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Sehr geehrter Herr Funk,
wie ich sehe, haben Sie gegen den Antrag, die Pläne für das Betreuungsgeld aufzugeben, gestimmt. Daher muss ich davon ausgehen, dass Sie für die Einführung des Betreuungsgeldes sind. Welche Argumente sehen Sie dafür?
Mir ist durchaus bewusst, dass in dieser Diskussion gerne mit dem Koaltionsvertrag argumentiert wird. Allein das kann aber kein ausreichender Grund für eine so schwerwiegende familienpolitische Entscheidung sein.
Ich persönlich bin strikt gegen das Betreuungsgeld. Wir brauchen Fachkräfte und sollten daher die Berufstätigkeit von Müttern und Vätern fördern. Der Ausbau von Krippen und Kitas ist meiner Ansicht nach daher genau der richtige Weg, dies zu tun und gleichzeitig jedem freizustellen, sein Kind trotzdem ganztägig selbst zu betreuen. Ich sehe keinen Grund, Bürger dafür zu subventionieren, dass sie ein subventioniertes Angebot NICHT annehmen.
Zudem zeigen etwa die Erfahrungen, die man in Norwegen mit dem dort 1998 eingeführten Betreuungsgeld gemacht hat, dass diese finanzielle Unterstützung (in Kombination mit einem Verzicht auf einen Kindergartenplatz) überwiegend von Familien mit Migrationshintergrund und den sogenannten "bildungsfernen Schichten" in Anspruch genommen wird. Gerade diese Kinder aber würden von dem Besuch eines Kindergartens stark profitieren, Stichwort Integration!
Wer möchte, dass sich Mitbürger mit türkischen, serbischen oder russischen Wurzeln morgen als Teil unserer Gesellschaft fühlen, muss schon heute alles dafür tun, dass sie bereits als Kinder die deutsche Sprache lernen und ein Teil unserer Gesellschaft werden können!
Mit dem Betreuungsgeld schaffen wir bei finanziell schlechter gestellten Eltern falsche Anreize, behindern die Integration und verschwenden Geld, dass wir dafür einsetzen könnten, Eltern wirklich eine Wahl zu bieten: den Ausbau der Krippenplätze.
Was also spricht Ihrer Meinung dafür, das Betreuungsgeld unbedingt einzuführen?
Mit freundlichen Grüßen,
