Abgabe von künstlichem Heroin an Schwerstabhängige
Alle Bundestagsfraktionen mit Ausnahme der Union haben für einen Gesetzentwurf gestimmt, der eine kontrollierte Abgabe von synthetischem Heroin - sog. Diamorphin - an Schwerstabhängige ermöglicht. Diamorphin wird künftig in die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen und gilt nun nicht mehr als illegale Droge.
Hintergrundinformationen
Der Gesetzesinitiative vorausgegangen war ein Modellprojekt, das zwischen 2002 und 2006 in sieben Städten erprobt und anschließend teilweise verlängert worden war. Die Ergebnisse einer in diesem Zusammenhang durchgeführten Studie sprächen dafür, nun deutschlandweit "eine Behandlung mit Diamorphin für eine klar begrenzte Zielgruppe zu ermöglichen," heißt es in dem Gesetz, das von den Abgeordneten Carola Reimann (SPD), Detlef Parr (FDP) und Frank Spieth (Linke) in den Bundestag eingebracht worden war.

Schwerstabhängige können das synthetische Heroin künftig als verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel erhalten. Allerdings sind daran enge Bedingungen geknüpft. An einer Diamorphin-Behandlung teilnehmen dürfen nur Schwerstabhängige, "die zuvor ernsthafte Behandlungsversuche mit herkömmlichen Substitutionsmitteln [wie z.B. Methadon] unternommen haben," heißt es in dem Gesetzentwurf. Konkret bedeutet dies: Ein Patient muss mindestens fünf Jahre opiatabhängig sein, mindestens zwei erfolglose Therapien hinter sich haben und 23 Jahre oder älter sein.

Durch das "Gesetz zur diamorphingestützten Substitutionsbehandlung", so der offizielle Name, sollen "die negativen Folgen der Drogenabhängigkeit für die öffentliche Sicherheit und Ordnung abgemildert" werden.

Im Gegensatz zu SPD und Opposition will die Union das Modellprojekt zunächst noch weiterführen, da einige Fragen bislang ungeklärt seien. CDU und CSU verweisen u.a. auf den bislang ungeklärten Beitrag der psychosozialen Betreuung zum Erfolg einer Behandlung. Der Modellversuch habe gezeigt, dass bei einer optimalen psychosozialen Begleitung durchaus gute Therapieergebnisse auch bei einer Methadonsubstitution erzielt würden.

(c) Foto: streetpreacher83 / flickr


Weiterführende Links:
Gesetzentwurf zur diamorphingestützten Substitutionsbehandlung (pdf)
Kommentare von Besuchern zur Abstimmung
Kommentar #44
Es ist einfache eine Schande. Die Scheinheiligkeit der Bayrischen Politiker ist grenzenlos. Jedes Jahr findet im München mit dem Oktoberfest ein Massenbesäufnis statt. Tausende Leute leben vom Verkauf der Droge Alkohol.
Aber wenn es um andere Drogen geht, machen die Politiker dicht! Menschen mit Opiatabhängikeit sind KEINE MENSCHEN ZWEITER KLASSE! Das Problem geht doch durch alle Schichten. Anstatt Betroffene und Ärzte zu kriminalisieren sollte man einfach helfen. Ich kann das einfach nicht verstehen.
Am Abstimmungsverhalten der Union sieht man mal wieder, warum sich in Bayern nie etwas Ändern wird. Die sollten sich alle schämen! Sitzten am Stammtisch und saufen, aber verteufeln alle die lieber andere Drogen nehmen.
Der Mensch berauscht sich schon seit Urzeiten. Der Getreideanbau entstand nur wegen dem Bier. Der Mensch braucht hin und wieder einen Rausch. Gesteht doch der Bevölkerung endlich ein Recht auf Rausch zu!!!
von: Betroffene
am: 01.03.2013 15:20
Kommentar #43
Es ändert sich erst was, wenn von Politikern wer betroffen ist. Hier in Bayern ist man mit nem Joint schon ein Verbrecher aber Alkohol gehört zum guten Ton ( ist auch ne Droge ). Ich versuche im moment ins Diamorphinprogramm zu kommen aber mir wurde geraten, dass ich nebenbei Heroin konsumieren sollte, was mich aber den platz im Programm kostet und gleichzeitg nen Entzug in aussicht stellt. Das werde ich also nicht machen als langjähriger Abhängiger. Eins noch für den Idioten, der meinte selber Schuld, wenn ihr auf Drogen seid und jammert. DU Dummes Kind im Manne, werde erstmal Erwachsen und schnall das Leben richtig, bevor du deine Meinung abgibst. Es gibt Situationen im Leben die dich dahin kommen lassen bzw dich Dinge tun die dir helfen und mir hat dieses scheizeug geholfen noch mehr Lebenszeit rauszuholen und ich habe 2 Kinder. Danke Deutschland, dass du denen hilfst die dir Geld in den Arsch schieben und nicht denen die deine Hilfe brauchen!!!
von: Steve
am: 21.02.2013 08:02
Kommentar #42
Krass was es für heftige leute gibt :D alle voll dicht und voll drauf :D
von: lol
am: 22.11.2012 09:57
Kommentar #41
Ich kann nicht verstehen, warumm in Deutschland die Drogensubstitution so umstritten ist.In der Schweiz hat nach "Platzspitz/Letten* in den 90er, jeder Bauer bemerkt dass der offene Drogenhandel markant gesunken ist.
von: rolf
am: 07.11.2012 10:30
Kommentar #40
Also ich würde dieses diamorphin gerne probieren!
Ich bin 28 Jahre seit 9 Jahren,hochgradig abhängig.politox Vollgas.
Seit 16 Jahren Alkoholsüchtig,dann ging ich ins methadonprogramm
Vier Jahre.danach musste ich entgiften,Therapie! Und dann kam Scheidung,Führerschein Eigentumswohnung,dann kam ich wieder drauf.
Ging ins subutexprogram.auch 3 Jahre.ging wieder entgiften,und dann Trennung,mit der Freundin.dann fentanyl 125 mikrogram täglich.und jetzt nimmt mich kein Dr mehr auf.hab Anfangsstadium Leberzirrhose. Nieren im Arsch und fühl mich wie 45. Hab all die Jahre als Kappo gearbeitet.und ob affig oder drauf.ging immer arbeiten.ich bin sogar Prüfer der malerinnung. Und wer denkt da nicht ans weg machen. Tailand,Holland gehn.durchs Dia Programm, würde ich nicht dran denken h zu holen.da währe die Kriminalität in allen Städten zurück gehn.und Frankfurt,ist nicht Bayern.klar dass sich da nix ändert.da ist jeder 2 Base Junkie und jede dritte geht anschaffen.da sollten dies Programm mehr machen.
von: Alex
am: 04.11.2012 20:35
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