlage für die europarechtliche Sicherung der öffentlichen Daseinsvorsorge geschaffen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
30.06.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Wicklein,

ich habe mit schrecken erfahren, dass die Investitionen für Bildung im Land Brandenburg, welche durch das Investitionspaket des Bunds bereitgestellt wurden kaum für Schulen ausgegeben werden, sondern für Sportstätten und Spitzensportler ( neue Sporthalle für den VFL Potsdam und Moderisierung des Karl-Liebknecht-Stadions).
Meine Fragen daher:
Wieso ist es ihrer Meinung nach wichtiger noch intakte Sportstätten zu modernisieren, statt marode und z.T. völlig veraltete Schulgebäude zu sanieren?
Aber natürlich sehe ich freudig auf die Lenné,-Voltaire-und Goethe Schule, welche von außen und auch zum Großteil innen saniert wurden.

Und eine zweite Frage wäre, mit welchem Recht Hausbesetzter am Kiewitt, die Häuser bestzen dürfen und von seiten der Regierung nichts dagegen getan wird? Oder irre ich mich in diesem Punkt?
Denn dies verunstaltet das Stadtbild in Potsdam West massiv!

Ich freue mich auf ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Andrea Wicklein
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31.07.2009
Andrea Wicklein
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Fragen auf abgeordnetenwatch.de vom 30. Juni 2009.

Im Rahmen des Konjunkturpaktes II stehen Brandenburg insgesamt 457 Millionen Euro für zusätzliche Investitionen in Bildung und Infrastruktur zur Verfügung. Dabei haben die Bildungsinvestitionen im Kommunalen Investitionsprogramm Priorität. Sie bilden mit zwei Dritteln den Schwerpunkt. Das Land Brandenburg kann außerhalb des Kommunalen Investitionsprogramms eigene Maßnahmen finanzieren. Dazu zählt auch das Karl-Liebknecht-Stadion in Potsdam-Babelsberg oder die Mehrzweckhalle im Luftschiffhafen.

Nach der Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern sind nur die Mittel aus dem kommunalen Investitionsprogramm - über deren Verwendung allein die Kommunen entscheiden - zu 65 % für Investitionen in die Bildungsinfrastruktur und die verbleibenden 35% der Mittel für sonstige Infrastrukturinvestitionen einzusetzen.

Nach den mir vorliegenden Zahlen des Brandenburger Finanzministeriums umfassen die Ausgaben im Rahmen der Bildungsinfrastruktur-Pauschale für Potsdam insgesamt 6,5 Mio. Euro. Bei diesen Investitionen stehen insbesondere Schulsanierungen (z.B. der Zeppelingrundschule) und Schulneubau (z.B. in Eiche) sowie Ganztagsschulen im Mittelpunkt. Im Vergleich hierzu beträgt der Anteil der sonstigen kommunalen Investitionspauschale 3,7 Mio. Euro. Damit werden Straßensanierungen finanziert oder erhalten das Kulturhaus Babelsberg und der Lindenpark zusätzliche Mittel.

Die Zahlen verdeutlichen den Schwerpunkt der Investitionsausgaben Potsdams zugunsten der Bildung. Das Land Brandenburg hat sich in der Tat dafür entschieden, seine eigenen Konjunkturmittel vor allem in Sportstätten zu investieren.

Die Frage der Hausbesetzungen am Kiewitt ist Sache der Stadtverwaltung Potsdam. Hier verfolgt die Stadt seit vielen Jahren das Ziel, das Wohnprojekt - auch mit Hilfe der städtischen Pro Potsdam GmbH - zu legalisieren.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihre Andrea Wicklein
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Frage zum Thema Internationales
03.07.2009
Von:
Uwe

Liebe Andrea Wicklein,

habe gelesen, dass der Bundestag die Erweiterung der Afghanistan-Mission beschlossen hat. Ich habe die Bundeswehr immer als Verteidigungsarmee verstanden und verstehe nicht, was es in Afghanistan aus europäischer und deutscher Sicht zu verteidigen gibt ?
Wird nicht die viel-beschworene terroristische Bedrohung nicht gerade durch solche Einsätze verursacht ?

Viele Grüße aus Brüssel
Uwe
Antwort von Andrea Wicklein
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10.07.2009
Andrea Wicklein
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zum Afghanistan-Einsatz vom 03. Juli 2009.

In einer globalisierten Welt sind nationalstaatliche Lösungen nicht mehr tragfähig. Es gibt mit den Vereinten Nationen, der NATO, den G8-Ländern und den G20-Ländern bereits wichtige internationale Organisationen zur effektiven Zusammenarbeit von Staaten. Deutschland muss und kann dabei internationale Verantwortung übernehmen.
Vor weltumspannenden Problemen kann man sich nicht drücken, sondern man muss gemeinsam Handlungsoptionen erarbeiten und diese auch entsprechend gemeinsam umsetzen. Das heißt also, dass es keine Option für Deutschland ist, sich nicht an der internationalen Konfliktbewältigung zu beteiligen.
Die Bundeswehr ist zusammen mit anderen Partnern an mehreren Friedens- und Stabilisierungsmissionen beteiligt. Die Auslandseinsätze der Bundeswehr erfolgen stets auf der Grundlage eines Mandats der Vereinten Nationen und in enger Abstimmung mit unseren Partnern in der EU und der NATO. Eine parlamentarische Einzelentscheidung ist für uns weiterhin unabdingbar.
Ich bin überzeugt, dass der Einsatz deutscher Bundeswehrsoldaten in Afghanistan auch dem Schutz der inneren Sicherheit in Deutschland dient. Dabei muss aber klar sein, dass Kampfeinsätze immer nur die ultima ratio, sprich das letzte Mittel, sein dürfen. Der Tod deutscher Soldaten ist ein hoher Preis, den wir zahlen, jedoch können wir das Land nicht den Terroristen überlassen. Der Einsatz ist in ein politisches Gesamtkonzept integriert. Es geht einerseits um den Aufbau staatlicher Institutionen und der nachhaltigen Entwicklung einer Infrastruktur, andererseits erfordert dies aber auch eine stabile Sicherheitslage.

Wir Sozialdemokraten haben die Entwicklungspolitik seit 1998 aus dem Schattendasein herausgeholt und als globale Strukturpolitik zu einem zentralen Thema auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene gemacht. Entwicklungspolitik ist für uns elementarer Teil einer Strategie für eine gerechte Gestaltung der Globalisierung und gegen Hunger, Armut und Umweltzerstörung, Staatszerfall, bewaffnete Konflikte, Gewalt, Krieg und Terrorismus.

In Afghanistan wurden 5.000 neue Schulen für Jungen und Mädchen gebaut. Und für deutsche Jugendliche eröffnet der neue BMZ-Freiwilligendienst "weltwärts" die Möglichkeit, die Menschen in den Partnerländern, ihre Lebensbedingungen und die Entwicklungsarbeit vor Ort kennenzulernen. Im Welthandel haben wir die gerechte Teilhabe der Entwicklungsländer und die Abschaffung der Agrarexportsubventionen bis 2013 eingefordert.
Es ist uns in den letzten Jahren gelungen, die Haushaltsmittel für Entwicklungszusammenarbeit kontinuierlich auf heute insgesamt fast 10 Mrd. Euro zu steigern. Wir haben die Beachtung von Sozial-, Umwelt- und Menschenrechtsstandards bei der Richtlinie für öffentliche Auftragsvergabe einbringen können.

Es ist eine permanente Aufgabe der Bündnispartner, den Einsatz zu hinterfragen und die Strategien anzupassen. Ich werde sehr darauf achten, dass der Schwerpunkt des Einsatzes auf der Sicherung des Friedens und dem Wiederaufbau sowie auf der Demokratisierung liegt. Jedes zivile Opfer und jeder tote Soldat sind für mich Verpflichtung, besonders aufmerksam die Entwicklung und die eingesetzten Mittel zu verfolgen und zu überprüfen.

Mit freundlichen Grüßen,
Andrea Wicklein
Ergänzung vom 31.08.2009
Sehr geehrter Herr Ehrlich,

vielen Dank für Ihre kritischen Fragen zum Vertrag von Lissabon. Die vielen Fragen auf abgeordnetenwatch.de und in persönlichen Gesprächen zeigen mir, dass die EU auf diesem Feld wesentlich stärkere Aufklärungsarbeit leisten muss.

In Art. 222 Abs. 1 der Konsolidierten Fassung des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) heißt es "Die Union und ihre Mitgliedstaaten handeln gemeinsam im Geiste der Solidarität, wenn ein Mitgliedstaat von einem Terroranschlag, einer Naturkatastrophe oder einer vom Menschen verursachten Katastrophe betroffen ist."

Das Bestreben einer gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist schon seit vielen Jahren ein Ziel der EU. Dies findet auch Ausdruck im gegenwärtigen Vertrag von Nizza in Art. 17. Dort heißt es in Absatz 1 "Die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik umfasst sämtliche Fragen, welche die Sicherheit der Union betreffen, wozu auch die schrittweise Festlegung einer gemeinsamen Verteidigungspolitik gehört, die zu einer gemeinsamen Verteidigung führen könnte, falls der Europäische Rat dies beschließt. Er empfiehlt in diesem Fall den Mitgliedstaaten, einen solchen Beschluss gemäß ihren verfassungsrechtlichen Vorschriften anzunehmen."

In Absatz 2 werden zudem "humanitäre Aufgaben und Rettungseinsätze, friedenserhaltende Aufgaben sowie Kampfeinsätze bei der Krisenbewältigung einschließlich friedensschaffender Maßnahmen" eingeschlossen.

Mit der Charta der Grundrechte der Europäischen Union bekennen sich die Mitgliedsländer zu einer friedlichen Zukunft und zum Schutz der Menschenrechte. Die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik verfolgt das Ziel eines Ausbaus des Krisenmanagements und der Konfliktvermeidung auf internationaler Ebene und leistet somit einen Beitrag zum Erhalt des Friedens und der internationalen Sicherheit gemäß der Charta der Vereinten Nationen. Der Vertrag von Lissabon setzt diese Auffassung fort und benennt die Sicherung und Förderung von Frieden als eindeutiges Ziel. Die Achtung der Menschenwürde, die Wahrung der Menschenrechte und die Förderung von Frieden und des Wohlergehens der Völker sind die Grundsätze des Vertrags von Lissabon der Europäischen Union.

Zur Todesstrafe findet sich im 13. Protokoll zur Europäischen Menschrechtskonvention der Entschluss zur vollständigen Abschaffung der Todesstrafe. Die Abschaffung der Todesstrafe ist unmittelbarer Bestandteil der EU-Politik. Denn die Würde des Menschen und das Recht auf Leben sind unteilbar. Unter der deutschen EU-Präsidentschaft hat sich Deutschland deshalb für die konsequente Umsetzung der EU-Leitlinien gegen die Todesstrafe eingesetzt mit einem
"Aktionsplan Todesstrafe" die Grundlage für eine Resolution gegen die Todesstrafe in der Generalversammlung der Vereinten Nationen gelegt. Diese Resolution wurde durch die Generalversammlung am 20. Dezember 2007 angenommen. Die Ächtung der Todesstrafe durch die EU bezieht sich auch auf militärische Konflikte.

Ihre Befürchtung einer Militarisierung der EU kann ich nicht teilen.
Ich hoffe, dass Sie Ihre Auffassung nach meiner Darstellung der Grundsätze des Handelns der EU überdenken werden.

Mit freundlichen Grüßen

Andrea Wicklein
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
18.07.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Wicklein,

1.) Sind Sie der Meinung, dass die Polizei dazu verpflichtet werden muss, eine wie auch immer geartete eindeutige Kennzeichnung des jeweiligen Beamten an den Uniformen anzubringen (gerade in Einsatzhundertschaften), um mögliche Rechtsverstöße der Polizei besser aufklären zu können?

In vielen europäischen Ländern, wie Großbritannien, ist dies seit langem gesetzlich vorgeschrieben. Eine solche Kennzeichnung kann übrigens auch in Form von eindeutigen Zahlenkombinationen geschehen, um die Persönlichkeitsrechte des Polizeibeamten zu wahren. Ohne eine solche Kennzeichnung ist es quasi unmöglich, selbst mit Videomaterial des vorgefallenen Rechtsverstoßes, einen Beamten zu belangen, da er unter der Einsatzmontur kaum eindeutig zu identifizieren ist.

2.)Sind Sie der Meinung, dass eine unabhängige Kommission eingerichtet werden muss, um eventuelle Rechtsverstöße von Polizeibeamten im Dienst wirksam aufklären zu können?

In einer perfekten Welt wäre dies sicherlich nicht vonnöten, denn man könnte darauf vertrauen, dass Polizisten auch gegen andere Beamte mit demselben Eifer Ermittlungen führen würden, wie in allen anderen Fällen sonst auch. Leider ist es nicht von der Hand zu weisen, dass bei diversen internen Ermittlungen gegen Polizeibeamte massiv geschlampt wurde. Im Zuge des Prozesses um den Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh in einer Dessauer Ausnüchterungszelle, sagte der Richter z.B. "Was er in diesem Verfahren erlebt habe, das habe mit Rechtsstaat nichts mehr zu tun." Zum Thema empfehle ich die Lektüre folgendes Artikels aus der Berliner Zeitung: www.berlinonline.de

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Antwort von Andrea Wicklein
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04.08.2009
Andrea Wicklein
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zum Thema Innenpolitik.

Ich denke, dass man bei dem von Ihnen angesprochenen Thema sehr vorsichtig sein muss und von einer Generalisierung der Fälle absehen sollte. Ich stimme Ihnen zu, dass ein Fehlverhalten von Polizeibeamten dienst- und strafrechtlich verfolgt werden muss. Der von Ihnen verlinkte Artikel aus der Berliner Zeitung spiegelt meiner Einschätzung nach aber nicht das allgemeine Bild der polizeilichen Arbeit wider. Vielmehr werden hier Einzelfälle beschrieben.

Eine Kennzeichnung von Polizeibeamten in Einsatzhundertschaften ist ein prüfenswerter Vorschlag. Die von Ihnen angesprochene unabhängige Kommission, um Rechtsverstöße innerhalb des Polizeidienstes auszuklären, halte ich aber für nicht notwendig, da es in Deutschland bereits eine unabhängige Justiz gibt. Um solche Fälle - wie in dem Artikel beschrieben - zukünftig zu vermeiden, wäre eher im Bereich der Führungskultur und der Qualifikation von Polizisten in der Konfliktbewältigung und im Umgang mit Stresssituationen anzusetzen.

Aus Gesprächen mit Polizisten weiß ich, dass sie in bestimmten Gefahrensituationen selbst Todesängste verspüren und daraus die Gefahr von Überreaktionen entstehen kann. Oftmals fühlen sie sich nach solchen Einsätzen auch allein gelassen.

Deshalb ist aus meiner Sicht das von Ihnen angesprochene Thema wesentlich komplexer als es mit Ihren Lösungsvorschlägen scheint.

Ich danke Ihnen, dass Sie mich auf das Thema nochmals aufmerksam gemacht haben.

Mit freundlichen Grüßen

Andrea Wicklein
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
26.07.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Wicklein,

mein Anliegen betrifft die aktuelle Verkehrssituation in der Straße Am Strengfeld in Werder (Einkaufszenter Werderpark). Ich finde daß die Verkehrssituation dort immer katastrophaler wird. Sowohl die Zufahrt von der B1 zum Einkaufszentrum als auch das Verlassen in richtung B1 ist eine Qual. Auf beiden Seiten der Staße wird geparkt (sowohl LKW als auch Transporter und PKW). Außerdem ist in Höhe der Tankstelle eine Abbiegerspur eingerichtet worden ohne ein begleitendes Halte- bzw Parkverbot. Was gedenkt Ihre Partei in der Zukunft zu tun um den einkaufswilligen Bürgern das Leben zu erleichtern. Sollte die Frage Sie nicht persönlich betreffen bitte ich Sie, diese an die in Ihrer Partei zuständige Stelle weiterzuleiten.

Vielen Dank
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Andrea Wicklein
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06.08.2009
Andrea Wicklein
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zur Verkehrssituation am Einkaufscenter Werderpark. Natürlich ist es erfreulich, wenn der Werderpark von den Bürgerinnen und Bürgern gut angenommen wird. Das darf aber nicht zu Lasten der Verkehrssicherheit gehen. Zumal dort 600 kostenlose Parkplätze eingerichtet worden sind. Um das Problem möglichst schnell zur Sprache zu bringen, werde ich Ihre Kritik an die Stadtverordneten der SPD in Werder und an das Management des Einkaufscenters weiterleiten.

Mit freundlichen Grüßen
Andrea Wicklein
Ergänzung vom 13.08.2009
Sehr geehrter Herr ,

ich habe bereits Antwort aus der Kommunalpolitik erhalten und möchte meine Antwort gerne ergänzen. In Werder ist das Parkplatzproblem bereits seit längerem bekannt. Im vorderen Bereich besteht bereits im Prinzip ein Halteverbot, da dort nach der Eröffnung weiterer Märkte Fahrspuren eingerichtet wurden. Jedoch halten sich einige Besucher nicht daran. Deshalb wurde jetzt vorgeschlagen, dass hier das Ordnungsamt stärker kontrolliert.
Über die Einrichtung eines Halteverbots im hinteren Bereich (vor dem Marktplatz) gibt es verschiedene Meinungen. Ein Teil der Anwohner ist dafür, da ein engerer Verkehrsraum zu einer Verkehrsberuhigung führen würde. Der andere Teil der Anwohner möchte jedoch keine Verengung des Bereichs. Hinzu kommt, dass es sich um Privatfläche des Einkaufszentrums handelt. Dies macht eine Einigung mit dem Einkaufszentrum erforderlich. Der Vorschlag: Hier könnte eine gesonderte Abbiegespur eingerichtet werden, so dass das Parken dadurch verhindert wird.
Seitens der SPD-Kommunalpolitiker wird demnächst das Gespräch mit der Baubeigeordneten Frau zur Erörterung dieses Themas gesucht. Ich werde dieses Verkehrsproblem weiterhin beobachten und begleiten.

Mit freundlichen Grüßen
Andrea Wicklein
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Frage zum Thema Wirtschaft
31.07.2009
Von:
u.

Sehr geehrte Frau Wicklein,

die augenblickliche katastrophale Situation bei der Berliner S-Bahn macht an einem erschreckenden Beispiel überaus deutlich, welche enorme Verschlechterungen für die Bürger und letztlich für die gesamte Gesellschaft eintreten, wenn die Privatisierung kommunalen/staatlichen Eigentums und das Streben, über den Gang zur Börse zum global player zu werden, endgültlg und für alle Zeit die bestimmenden Motive der deutschen Wirtschaftspolitik werden sollten. Daraus ergibt sich unsere Frage an Sie als Diplomökonomin: Haben sie als Bundestagsabgeordnete der Privatisierung von Post, Telekom und Bahn zugestimmt? Wenn ja, sind Sie nicht inzwischen zu der Auffassung gelangt, daß alle Elemente der Daseinsvorsorge gesamtgesellschaftlich, im wohlverstandenen Interesse aller Bürger und nicht unter dem Gesichtspunkt des Maximalprofits, geregelt werden müßten?

Mit freundlichen Grüßen
u.
Antwort von Andrea Wicklein
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06.08.2009
Andrea Wicklein
Sehr geehrte Frau und Herr ,

vielen Dank Ihre E-Mail. Ich gebe Ihnen Recht: Die Wirtschaft sollte den Menschen dienen und nicht umgekehrt. Wer in den vergangenen Jahren nur auf kurzfristige Gewinne und Renditen geschaut hat, wurde spätestens jetzt eines Besseren belehrt. Das betrifft Unternehmen genauso wie Banken und viele Anleger.

Wir stehen – gerade auch jetzt vor den Bundestagswahlen – vor einer zentralen Entscheidung: Wollen wir so weiter machen und so tun, als ob die Wirtschafts- und Finanzkrise nur ein Betriebsunfall war? Oder ziehen wir – wie es die SPD will und auch im Regierungsprogramm konkret vorschlägt – die richtigen Schlussfolgerungen?

Das marktradikale Zeitalter ist gescheitert und wir befinden uns in einer Zeitenwende. Mir als SPD-Wirtschaftspolitikerin geht es darum, dass wir die Idee der Sozialen Marktwirtschaft erhalten und erneuern, dass die für die Krise Verantwortlichen und die Vermögenden an den Lasten der Krise beteiligt werden, dass die Unternehmen sich am langfristigen Wachstum und nicht an kurzfristigen Renditen orientieren. Dazu brauchen die Märkte neue Regeln.

Denn die Leidtragenden einer verfehlten Unternehmenspolitik sind zuallererst die Beschäftigten, die ihre Arbeit verlieren und letztlich auch die Steuerzahler. Das dürfen wir nicht länger zulassen! Deshalb ist die SPD als Partei von Solidarität und Gerechtigkeit der Überzeugung, dass die sozialen Sicherungssysteme mit einer Bürgerversicherung auf breite Schultern gestellt werden müssen. Wer mehr hat, soll mehr tragen, als diejenigen, die weniger haben. Wir stellen uns damit klar gegen den Privatisierungswahn der Risiken wie Alter, Krankheit, Pflege und Arbeitslosigkeit.

Der Privatisierung von Post und Telekom habe ich nicht zugestimmt, da ich zu diesem Zeitpunkt nicht Mitglied des Deutschen Bundestages war. Bei der Entscheidung zur Teilprivatisierung der Bahn habe ich nach langen und kontroversen Diskussionen zwar zugestimmt, bin aber sehr froh, dass wir nun auch angesichts der Folgen der Krise klarstellen, dass es mit uns keine Kapitalprivatisierung geben wird. Dieses Umdenken ist nach meiner Überzeugung die richtige Antwort und sichert für die Bahnkundinnen und Bahnkunden ein qualitativ hochwertiges, bezahlbares und sicheres Leistungsangebot im Schienenverkehr. Der geplante Börsengang der Bahn war sicherlich auch eine Ursache dafür, dass viel gespart wurde. Bei der S-Bahn war es aber eindeutig ein Fehlverhalten der Entscheidungsträger. Deshalb wird in Zukunft eine noch stärkere Kontrolle notwendig sein.

Entscheidend wird in Zukunft sein, weiteres Wachstum im Schienenverkehr zu ermöglichen. Nur ein attraktives Bahnangebot bringt möglichst viele Menschen dazu, auf die Bahn umzusteigen und überzeugt Unternehmen, ihre Güter verstärkt auf der Schiene zu transportieren. Dafür setze ich mich weiter ein.

Mit freundlichen Grüßen
Andrea Wicklein
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